Styrian Spirit: Ex-Hypo-Manager wieder vor Gericht

Beim zweiten Untreue-Prozess um die Pleite-Fluglinie ist der angeklagte Ex-Prokurist Ruhdorfer überraschend nicht erschienen. Der OGH hatte die Freisprüche aufgehoben.

Styrian Spirit ExHypoManager wieder
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Styrian Spirit ExHypoManager wieder
(c) APA (MARKUS LEODOLTER)

Am Montag hat am Klagenfurter Landesgericht die Neuauflage des Untreue-Prozesses um die pleitegegangenen Fluglinie Styrian Spirit mit einer Überraschung begonnen. Der angeklagte Ex-Prokurist Albin Ruhdorfer war nicht erschienen, er soll sich in Villach im Krankenhaus befinden. Das Verfahren gegen Ruhdorfer wurde von Richter Christian Liebhauser-Karl ausgeschieden. Außerdem müssen sich Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer und Ex-Hypo-Österreich-Chef Gert Xander wegen des Vorwurfs der Untreue verantworten. Es geht um zwei Millionen Euro, welche die Hypo Alpe Adria Bank der Fluglinie ohne Besicherung geliehen hatte.

Verteidiger fordern neuerlich Freispruch

Die Verteidiger der anwesenden angeklagten Ex-Hypo-Manager, Wolfgang Kulterer und Gert Xander, forderten einen Freispruch. Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker erklärte in seinem Eröffnungsstatement, dass die Schuld für das Milliarden-Debakel bei der BayernLB, die die Hypo gekauft hatte, liege. Gernot Murko, Verteidiger von Gert Xander, erklärte, dass es an der wirtschaftlichen Situation der Hypo, die zu diesem Zeitpunkt Kredite in der Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro vergeben gehabt hatte, nichts geändert hätte, wenn dieser Kredit nicht gewährt worden wäre. Xander selbst hat seine Mitangeklagten Kulterer und Ruhdorfer belastet. Vieles im Zusammenhang mit der Kreditvergabe an die Airline sei zwischen diesen beiden direkt abgewickelt worden, erklärte er.

Ob er eine Motivation dahinter vermute, fragte Richter Christian Liebhauser-Karl. Das sei die Arbeitsweise von Kulterer (damals Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo Österreich und Vorstandsvorsitzender der Hypo International) gewesen, dieses direkte Zugehen, sagte Xander. Ruhdorfer (damals Bereichsleiter in der Hypo Österreich) und Kulterer hätten über Jahre hinweg intensiven Kontakt gehabt.

OGH verwies Fall an Erstgericht zurück


Ruhdorfer wird, wie Ex-Hypo-Vorstandschef Wolfgang Kulterer und Ex-Hypo-Österreich-Chef Gert Xander, von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, der maroden Fluglinie Styrian Spirit zwei Millionen Euro Kredit ohne Besicherung gewährt zu haben. Im März 2011 hatte Richter Norbert Jenny die Angeklagten freigesprochen, die Urteile waren im vergangenen Jahr vom Obersten Gerichtshof aufgehoben worden. Das Verfahren wurde ans Erstgericht zurückverwiesen. Das Verfahren begann mit den Ausführungen des Staatsanwaltes über die Verfehlungen der Angeklagten, wann der Schöffensenat über die Anträge von Ruhdorfers Verteidiger entscheiden würde, war vorerst unklar.

(APA)

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