Branchenchefin Lorentschitsch: "Wendepunkt" im Handel

Die Handelsobfrau sieht ihre Branche trotz vieler Pleiten nicht in der Krise. Das heurige Jahr werde sich wohl auf dem Niveau von 2012 bewegen.

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APA/HERBERT PFARRHOFER

Schlecker, Neckermann, Zielpunkt, bauMax - die Liste der Handelsfirmen, die im vergangenen Jahr aufgrund finanzieller Probleme in die Schlagzeilen gerieten, ist lang. Von einer Krise in ihrer Branche will Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch dennoch nicht sprechen, sondern von einem "Wendepunkt". Der Handel befinde sich in einer Konsolidierung, der Wettbewerb sei hart, Top-Standorte würden immer teurer. Und nicht zuletzt werde der Kunde immer anspruchsvoller. "Es ist nicht leicht. Große Sprünge sind derzeit nicht möglich", so Lorentschitsch im Gespräch mit der APA.

2013 werde es im Handel "weder große ups noch downs" geben, prognostiziert die Spartenobfrau. Das heurige Jahr werde sich wohl auf dem Niveau von 2012 bewegen. Von Jänner bis November 2012 lagen die Umsätze der Handelsbetriebe nominell knapp im Plus, real allerdings leicht im Minus. Die endgültigen Zahlen für 2012 veröffentlicht die Wirtschaftskammer nächste Woche - inklusive des Weihnachtsgeschäfts.

Viertel der Unternehmen überschuldet

Auch wenn sich der private Konsum momentan kaum vom Fleck bewegt, appelliert Lorentschitsch an die Politik, im Superwahljahr keine Wahlzuckerln zu verschenken, sondern stattdessen die Schulden abzubauen. Verglichen mit anderen Ländern, wo der Konsum einbricht, stehe Österreicher aber ohnehin nach wie vor gut da. Die Wirtschaftsforschungsinstitute Wifo und IHS erwarten für 2013 ein reales Wachstum des privaten Konsums von 0,7 Prozent.

Für die etwa 80.000 Handelsbetriebe lässt sich kein einheitliches Bild zeichnen. In jeder Branche gebe es Gewinner und Verlierer, auch die Größe sage nichts aus über Erfolg oder Misserfolg. Im Schnitt ist jedoch mehr als ein Viertel der Unternehmen überschuldet. Die Liquiditätssituation im Handel könne als nicht zufriedenstellend bezeichnet werden, beruft sich Lorentschitsch auf eine Untersuchung der KMU Forschung Austria.

(APA)

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