Benko gründet Joint Venture mit Milliardär aus Israel

16.01.2013 | 14:57 |   (DiePresse.com)

Das Gemeinschaftsunternehmen konzentriert sich auf Immobilien in den Haupteinkaufsstraßen in Deutschland.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Den jüngsten Coup in Deutschland - den Erwerb von 17 Karstadt-Kaufhäusern inklusive dem Berliner Luxusaufhaus des Westens (KaDeWe) um mehr als 1,1 Milliarden Euro - stemmt Signa-Holding-Chef Rene Benko nicht alleine: Der neue Joint-Venture-Partner BSG Real Estate (BSGRE) rund um den weltgrößten Diamanthändler Beny Steinmetz tritt als Co-Investor und somit zweiter Käufer für alle Immobilien Benkos in deutschen Innenstadtlagen auf. Der israelische Multimilliardär, der vor allem in Diamanten- und Rohstoffgeschäft aktiv ist, soll rund 2 Milliarden Euro in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen.

Das heute, Mittwoch, bekanntgegebene Joint Venture zwischen BSGRE und der Signa Prime Selection AG habe bereits am 9. Jänner grünes Licht vom deutschen Bundeskartellamt bekommen. Laut Kartellamt war die Übernahme der Karstadt Immobilien Holding A+B S.a.r.l. am 21. Dezember nicht nur von Signa beantragt, sondern zu je 50 Prozent von Signa und der Benny Steinmetz Group (BSG).

Weitere Kaufhäuser

Über das Joint Venture mit Signa wird sich Steinmetz somit auch am Münchner Traditionskaufhaus Oberpollinger beteiligen. Von der Düsseldorfer Firma Centrum des deutschen Unternehmers und Ex-CDU-Politikers Eberhard Diepgen, die im Sommer 2011 die Münchner Kaufhäuser laut "Süddeutscher Zeitung" gemeinsam mit Benko erworben hat, ist jedoch noch kein genauer Anteil am Portfolio bekannt. Dieser werde noch mit Signa ausgehandelt, schreibt die immobilien-zeitung.de.

Signa und BSGRE selbst teilten die Anteilsverteilung nicht explizit mit, verwiesen aber auf die Freigabe durch das Kartellamt am Mittwoch vergangener Woche.

Mehr Geschäfte in Planung

Die Karstadt-Immobilien einschließlich dem Berliner Nobelkaufhaus gehörten mehrheitlich der Immobiliengesellschaft Highstreet, an der die US-Bank Goldman Sachs 51 Prozent hält. Der Rest gehörte anderen Investoren - darunter die Deutsche Bank und die Versicherung Generali.

Die nächsten Geschäfte in Deutschland sind schon in Planung: Schon im Frühjahr könnten Benko & Co den Kauf des Alsterhauses in Frankfurt perfekt machen, spekulierte die "SZ" am Wochenende. "Man weiß nie" und "Bis jetzt ist es kein Thema", wird der Tiroler Investor dazu zitiert.

Weiterer Investor

Vorerst nicht zum Zug kam Benko bei den deutschen Kaufhof-Immobilien, für die er vor über einem Jahr sein Interesse bekundete. Metro legte den Verkauf dann auf Eis.

Geld wäre vorhanden: Ein weiterer illustrer Financier stieg der Zeitung zufolge ein - die Falcon Private Bank aus Zürich besitze an der Unterfirma Signa Prime Selection mittlerweile 20 Prozent, so die "Süddeutsche". Weitere Zukäufe seien denkbar. Die Bank gehört den Angaben zufolge Aabar Investments, dem Staatsfonds von Abu Dhabi.

An der Signa Holding hält Benko 50 Prozent plus 1 Aktie über eine Privatstiftung. Die zweite Hälfte des Unternehmens hat er früheren Angaben zufolge 2009 an den reichsten Griechen und Reeder George Economou verkauft.

 

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

8 Kommentare

Als er noch Dachböden sanierte war er noch produktiv und hat was positives geleistet

seine nunmehrige Rolle als "Investor" ist was anderes.
Man "nimmt Einfluss" manipuliert und Interveniert.

Re: Als er noch Dachböden sanierte war er noch produktiv und hat was positives geleistet

wo ist der Unterschied zwischen einem Unternehmer, der sicher auch nicht "Hand anlegt", sondern den "Chef" spielt (Links Bezeichnung: andere hackeln lässt) und einem, der Geld dafür gibt und auch nicht hackelt. Übrigens: beide haben gleiches Verlustrisiko....

na hoffentlich geht nie was gröber schief


9 0

die finanzmafia arbeitet halt eng zusammen


erstaunlich

Wenn die Signa Holding EUR 4,5 Milliarden Assets hat, und angeblich 70-80% Eigenkapital, dann wären das für den 50% Eigentümer Benko ca. EUR 1,5 Milliarden.

Für jemand, der als HAK Abbrecher mit Null gestartet ist, eine erstaunliche Leistung. Dass man das mit dem Erwerb oder Bau von Immobilien schaffen kann, ist kaum zu glauben...

das geld,

ist niemals weg, es hat nur ein anderer und meistens haben es unternehmer wie diese, die es gegen zinsen wieder denen borgen, denen sie es abgenommen haben. in diesem fall über mieten und zinsen. zurück kommt immer mehr, bei den meisten bleibt immer weniger.

Das alles wäre kein Problem, würden von den Politikern

nicht dauernd Banken gerettet. Wenn die Gesetze der Marktwirtschaft wirken würden, dann würde sich Spreu von Weizen trennen.

Das größte Problem ist die Ausschaltung einer freien, FAIREN Marktwirtschaft mit Kartell- und Wettbewerbsrecht.

Neid ist nicht angebracht, das vernebelt den Blick auf das Wesentliche.

Na bitte!

Von wo kommt das ganze Geld?
In welches Land müssen wir jetzt noch, dank unserer Politiker jahrelang zahlen?
Na dämmert es schon?
Eine sofortige Volksbefragung ob wir dies auch noch weiter wollen, wäre sicher ein tolles Thema!

Umfrage

AnmeldenAnmelden