dayli-Chef: "Es ist nimmer viel übrig vom Schlecker"

Der ersten beiden Läden im neuen Nahversorger-Konzept wurden eröffnet. Nach vier Wochen Testphase sollen 100 Standorte umgerüstet werden.

NOVOMATIC STEIGT BEI DAYLI EIN
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NOVOMATIC STEIGT BEI DAYLI EIN
APA/ROBERT JAEGER

Mit geistlichem Beistand, Begrüßungsworten von Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ), Blasmusik und einer Rede von Eigentümer Rudolf Haberleitner ist der erste dayli-Laden mit neuem Nahversorger-Konzept am Donnerstagnachmittag in Linz-Ebelsberg eröffnet worden. Auf über 400 Quadratmetern findet der Konsument "alles, was der Mensch für das tägliche Leben braucht und alles, was er sonst nur in einem Shoppingcenter kriegt", so Haberleitner.

"Es ist nimmer viel übrig von Schlecker", sagte Haberleitner, der den Drogerieriesen in Österreich und anderen Ländern übernommen hat. Das neue Geschäft ist hell und freundlich, die Gänge sind breit, farblich dominiert ein dunkles Türkis auf Werbetafeln und den Polo-Shirts der Mitarbeiter. In den Regalen findet sich ein Sammelsurium aus frischem Obst und Gemüse, Eiern zu 35 Cent das Stück, Mehl, Soja-Desserts, Fertiggerichten, Kochlöffel, Pfannen, Aktenordner, Kosmetik- und Hygieneartikeln, Zigaretten, Zeitschriften, sogar Kleidung, Milchprodukten im Kühlregal sowie eine kleine Eis-Truhe. Insgesamt seien es etwa 900 Produkte, so Haberleitner. Frisches Brot, Mehlspeisen und "dayli Schmankerln" gibt es im Bistro. "Man muss sich wieder beim Einkaufen treffen können und ein Tratscherl halten", betonte Haberleitner.

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dayli in Linz: Integriertes Bistro – APA-FOTO: ULRIKE INNTHALER

Virtueller "super dayli"

Alles was man im Geschäft nicht finde, könne man im virtuellen "super dayli" bestellen und habe es zwei Tage später im Haus oder zum Abholen im Shop. "Momentan gibt es dort so 10.000 Produkte, bald 40.000 und im Endausbau 200.000", sagte Haberleitner. Auch 42 Dienstleistungen vom Einkaufskorb heimtragen, Fotodrucken, Scannen und Faxen bis zu Beratungen im Versicherungsbereich und Leihwägen werden angeboten. Als Vorteil für die Kunden pries er stressfreies Einkaufen im Wohngebiet und eine Verbesserung der Lebensqualität an. "An der grünen Wiese sind wir nicht interessiert." Dass die Konsumenten mit dem Rad oder zu Fuß kommen könnten, sei auch gut für die Umwelt, holte er weit aus.

In den neuen Filialen gelten auch neue Öffnungszeiten, am Sonntag von 9.00 bis 18.00 Uhr und unter der Woche je nach Standort von 7.00 bis 20.00 Uhr. Möglich soll das eine Gastrokonzession für das Bistro machen.

Vier Wochen Testbetrieb

Die Filialen mit neuem Nahversorgerkonzept - eine zweite wurde in Pöggstall (NÖ) eröffnet - sollen vorerst vier Wochen im Testbetrieb laufen. Dann sollen weitere ehemalige Schlecker-Geschäfte dazukommen. Stolz ist Haberleitner darauf, dass er keinen der 5600 Mitarbeiter, 3600 davon in Österreich, kündigte. Im Gegenteil, heuer sollen in Österreich 600 bis 700 neue rekrutiert werden.

Auch Shops seien keine aufgelassen worden, 889 gebe es derzeit im Land, bis 2016 sollen es 300 mehr sein. Dabei könne er sich vorstellen, von der Mindestgröße von 200 Quadratmetern abzuweichen und auch - teilweise schon vorhandene - kleinere Geschäfte, sogenannte "Mini- oder Baby-dayli", zu akzeptieren. "Wir werden einen Standort nicht nur wegen der Größe schließen", kündigte er an, bevor er mit Geschäftsführer Peter Krammer das rote Band zerschnitt und den Weg für die interessierten Besucher freigab.

(APA)

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