Gewerkschaft will Umdenken zu kürzeren Arbeitszeiten

21.01.2013 | 13:12 |   (DiePresse.com)

Dem Mitterlehner-Vorstoß in Richtung flexiblere Arbeitszeiten wird eine Abfuhr erteilt. Überstunden müssten teurer werden, sagt die Gewerkschaft.

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Die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA-djp halten nichts vom Vorstoß von VP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner für flexiblere Arbeitszeiten mit längeren Durchrechnungsmöglichkeiten und längeren Tageshöchstarbeitszeiten. "Diese Vorschläge sind weder familienfreundlich noch bedeuten sie eine sinnvolle Flexibilisierung. Fakt ist, dass Österreich bei langen Arbeitszeiten im absoluten Spitzenfeld in Europa liegt", so Pro-Ge-Vorsitzender Rainer Wimmer und der stellvertretende GPA-djp-Geschäftsführer Karl Proyer gemeinsam in einer Aussendung.

Sie wollen eine Reduzierung von regelmäßigen Überstunden, "um die Beschäftigung in Österreich zu erhöhen". Das gehe nur, wenn Überstunden für Arbeitgeber teurer würden, um deren Attraktivität zu senken. Es sei Zeit für ein Umdenken in Richtung kürzere Arbeitszeiten.

Flexibiliserung nur "Vorwand" für Kosten

Bei den Flexibilisierungswünschen der Arbeitgeber gehe es nicht ums Abdecken von Arbeitsspitzen, sondern um die Kosten regelmäßiger Überstundenleistungen der Beschäftigten. Unter dem "Vorwand" der Flexibilisierung sollten die Überstunden für die Wirtschaft billiger gemacht werden, vermuteten die Gewerkschafter, was für die Arbeitnehmer längeres Arbeiten für weniger Geld bedeute. "Dies ist weder unter wirtschaftlichen noch unter gesundheitlichen Aspekten sinnvoll. Lange Arbeitszeiten machen krank und verhindern, dass mehr Leute in Beschäftigung kommen", meinten Wimmer und Proyer.

Die wesentlichen Punkte wären, so begrüßt Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, die Möglichkeit längerer Durchrechnung und eine Lockerung der Tageshöchstarbeitszeit von 10 Stunden etwa für Projektarbeiten. Bekanntlich hat sich weltweit das Just-in-Time-Konzept in Logistik, Produktion und Distribution durchgesetzt. Kürzere Produktlebenszyklen, sich rasch ändernde Kundenpräferenzen und globaler Wettbewerbsdruck fordern rasche Reaktion und Flexibilität.

Wich


(APA)

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15 Kommentare

Bestrafung von Leistungserbringung?

Genau das ist es was die Gewerkschaften von den Menschen der Realwirtschaft wollen.

Es ist doch Heute schon so, dass bei Überstundenleistungen die Staatlichkeit mit den Abgaben überdurchschnittlich profitiert. Weder der Mitarbeiter, welcher die Leistung erbringt, noch das Unternehmen, haben die Vorteile.

Die Gewerkschaften haben starke Ambitionen die Leistungserbringung der Menschen aus der Realwirtschaft (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) zu bestrafen. Die Gewerkschaften haben den Wahnsinn des Feindbildes "Leistungsanforderung und Leistungserbringung" voll verinnerlicht.

Weil aber jede Gesellschaft eine ordentliche Leistung zur eigene Versorgung braucht, eventuell zur Schaffung von Wohlstand, gehen die Gewerkschaften den Weg der Massenarmut. Wenn die Leistungen zur Versorgung der Gesellschaft immer mehr fehlen, dann muss es Armut geben.

Diese Gewerkschaften stehen so gewaltig daneben, dass diese die grausigen Ruhegenüsse und Betriebspensionen gar nicht als menschenrechtswidrig und gesellschaftsschädigend erkennen können. Dabei liegt es doch auf der Hand, dass eine reife Gesellschaft die Leistungen für die Gesellschaft ordentlich bezahlt und so eine bessere Versorgung provoziert.

Die Bezahlung der Ruhegenießer und Betriebspensionäre mit mehr als +100% zu den Durchschnittslöhnen von Arbeiter, bei Nullleistung, die kann die Versorgung nur gefährden.

Die Gewerkschaften mit aktiven Vergehen gegen die Menschenrechte und Provoaktion von Massenarmut (der Anderen?)?

Arbeitsplätze

Wie viele Arbeitsplätze hat die Gewerkschaft eigentlich schon geschaffen?

Re: Arbeitsplätze

die Aufgabe einer Gewerkschaft ist auch nicht Arbeitsplätze zu schaffen!

Re: Re: Arbeitsplätze

aber vernichten auch nicht!!!

Erstaunt

Ich bin immer wieder erstaunt darüber wie jene, die das Geld, welches verteilt wird, erarbeiten, immer schlecht gemacht werden.
Es gibt Länder in denen man stolz ist auf die Leistungsträger, nicht so in Österreich.Traurig.

Realitätsfern

Die Gewerkschaften leben halt nicht in der Realität.Wie soll jemand, der sein Leben lang in einem geschützten Bereich tätig ist, von der Privatwirtschaft eine Ahnung haben?

Wie gut

das "gewerkschaftliche Modell" ist - besser gesagt war - kann man am Untergang des KONSUMs noch jahrelang studieren....

arbeit wird immer auf weniger verteilt

versuchen sie doch heute noch eine anstellung ohne all in oder einer überstundenpauschale zu bekommen. Da wird alles reingeschoben. Ob dann die zusätzlich arbeit notwendig oder wichtig ist, fragt keiner, weil ist ja bereits bezahlt

Re: arbeit wird immer auf weniger verteilt

war ja zum voraussehen. Denn die Lohnnebenkosten werden immer höher dank der Gewerkschaft. Die sind selbst der größte Arbeitsplatzvernichter.

Gewerkschaften...

sind ewig gestrige. Die haben noch immer nicht erkannt, dass sich die Bedingungen in der Wirtschaft radikal geändert haben. Die Arbeiten zum Teil gegen ihre Zwangsmitglieder.

Ewiggestrige...

Leistung muss bestraft werden und wer mehr leistet muss doppelt bestraft werden. Die Gewerkschaftshyänen sind unser Untergang.

Gewerkschaften verbieten!!!

Gewerkschaft und umdenken - LOOL

Propagieren etwas seit 50 Jahren dass immer nur mehr schulden und Arbeitslose gebracht hat (siehe Frankreich) und dann reden sie von "Umdeneken".


Mit den Arbeitnehmerrechten

geht es nur mehr abwärts.

Alles wofür unsere Vorfahren und Eltern gekämpft haben, das alles wird seit Jahren verwässert. Jedes Mal wird ein Teil der Recht abgeschnitten und das wahrscheinlich so lange bis wir wieder Zuständer wie vor 200 Jahren.
Auf einer Seite die Feudalherren und auf der anderen die arbeitenden, bittstellenden Sklaven.

Re: Mit den Arbeitnehmerrechten

ganz Ihrer Meinung... feudalistische Gewerkschaften verbieten und das ergaunerte Vermögen untern Arbeitenden verteilen..

Re: Re: Mit den Arbeitnehmerrechten

In was für einem paralleluniversum macht das denn Sinn was Sie da schreiben?
Was haben Gewerkschaften (Mitgliedschaft freiwillig) mit Gaunerei zu tun? Und vor allem: Was bitte ist daran "feudal"?
Im Endeffekt bestätigt der Artikel (ganz offensichtlich unfreiwillig) die "Vermutung" der Gewerkschafter - oder was sonst bitte haben denn längere Durchrechnunszeiträume zur Folge? Achso, Senkung der Überstundenkosten, hüstel, netter Nebeneffekt, hüstel, hüstel, globale Wettbewerbsfähgigkeit, eh schonwissen...

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