Buwog: Grassers Geldkoffer-Version widerlegt?

18.01.2013 | 19:40 |   (DiePresse.com)

Der Ex-Finanzminister will von seiner Schwiegermutter eine halbe Million Euro in der Schweiz erhalten und im Geldkoffer nach Wien gebracht haben. Laut Staatsanwaltschaft war diese zu dem Zeitpunkt aber nicht dort.

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Die Staatsanwaltschaft bringt den früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Buwog-Verfahren laut einem Bericht des "Standard" (Samstag-Ausgabe) in Bedrängnis. Demzufolge will die Anklagebehörde herausgefunden haben, dass die vom Ex-Finanzminister vorgetragene Version, wonach er eine halbe Million Euro von seiner Schwiegermutter zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Schweiz erhalten und im Geldkoffer nach Wien gebracht habe, nicht stimmen könne. Der Grund: Zu dem von Grasser angegebenen Zeitpunkt habe sich Marina Giori-Lhota gar nicht in der Schweiz befunden, so die Staatsanwaltschaft der Zeitung zufolge.

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Das sei deshalb relevant, weil die Justiz vermute, dass es sich bei dem Geld um Provisionen aus dem Buwog-Verkauf handle. Die Staatsanwaltschaft beruft sich laut dem Akt auf Aufzeichnungen von Giori-Lhota über ihre Aufenthalte, die diese aus steuerlichen Gründen führe.

Grasser bleibe bei seinen Angaben zum Geldtransfer, und sein Anwalt erklärte, die Angaben der Schwiegermutter müssten nicht stimmen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Grasser vier Stunden lang einvernommen

Mehr als vier Stunden wurde Grasser laut der Zeitung in der Woche vor Weihnachten, am 18. Dezember, von Staatsanwalt Gerald Denk einvernommen, die Abschrift soll 93 Seiten dick sein. Dabei sei der frühere Finanzminister bei seiner Verteidigungslinie geblieben: Die Buwog-Vorhalte seien falsch, für die Steuerkonstruktion sei sein Steuerberater zuständig. Deshalb sei es jetzt am Freitag noch einmal zu einem finalen Parallelverhör von Grasser und Berater Peter H. von der Gruppe Deloitte gekommen.

2005 hatte Grasser nach eigenen Angaben in der Schweiz 500.000 Euro von seiner Schwiegermutter Giori-Lhota erhalten und im Geldkoffer zur Meinl Bank nach Wien gebracht. Die bereits legendäre Begründung: „Meine Schwiegermutter wollte damit meine Geldveranlagungsfähigkeit als damaliger Bundesminister für Finanzen testen."

Gekauft wurden Vorzugsaktien der Leasing-Tochter der Hypo Alpe Adria. Der damals noch als Finanzminister tätige Grasser habe, so die Zeitung, 274.588 Euro Gewinn erzielt; Geld und Ertrag seien mittelbar auf ein liechtensteinisches Konto des Karibik-Briefkastens Mandarin überwiesen worden - jene Zahlstelle, an die auch Grassers Trauzeuge Walter Meischberger 1,5 Mio. Euro aus Buwog-Provisionen überwiesen habe.

Kein Treffen mit Schwiegermutter?

In akribischer Kleinarbeit habe die Staatsanwaltschaft nun durch Vergleiche von Grassers Kreditkartenabrechnung u.a. betreffend Flüge und die von Giori-Lhota aus steuerlichen Gründen geführten Aufzeichnungen über ihren Aufenthalt neue Widersprüche entdeckt, so der "Standard": Denn zu dem von Grasser angegeben Zeitpunkt der Geldübergabe sei die Frau demnach gar nicht im Schweizer Steuerparadies Zug gewesen. Grasser habe daher „im ersten Halbjahr 2005 nicht die Möglichkeit gehabt, seine damals zukünftige Schwiegermutter in der Schweiz zu treffen".

Grasser: "Sehe das sehr entspannt"

Grasser wehrt sich gegen die Vorwürfe. Dass Marina Giori-Lhota zum angegebenen Zeitpunkt gar nicht in der Schweiz gewesen sein soll, könne man "definitiv ausschließen", erklärte er laut einer Vorabmeldung der Tageszeitung "Österreich" (Sonntag-Ausgabe).

"Ich sehe das völlig entspannt. Ich weiß, dass ich in Zug (Schweiz) bei meiner Schwiegermutter am Esstisch gesessen bin und das Geld dort übernommen habe", so Grasser. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, die dabei Provisionen aus dem Buwog-Verkauf vermutet, seien völlig absurd.

"Meine Verfolger haben sich nicht entblödet, jetzt, sieben Jahre nach der ganzen Geschichte, ein sogenanntes Bewegungsprofil zu machen, wo ich und meine Schwiegermutter vor sieben Jahren überall gewesen sein sollen", so Grasser laut der Vorabmeldung. Dass seine Schwiegermutter damals nicht in der Schweiz war, könne man "definitiv ausschließen". "Ich weiß, dass ich das Geld persönlich in der Schweiz übernommen habe und es gibt meine Frau als Zeugin dafür."

Das Thema Schwiegermutter-Geld sei bei seiner Einvernahme am 18. Dezember und vergangenen Freitag im Übrigen "ein absolutes Randthema" gewesen: "Zwei Fragen in mehr als neun Stunden Einvernahme." Es sei ansonsten nur um das Finanzstrafverfahren gegangen. Den Vorwurf der Steuerhinterziehung wies Grasser erneut zurück.

(APA)

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66 Kommentare
 
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also ich finds lustig:

"in meinem tagebuch steht aber, dass ich an dem tag sowas von gar nicht in der schweiz war. hab ich selber aufgschriem, muss also wahr sein!"


so wird aus dem sackerl

ein koffer.

ich nehme mal an, der Karli hat durch die Aussicht auf schnellen Gewinn

seine Schwiegermutter mit seiner Frau verwechselt.

Der ex-ideale Schwiegersohn der Nation

hat nicht nur mit dem Geld der Schwiegermutter zu tun, sondern gleich mehrere anhängige Verfahren am Hals. (Steuerhinterziehung, Machtmissbrauch, Freundelwirtschaft, Korruption) Wie gesagt, bis zu rechtskräftige Verurteilung gilt auch für den Glitzer-boy die Unschuldvermutung, welche bis dato auch für E. Strasser gilt.

Der Schärdinger

Was lernen wir daraus?
Nicht dort das Kreuzl machen, wo solche Volkszertreter hervorgebracht werden.

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Re: Der Schärdinger

Bei Euch mach ichs aber schbon gar nicht, da fress ich lieber den Stimmzettel, Du Molkereier.

Wow!

Die SchwieMu hat den Koffer also gar nicht persönlich übergeben: SUPER Ermittlungsstand für 5 Jahre intensive Arbeit!

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Re: Wow!

Sie werden noch länger ermitteln, wseil sie brauchen das, die Politi- und Medienjustizler, zur Ablenkung von unserer Koalition und den Steuererhöungenb, und den Schuldenbergen.

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Und jetzt graben wir zum Abwechslung wieder einmal den Fall Grasser aus,

damit wir die Taten, Schulden und Drehereien unserer Regierungen vergessen, vor allem die Salzburger "Spekulationsgewinne" und damit wir uns an unserer Medien- und Politjustiz erfreuen können, und an den Sprüchen der Wiener Richter über Kuhdörfer, sowie über die Freisprüche bei der BAWAG.

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Re: Und jetzt graben wir zum Abwechslung wieder einmal den Fall Grasser aus,

Ach ja, eines hätte ich fast vergessen, blöd ist der Grasser wirklich nicht, denn von agent provocateur-Methoden hat er sich zum Ärger der Wiener Justiz bisher nicht hineinlegen lassen.

Re: Re: Und jetzt graben wir zum Abwechslung wieder einmal den Fall Grasser aus,

Blöd vielleicht nicht, aber letztlich ist der Mann erledigt, wer nimmt sich den noch ...?

Re: Re: Und jetzt graben wir zum Abwechslung wieder einmal den Fall Grasser aus,

er hat halt Glück gehabt. An ihm zeigten die Geheimdienste kein Interesse.

Die Kriminalität im öffentlichen Bereich hat unter Schüssel und Grasser einen bis dahin in Österreich nie gekannten Höhepunkt erreicht

So viel hätte der Karl-Heinz Grasser gar nicht beiseite bringen können, wie ihm jetzt den Inn hinunter schwimmen dürfte, sollte es tatsächlich zutreffen, dass seine Schwiegermutter ihre Tochter, seinen Ehegespons, bei der Verteilung ihres Vermögens übergeht.
Allerdings könnte das auch ein Anzeichen dafür sein, dass die Ratten beginnen, das sinkende Schiff zu verlassen. Der Sonnyboy und Schüssels Freund ist längst schon zu einer Belastung für den Swarovsky-Clan geworden. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann eben auch dort gehen.
Man wunderte sich ohnehin schon, dass diese Familie so viel Geduld mit diesem Emporkömmling zeigte, wenn sogar Schüssel schon erkennen musste, dass ihm Haider mit Grasser ein faules Ei ins Nest gelegt hat.
Grasser hat nämlich auch die ohnedies spärlichen Leistungen Schüssels in den Dreck gezogen, sodass sie beide in den noch zu schreibenden Geschichtsbüchern nur Fußnoten sein werden, was ihre Leistungen für Österreich betrifft.
Prominent beschrieben wird jedenfalls aber die Rolle Grassers werden, die er in der Wirtschafts-Kriminalität Österreichs spielte, die unter ihm und Schüssel einen bis dahin in Österreich nie gekannten Höhepunkt erreichte.
Wenn man Grasser auch nicht allzu viel nachweisen können wird, so stinkt doch vieles zum Himmel, wofür er und Schüssel sich feiern ließen. Dies muss man feststellen können, ohne die Unschuldsvermutung über Gebühr strapazieren zu müssen.

...

Mich würde ja interessieren was Frau Giori-Lhota zu ihrem Aufenthaltsort zu Protokoll gegeben hat. Unter Wahrheitspflicht!? Wir haben es hier ja nicht mit gestohlenen Kaugummis zu tun.

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Geldkoffer

Herr Grasser den nächsten Geldkoffer können ruhig bei mir lassen.

5 10

Schwaches Ergebnis der 4-jährigen Linksbuckelei

Geh, liebe Staatsanwaltschaft, wenn das alles ist, was euch nach 4 Jahren vorauseilendem Linksgebuckel und jetzt sogar im Besitz der geheimnisvollen Liechtenstein-Akten einfällt, dann ist das ein bissl schwach.
Wenn die Schwiegermutter in der Schweiz einen Wohnsitz hat (und den hat sie), dann kann sie dort ruhig auch mal abwesend sein. Deswegen kann dort ihr Schwiegersohn trotzdem was abgeholt haben, wenn das so vereinbart war, oder?
Im übrigen kann sich die Schwiegermama als nahe Angehörige auch der Aussage entschlagen. Wenn sie's aber nicht tut und das bestätigt was der Grasser sagt?
Und wenn sie sich entschlägt, dann heisst das auch noch nicht, dass das nicht stimmt was der Schwiegersohn sagt.

Re: Schwaches Ergebnis der 4-jährigen Linksbuckelei

Ich bin ihrer Meinung, die roten Striche zeigen nur die Wirksamkeit der Medienverurteilung. Ich hoffe für alle roten "Strichabgeber", dass sie nie selber von der Medienjustiz verfolgt werden.

Der Schärdinger

KH. Kassa hat also einen Koffer abgestellt und unsere Justiz wird sagen, das stinkt nicht genug!
Noch weitere Fragen?

Wenn

Wenn Grasser, Liechtenstein und die Schweiz und die Schwiegermutter endlich mit allen Daten herausrücken würden, dann wäre Grasser längst entlarvt und sein ganzes Lügengebäude wäre zusammengebrochen. Ich habe immer noch nicht meine Hoffnung in die österr. Justiz aufgegeben!!!!

Die Schwiegermutter-Witze...

sind dank KHG / Ainedter um eine glitzernde Facette reicher....

Wenn ich

eine halbe Mill. (schwarz?) "übergeben" würde, würde ich mir auch einen Strohmann suchen und es nicht selber tun. Somit ist das nicht unbedingt ein Beweis bzw. bleibt zu hoffen, dass die STA mehr im Talon hat.

abkassiert...

Traurig welche skrupellosen leute bei uns in der politik tätig waren und noch immer sind! Fast "Alle "bereichern sich,sind unkompetent,lügen znd tretten dann zurück! Schande über Euch,das ist Landesverrat und gehört vieeeeel härter bestraft...Die lachen sich doch ins fäustchen und verhöhnen uns!!!

ich bin fest überzeugt, dass die Justiz...

...dies absichtlich macht, damit die Familie den Grasser vor die Tür setzt, widerruft die Schwiemu
Ihre Aussage hat der Karl Heinz ein Problem. Man sollte nicht denken, dass die STA dumm ist, die wissen schon, was und vorallem wie es zu machen ist, damit er seine Strafe bekommt!

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Re: ich bin fest überzeugt, dass die Justiz...

Die Staatsanwaltschaft ist vielleicht nicht dumm, wenn sicher keine Spitzenjuristen hat. Aber zu Ihren komplizierten Überlegungen ist sie sicher unfähig

ganz einfach

Keine steinchen und auch keine kleider mitnsteinchen kaufen

der rest löst sich von selbst

Die Schwiegermutter ist nicht dumm

Denn die hätte jetzt nämlich eine feine Falschaussage auf dem Buckel. Ehrlich wärt halt doch am längsten. Das sollte sich auch die 4er Bande hinter die Ohren schreiben.
Ich frage mich sowieso wie lange der Swarowsky-Clan da noch zu schaut.

 
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