Styrian Spirit: Ex-Hypo-Manager wieder vor Gericht

21.01.2013 | 06:39 |   (DiePresse.com)

Beim zweiten Untreue-Prozess um die Pleite-Fluglinie ist der angeklagte Ex-Prokurist Ruhdorfer überraschend nicht erschienen. Der OGH hatte die Freisprüche aufgehoben.

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Am Montag hat am Klagenfurter Landesgericht die Neuauflage des Untreue-Prozesses um die pleitegegangenen Fluglinie Styrian Spirit mit einer Überraschung begonnen. Der angeklagte Ex-Prokurist Albin Ruhdorfer war nicht erschienen, er soll sich in Villach im Krankenhaus befinden. Das Verfahren gegen Ruhdorfer wurde von Richter Christian Liebhauser-Karl ausgeschieden. Außerdem müssen sich Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer und Ex-Hypo-Österreich-Chef Gert Xander wegen des Vorwurfs der Untreue verantworten. Es geht um zwei Millionen Euro, welche die Hypo Alpe Adria Bank der Fluglinie ohne Besicherung geliehen hatte.

Verteidiger fordern neuerlich Freispruch

Die Verteidiger der anwesenden angeklagten Ex-Hypo-Manager, Wolfgang Kulterer und Gert Xander, forderten einen Freispruch. Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker erklärte in seinem Eröffnungsstatement, dass die Schuld für das Milliarden-Debakel bei der BayernLB, die die Hypo gekauft hatte, liege. Gernot Murko, Verteidiger von Gert Xander, erklärte, dass es an der wirtschaftlichen Situation der Hypo, die zu diesem Zeitpunkt Kredite in der Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro vergeben gehabt hatte, nichts geändert hätte, wenn dieser Kredit nicht gewährt worden wäre. Xander selbst hat seine Mitangeklagten Kulterer und Ruhdorfer belastet. Vieles im Zusammenhang mit der Kreditvergabe an die Airline sei zwischen diesen beiden direkt abgewickelt worden, erklärte er.

Ob er eine Motivation dahinter vermute, fragte Richter Christian Liebhauser-Karl. Das sei die Arbeitsweise von Kulterer (damals Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo Österreich und Vorstandsvorsitzender der Hypo International) gewesen, dieses direkte Zugehen, sagte Xander. Ruhdorfer (damals Bereichsleiter in der Hypo Österreich) und Kulterer hätten über Jahre hinweg intensiven Kontakt gehabt.

OGH verwies Fall an Erstgericht zurück


Ruhdorfer wird, wie Ex-Hypo-Vorstandschef Wolfgang Kulterer und Ex-Hypo-Österreich-Chef Gert Xander, von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, der maroden Fluglinie Styrian Spirit zwei Millionen Euro Kredit ohne Besicherung gewährt zu haben. Im März 2011 hatte Richter Norbert Jenny die Angeklagten freigesprochen, die Urteile waren im vergangenen Jahr vom Obersten Gerichtshof aufgehoben worden. Das Verfahren wurde ans Erstgericht zurückverwiesen. Das Verfahren begann mit den Ausführungen des Staatsanwaltes über die Verfehlungen der Angeklagten, wann der Schöffensenat über die Anträge von Ruhdorfers Verteidiger entscheiden würde, war vorerst unklar.

(APA)

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3 Kommentare

interessante argumentation

"Murko, Verteidiger von Gert Xander, erklärte, dass es an der wirtschaftlichen Situation der Hypo, die zu diesem Zeitpunkt Kredite in der Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro vergeben gehabt hatte, nichts geändert hätte, wenn dieser Kredit nicht gewährt worden wäre".

Angenommen, jemand würde Herrn Mateschitz um 2 Mio. Euro betrügen, bestehlen oder veruntreuen und käme dann vor Gericht. Wäre die Verteidigungslinie dann auch dergestalt, dass sich an der wirtschaftlichen Situation von Herrn Mateschitz nichts geändert hätte?


der rettende Trick

Hypo Alpe Adria hat gar keine 2 millionen euro aufgebracht die sie verliehen hat.

die 2 millionen euro kamen gar nicht aus der kasse der bank

es handelt sich um privates geld,welches über die bank vergeben wurde.

"Die Kreditvergabe erfolgte ohne schriftliche Patronanzerklärung des Landes"(orf)-ein land das sich offenbar für sehr wichtig hält,vorallem kein interesse,der fluglinie finanzhilfe zukommen zu lassen,nicht einmal wenn es "geschenkt" wäre.

fazit
die bank die gewiss ein korrektes buch führt um ihre Gelder bräuchte nur prüfen ob ihnen 2 millionen euro fehlen,was garantiert nicht sein kann,ausser es hat sich jemand wiederum aufgrund des wissens um diese angelegenheit auf diese summe hin bedient.

welche auflagen für die 2 mio selbst vorgelegen wären nicht zur debatte stehen dürften,immerhin die bank keine sicherheiten für kein geld eigenes das hergegeben wurde verlangen konnte.

Re: der rettende Trick

es ist mir nur ein mysterium wie diese personen zur anklage kommen deswegen -war es der eigene bankchef-der demnach gewiss "gute gründe" dafür haben müsste? (2 mio euro,die eben "ganz offensichtlich" fehlen meine herren)

3 mio euro soll das land selbst der fluglinie geliehen haben-was stimmen dürfte,die angabe machte der landeschef schon bevor die 2mio vergeben wurden.

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