Razzien bei Spar: Preisabsprachen?

31.01.2013 | 17:47 |   (Die Presse)

Spar wird verdächtigt, mit Lieferanten und Händlern illegale Preisabsprachen getätigt zu haben. Die Bundeswettbewerbsbehörde durchsucht die Zentrale in Salzburg. Das weckt Erinnerungen an die Aktionen bei Rewe.

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Salzburg/ES/AG. Der österreichische Lebensmittelhandel ist schon seit geraumer Zeit ein dankbares Jagdrevier für die Wettbewerbshüter. Allein im vergangenen Jahr wurden von insgesamt 40 Hausdurchsuchungen 15 im Lebensmitteleinzelhandel durchgeführt. Jetzt ist Spar an der Reihe. Wegen „begründeten Verdachts auf Preisabsprachen“ durchsucht die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) seit Mittwoch die Spar-Firmenzentrale in Salzburg.

Vorwiegend „vertikale Preisabsprachen“, also solche zwischen Händlern und Lieferanten, aber auch horizontale Absprachen unter Händlern werden vermutet. Bei welchen Produkten der Verdacht besteht, dass der Preis durch die Absprachen künstlich hoch gehalten wird, gibt die BWB nicht bekannt. Es handle sich jedenfalls um Produkte „quer durch die Bank“ und nicht ausschließlich um Lebensmittel, wie der „Presse“ bestätigt wurde.

Dementsprechend umfangreich seien die Untersuchungen. Die BWB geht davon aus, dass die Hausdurchsuchungen bis zur nächsten Woche andauern werden. Spar hielt am Mittwoch in einer schriftlichen Stellungnahme fest, dass man „selbstverständlich alles, was gefordert ist, offenlegen“ werde. Alle betroffenen Spar-Mitarbeiter seien „entsprechend instruiert“. Man gehe davon aus, dass es sich um eine der vielen Überprüfungen handle, die die BWB jedes Jahr in allen Wirtschaftsbereichen durchführt.

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Rewe will sich mit BWB einigen

Wie fruchtbar der Boden im Lebensmittelhandel für die BWB ist, zeigt die jüngste Vergangenheit. Im Februar vergangenen Jahres gab es ein ähnliches Szenario beim Lebensmittelkonzern Rewe, zu dem die Märkte Billa, Merkur, Bipa, Penny und Adeg gehören.

Wie nun Spar steht auch Rewe nach wie vor unter Verdacht, Preise mit Lieferanten und Konkurrenten abgesprochen zu haben. In einem „Sternkartell“ sollen sich die beteiligten Rewe-Händler gegen die Zusage eines fixen Einkaufspreises verpflichtet haben, Produkte nicht unter einem bestimmten Preis zu verkaufen. Vier Wäschekörbe mit Akten und etwa 2500 Gigabyte an Daten haben die BWB-Mitarbeiter damals in acht Tagen zusammengetragen. Das Kartellgerichtsverfahren gegen Rewe ruht jedoch. Rewe und die BWB führen Gespräche, die auf eine außergerichtliche Einigung abzielen. Auch einige kleinere Fische, die Vorarlberger Supermarktkette Sutterlüty und den Tiroler Lebensmittelhändler MPreis, hat sich die BWB letztes Jahr vorgeknöpft. Doch nicht nur der Lebensmittelhandel wird gefilzt. Kürzlich gab es auch bei der Elektrokette Mediamarkt/Saturn eine dreitägige Razzia. Wiederum wegen Verdachts auf vertikale Preisabsprachen.

Dass es teuer werden kann, wenn sich der Verdacht auf illegale Absprachen bestätigt, zeigte sich am Mittwoch in Deutschland. Dort verhängte das Bundeskartellamt über elf Süßwarenhersteller, darunter Kraft Foods, Ritter, Nestlé und Bahlsen, Bußgelder in der Höhe von rund 60 Millionen Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2013)

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26 Kommentare
 
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Knusperli Vitality Müsli

2012 von 2,99 auf 3,19 zeitgleich bei Billa, Merkur und Spar!
Nocheinmal Ende 2012 von 3,19 auf 3,39 zeitgleich bei Billa, Merkur und Spar!

Bei der Drogerie Müller bis heute immer noch 2,95!

Re: Knusperli Vitality Müsli

Und Müller verkauft mit seine paar Filialen nie und nimmer auch nur annähernd soviele Packungen wie Rewe und Spar und kann trotzdem billiger sein!

und was wird rauskommen?

Wie immer nix

na so eine Überraschung

da muss man doch nur ab und zu die Prospekte der unterschiedlichen Lebensmittelgeschäfte vergleichen!

Re: na so eine Überraschung

Jeder kann die Aussendungen der Konkurrenz lesen. Er bekommt sie von der Post ins Haus geliefert.

Re: Re: na so eine Überraschung

ja deswegen wunderts mich ja dass die BWB erst jetzt munter wird.

ich kann mich nur erinnern...

..., dass bereits vor jahren in zusammenhang mit einer teuerungswelle, von der vorangegangenen krise abgesehen, von einer unerklärlichen differenz im bereich des einzelhandels gesprochen wurde. es bestand der verdacht, dass zzgl. zu den wirtschaftsbedingten teuerungen hier nach absprachen noch einmal aufgeschlagen wurde, woraufhin die einschaltung des kartellanwalts gefordert wurde - dies hat bartenstein als wm aber geflissentlich ignoriert...

Absprachen

Bei Spar und Billa und Spar und Merkur sind oftmals Preise diverser Waren identisch und das schon seit Jahren!

Re: Absprachen

Ich habe schon oft die Chefin des hiesigen SPAR beim BILLA mit dem Wagerl gesehen. Die braucht nur ihre Rechnung in den Computer einzutippen.

Und die Filialen sind mit der Zentrale in Sbg vernetzt.

Re: Re: Absprachen ... die Chefin des hiesigen SPAR?

Sie meinen die Marktleiterin?
.
Ausflüge solcher Wichtigtuerinnen haben keinerlei Bedeutung. Die Art von Managertum vertreibt sich nur die Zeit, Entscheidungen werden auf anderen Ebenen getroffen!

Re: Re: Re: Absprachen ... die Chefin des hiesigen SPAR?

Aber die Marktleiterin liefert die Daten.

Der Inhalt meines Postings bedeutet: es ist kein Kontakt und keine Absprache der Manager notwendig.

Re: Re: Re: Re: Rechthaber..2:

Die Konzernleitung nimmt gar nicht zur Kenntnis, was da die übereifrige Marktleiterin sich anmaßt; sie soll sich an der Frischwarenvitrine der welken Salatblätter annehmen; um Personal- und andere Agenden kümmert sich die Gebietsleiterin und nicht einmal diese ist den Managern im Gedächtnis!

Re: Re: Re: Re: Absprachen ... die Chefin des hiesigen SPAR?

Sie sind falsch hier! Hier ist meistens kein Platz für sachliche Argumentation, sondern nur für die Auswüchse eines wütenden Mobs.
Tut mir leid!

Re: Absprachen

Wie denken Sie entstehen diese Preise? Die Firmen zahlen den gleichen Einkaufspreis und haben in etwa die selbe Gewinnspanne. Gehen Sie mal im Ausland einkaufen. In keinem Land werden Sie die Preise bei dem Niveau, das die Geschäfte hierzulande haben, finden.

Hm...

Billa verkauft die Dose Burn um 69€c, Spar um 99€c.

Aber Milchschnitten kosten im 5er Pack hier und dort 159€c.

Oder die 2l-Flasche Fanta, in beiden Geschäften 199€c - schon komisch.

(ansonsten hab ich keine Ahnung, da ich kaum zum Billa komme)

Re: Hm... der Meinl im Graben :-)))

vonwegen (mitnichten): ... ansonsten keine Ahnung!

Re: Hm...

Die werden wohl einen gleichen Einkaufspreis bei den milchschnitten haben (alles andere wäre auch verboten ) und ihre Gewinnspanne ist auch gleich gross. Dafür gibts halt bei anderen Produkten wie Obst etc wo sie unterschiedliche Lieferanten haben Preisunterschiede.

Re: Re: Hm...

Warum sollten unterschiedliche Einkaufspreise verboten sein?

Wenn KINDER ihre Schokolade an Rewe billiger verkauft ist das verboten.

:-)

Re: Wenn KINDER ihre Schokolade an Rewe billiger verkauft ist das verboten.

Blödsinn.

Re: Re: Wenn KINDER ihre Schokolade an Rewe billiger verkauft ist das verboten.

Klar wird es für ReWe und Spar andere Einkaufspreise geben. Einkaufspreise hängen von der Menge der abgenommenen Ware ab, von vereinbarten Zahlungs- und Lieferbedingungen, etc.

Re: Wenn KINDER ihre Schokolade an Rewe billiger verkauft ist das verboten.

Nein. Warum sollte es das? Es gilt Privatautonomie in Österreich.

Die Angebote der Telefonanbieter

sollten auch untersucht werden. Diese gleichartige Beschränkung auf 64 Kilobit/sec der Datenübertragungsgeschwindigkeit sieht so gar nicht nach Wettbewerb aus.

Die Angebote der Telefonanbieter


Man erinnere sich , dass Ende der 90er Jahre sms gratis versendet werden konnten.

Dann haben schwuppdiwupp alle Anbieter plötzlich Gebühren verlangt; und zwar extrem überteuerte Gebühren, wenn man bedenkt, dass eine Sms vielleicht einmal 2kByte umfasst.

Und vor einiger Zeit kam schwuppdiwupp die Servicegebühr.

Vor kurzem hat dann YESS die Minutengebühr um satte 70% erhöht. Was natürlich gar nichts mit der bevorstehenden Übernahme durch A1 zu tun hatte.

Österreich das Land der Wettbewerbsverhinderung und Wettbewerbsvermeidung.

Die Bequemlichkeit ist überall der Anfang allen Übels.

Im Supermarkt ebenso wie im Arbeitsmarkt und in den Ämtern auch.

"Preisabsprachen" sollte tunlichst der (eu-)staat -

wieder einführen - obergrenzen gegen preiswucherei!
Und was ist eigentlich aus den preisabsprache-untersuchungen gegen rewe & co geworden?

 
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