OeNB: Talsohle durchschritten - Wirtschaft wächst wieder

Nach einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes im vierten Quartal des Vorjahres wächst die Wirtschaft im heurigen ersten Quartal wieder. Die Aussichten für die Weltwirtschaft sind laut dem Konjunkturindikator der Nationalbank ebenfalls besser.

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Symbolbild Konjunktur – (c) AP (FRANK AUGSTEIN)

Für die heimische Wirtschaft sollte das Schlimmste vorbei sein. Die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich dürfte zu Jahresbeginn die Talsohle durchschritten haben und im ersten Quartal 2013 wieder um 0,2 Prozent wachsen, so das Ergebnis des aktuellen OeNB-Konjunkturindikators. Für das vierte Quartal 2012 hat die OeNB einen Rückgang für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,1 Prozent errechnet. Im Gesamtjahr 2012 ergab sich somit ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. Das ist deutlich weniger als 2011 oder 2010, als noch Wachstumsraten von 2,7 bzw. 2,2 Prozent erreicht werden konnten.

Die Prognose für das vierte Quartal wurde um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert, jene für das Gesamtjahr vom Dezember um 0,2 Prozentpunkte nach oben.

Für das erste Quartal 2013 rechnet die OeNB nunmehr mit einer moderaten Verbesserung der Export- und Investitionsdynamik. Dagegen sollte sich der private Konsum weiterhin nur verhalten entwickeln. Die stärkere Zunahme der Ausländerbeschäftigung sollte die Einkommensentwicklung bremsen. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte in den nächsten Monaten weiter steigen.

Aussichten für Weltwirtschaft besser

Die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich laut Nationalbank zuletzt etwas verbessert. Indikatoren wie der globale Einkaufsmanagerindex liegen sowohl für die Schwellenländer als auch für die USA wieder über der Wachstumsschwelle.

Zudem habe sich die Lage auf den Finanzmärkten weiter beruhigt. Dazu habe auch die vorläufige Einigung im Fiskalstreit in den USA beigetragen. Der enorme Konsolidierungsbedarf stelle jedoch nach wie vor einen Risikofaktor für die US-Konjunktur dar.

In Europa sind laut OeNB die positiven Impulse noch nicht in der Realwirtschaft angekommen. Die Wirtschaft im Euroraum sei im dritten Quartal mit minus 0,1 Prozent zwar weniger stark geschrumpft als erwartet, für das vierte Quartal werden aber stärker negative Wachstumszahlen erwartet.

Die Aussichten für das erste Quartal 2013 hätten sich zuletzt aber angesichts sinkender Risikoaufschläge in mehreren europäischen Krisenländern und verbesserter Stimmungsindikatoren - nicht zuletzt bei Österreichs wichtigstem Handelspartner Deutschland - etwas aufgehellt.

(APA)

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