Gewerkschaft zeigt dayli wegen Sonntagsöffnung an

01.02.2013 | 14:52 |   (DiePresse.com)

Die neue Nachversorgerkette hofft, mit dem Betrieb eines Bistros am Sonntag öffnen zu können. Die Gewerkschaft ist allerdings anderer Meinung.

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Die Gewerkschaft hat die Handelskette dayli (ehemals Schlecker) wegen der Sonntagsöffnung der Filiale in Linz-Ebelsberg angezeigt. Es wurden Anzeigen beim Magistrat Linz und beim Arbeitsinspektorat eingebracht, sagte GPA-djp-Geschäftsführer Karl Proyer. Außerdem werde noch eine Klage wegen unlauterem Wettbewerb abgeschickt. Mitte Jänner hatte dayli zwei Testfilialen in Pöggstall (Niederösterreich) und Linz-Ebelsberg mit dem neuen Nahversorgerkonzept aufgemacht ("DiePresse.com" berichtete). In den kommenden Monaten will dayli weitere 100 Filialen mit dem neuen Konzept eröffnen.

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Die Gewerkschaft habe dayli mehrfach darauf hingewiesen, die Filialen nicht am Sonntag aufzusperren, erklärte Proyer. An mehreren Sonntagen wurden nun Probekäufe gemacht und dies dem Magistrat übermittelt. Die Gewerkschaft werde "alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen", um die Sonntagsöffnung bei dayli zu bekämpfen. Die Handelskette dürfe nur das Bistro am Sonntag aufsperren, aber keine anderen Supermarktprodukte verkaufen, betonte GPA-djp-Geschäftsführer.

"Gewerkschaft fällt Betriebsrat in den Rücken"

dayli hofft, mit dem Betrieb eines Bistros der Sonntagsöffnungsregelung ein Schnippchen zu schlagen: "Wir sehen uns nicht dem Einzelhandel zugeordnet, sondern der Gastronomie", sagte dayli-Geschäftsführer Peter Krammer kürzlich dem Fachmagazin "Regal". "Alle Shops werden durch das neue Gastronomie-Konzept am Sonntag aufsperren können." Auch Einkaufszentrumsbetreiber Richard Lugner versucht mit  ähnlichen "Tricks" die Regeln zu umgehen ("DiePresse.com" berichtete).

"Wir haben nichts ungesetzliches gemacht", sagte dayli-Miteigentümer Rudolf Haberleitner am Freitag. Sonst müssten auch alle Tankstellenshops zusperren, die Lebensmittel verkaufen. Auch der dayli-Betriebsrat hat sich laut Haberleitner für die Sonntagsöffnung ausgesprochen. Er verstehe nicht, warum die Gewerkschaft dem Betriebsrat nun in den Rücken falle.

Die Sonntagsöffnung sei aber noch nicht fix. Derzeit befinde man sich noch in der Konzeptphase für die 885 dayli-Filialen in Österreich. Am 21. oder 22. Februar werde die Handelskette weitere Details zur Geschäftsstrategie vorstellen. Bei zu wenig Kundeninteresse könne die Sonntagsöffnung auch wieder gekippt werden.

(APA)

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14 Kommentare

Alle keine Ahnung

Bevor der Sonntag öffnet, da sollten die erst mal sehen das die Filialen mit Ware beliefert werden. Die Kunden bleiben weg, weil es an allen Ecken an Ware fehlt. Es ist doch lächerlich was da passiert.
Wär muss denn Sonntags einkaufen gehen. Die Gewerkschaft hat voll recht und soll da mal kräftig auf die Finger klopfen. Handel ist eh Ausbeutung und dann noch Sonntag und von wegen freiwillig, denn bist du nicht willig warst sicher die längste Zeit dort.
Hoffe das die nicht damit durchkommen, mir tun nur die Angestellten leid, denn die fragt eh keiner. Alles Lüge, was da abgeht und verarsche! Wer hier gegen die Gewerkschaft wettert ist eh sicher aus der oberen Etage von so einem Discounter.

naja

...und abgesehen davon das es wegen so. öffnungszeiten nicht mehr geld gibt...könnt ich mich dann scheiden lassen da ich zb. meinen mann nur sonntags sehe da ich im handel zu 70% samstags auch arbeite und mein kind könnt i im dann auch gleich mitgeben ..denn ausser in der früh aufwecken kònnt i e nix mehr tun den zudecken muss wer anders da zb der dayli um 20uhr zusperren will und um die zeit sollten kleine kinder schon schlafen..was machen bitte die die alleinerzieher sind ...kündigen....

naja....

was ist dayli dann wirkich und kriegen die angestellten dann den lohn eines verkäufers oder den eines koch - kellners?finde es dämlich mit sonntagsöffnungszeiten denn keiner hat deshalb mehr geld was ich samstags nicht besorgen kann brauch ich am sonntag auch nicht......

Re: naja....

Dann gebe ich mein Geld eben weiterhin online aus. Amazon ist immer geöffnet.

Re: Re: naja....

Amazon, youp@rn, ein fettes Sky-Abo - und schon gibts keinen Grund mehr, mit der hässlichen Welt da draußen in Realkontakt zu treten...
Schöne, neue Welt?

Re: Re: naja....

Vor Jahren durfte ich mal um 3 morgens bei walmart in den USA Menschen beim shoppen beobachten. Die kauften Obst, Fleisch, Milch - als ob es Nachmittag wäre. Die Frage ist: Wozu?

Re: Re: Re: naja....

Wozu kauft man Lebensmittel? Zum Essen natürlich und um 3 Uhr morgens taten sie das vermutlich, weil sie da Zeit dafür hatten.

die gewerkschaft kämpft nicjt für

1) angemessene Bezahlung
2) bessere Arbeitsbedingungen, wie gute Verteilung Arbeit-Freizeit in einem Gesamtkontext, sondern nir dagegen, dass dem geschützten Bereich vor Augen geführt wird, dass es mit Arbeit auch geht.

Gewerkschaften braucht kein Mensch

Anstatt dass sich die Gewerkschaften freuen, dass Hunderte Arbeitsplätze gerettet werden, müssen sich die Damen und Herren Betonschädel wieder einmal produzieren.

Wobei ich mich wetten traue, dass die werten Gewerkschafter am Sonntag gern ins Kino oder zum Wirten gehen - was soll man denn sonst mit so viel Freizeit anfangen. Verlogenes Pack.

Am besten ersatzlos abschaffen.

12

Es spricht natürlich Bände..

.. wenn man als Gewerkschafts-Bonze über die Betriebsräte unkommentiert drüberfährt. Wozu auch kooperieren mit einem Unternehmen, das kürzlich erst gerettet wurde und dessen Fortbestand maßgeblich vom Erfolg oder Misserfolg des neuen Geschäftskonzepts abhängen wird. Schließlich geht es ja um Macht, nicht um Arbeitsplätze.

Da sieht man wieder,

dass sich die Gewerkschaften einen feuchten Dreck um mögliche Arbeitslose scheren, hauptsache "wir san wir" und der Rest "kann sch...n gehen"... Wozu Arbeitsplätze schaffen?? Zahlt ja eh der Steuerzahler !... Und was haben's alle gejeiert "die armen Schleckerdamen" - und jetzt??

super

die Gewerkschaft klagt und vernichtet gute Sonntags-Arbeitsplätze.

Ja

und wo ist die Gewerkschaft, wenns um die ständig sinkenden Realeinkommen geht? Da halten sie sich Nobel zurück. Die Gewerkschaften betrügen ihre Mitglieder genauso wie die Regierung uns Landsleute.

Wieder einmal typisch für Österreich ...

... dass man zu merkwürdigen Tricks greifen muss um liberalere Ladenöffnungszeiten zu haben.

Aber dass der "Schlecker" zu einem Gastronomiebetrieb mutiert, ist natürlich eine spannende Sache. Nachdem die meisten Dayli bis heute keine Schilder dort haben wo einem einst der blaue Schlecker entgegenleuchtete kann man das ja auch noch sehr flexibel steuern und wir werden noch vom "Dayli-MampfMampf" überrascht werden!

So stehen wahrscheinlich auf der Speisekarte Waschmittel, Zahnpasta, Putzfetzen und ähnliches! Mahlzeit ;-)

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