Arbeitslosigkeit im Jänner um 6,9 Prozent gestiegen

Das Winterwetter und die schwache Konjunktur belasten den Arbeitsmarkt. Österreich hat erneut die niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU.

Arbeitslosigkeit Jaenner Prozent gestiegen
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Arbeitslosigkeit Jaenner Prozent gestiegen
(c) Clemens Fabry

Das Winterwetter und die schwache Konjunktur haben die Arbeitslosenzahlen in Österreich nach oben schnellen lassen. Die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen ist per Ende Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,4 Prozent oder 20.394 Personen auf 338.421 angestiegen. Zusätzlich wuchs die Zahl der Schulungsteilnehmer um 5.970 auf 72.241. Damit waren insgesamt 410.662 Personen in Österreich ohne Job und um 6,9 Prozent mehr als im Jänner 2012, teilte das Sozialministerium am Freitag mit.

Die Arbeitslosenquote lag nach österreichischer Definition im Jänner bei 9,1 Prozent und ist um 0,5 Prozentpunkte gestiegen. Nach EU-Berechnung belief sich die heimische Arbeitslosenquote im Dezember - das ist der aktuellste verfügbare Wert - auf 4,3 Prozent. Österreich hat damit erneut die niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU, gefolgt von Luxemburg mit 5,1 Prozent und Deutschland mit 5,4 Prozent. Im EU-Schnitt betrug die Arbeitslosenquote 10,7 Prozent (mehr dazu ...).

Zahl der Beschäftigten auf 22.000 gestiegen

Trotz Wirtschaftsflaute gab es in Österreich mehr Personen mit einem Job. Die Zahl der aktiv unselbstständig Beschäftigten hat sich per Ende Jänner um 22.000 Personen auf 3,308 Millionen erhöht.

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren im Jänner am stärksten Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 12 Prozent), in der Baubranche (plus 8,7 Prozent) und im Leiharbeitssektor (plus 7,0 Prozent) betroffen. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung war im Jänner mit 9,1 Prozent höher als in der Wirtschaftskrise 2009/10.

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Plus 31,7 Prozent bei Langzeitarbeitslosen

Der stärkste Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde im Jänner bei Langzeitarbeitslosen mit plus 31,7 Prozent verzeichnet. 6231 Personen waren per Ende Jänner länger als 12 Monate vorgemerkt. Die Jugendarbeitslosenquote lag nach Eurostat-Berechnungen bei 8,5 Prozent. Damit lag Österreich im EU-Vergleich auf Platz zwei, nur in Deutschland waren weniger Jugendliche (8,1 Prozent) ohne Job. Auch am Lehrstellenmarkt gab es vermehrten Andrang und weniger offene Stellen. Die Zahl der Lehrstellensuchenden stieg um 1,3 Prozent. Gleichzeitig gab es 7,7 Prozent weniger offene gemeldete Lehrstellen.

Die schwächelnde Konjunktur hat die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen am stärksten in den Industriebundesländern Oberösterreich und Steiermark ansteigen lassen. Die geringste Zunahme wurde in Vorarlberg, Tirol und Salzburg verzeichnet. Die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit stieg um fünf auf 93 Tage. Wieder erhöhte sich die Männerarbeitslosigkeit stärker als jene der Frauen.

Hundstorfer: "Wie jedes Jahr der Höhepunkt"

"Wie jedes Jahr wird mit dem Höhepunkt des Winters auch der Höchststand der Saison- und damit auch Gesamtarbeitslosigkeit erreicht", kommentierte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) die aktuellen Zahlen.Angesichts der verhaltenen Wirtschaftsentwicklung der Haupthandelspartner und damit verbundenen geringen Zuwächsen bei den Exporten werde sich "diese Situation in den nächsten Monaten noch nicht grundlegend ändern", erwartet Hundstorfer.

(APA)

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