Post: 30 Prozent der Brieffächer nicht rechtzeitig getauscht

01.02.2013 | 18:28 |   (Die Presse)

Der Zeitverzug könnte die Post teuer zu stehen kommen. Aber nicht nur die Post, auch die Eigentümer sind in der Pflicht und können gestraft werden. Sie haben eine Woche Zeit, sich zu melden.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Wien/Auer. Jetzt liegen die Zahlen auf dem Tisch. Die heimische Post hat 240.000 Hausbrieffächer – knapp 30 Prozent – nicht zeitgerecht bis Anfang 2013 umgerüstet, so der Post- und Telekomregulator RTR zur „Presse“. Wie berichtetet, ist der ehemalige Monopolist durch die Marktliberalisierung gesetzlich verpflichtet, die alten goldenen Postkästen in Wohnhäusern gegen Briefkästen mit Einwurfschlitz auszutauschen, damit auch alternative Anbieter Briefe zustellen können.

Rechtzeitig geschafft hat das die Post allerdings nur in 578.460 Fällen. Der Zeitverzug könnte die Post teuer zu stehen kommen. Im Gesetz ist auch eine Strafe von bis zu 30.000 Euro pro Adresse und Tag der Versäumnis vorgesehen. Im zuständigen Infrastrukturministerium will man erst den Bericht der RTR in Ruhe ansehen, bevor entschieden wird, wie viele Strafverfahren tatsächlich eingeleitet werden. 200.000 Brieffächer will die Post in den kommenden Wochen austauschen. Hier wird sich das Ministerium wohl mit einer Fristverlängerung begnügen, heißt es. In fünf Beschwerdefällen gegen die Post werden sicher Strafverfahren eingeleitet. Der Ausgang ist offen.

 

Eigentümer verweigern die Umrüstung

Teuer werden könnte es auch für Hauseigentümer und Hausverwaltungen, die ebenfalls verpflichtet sind, die Umrüstung zu ermöglichen. Nach Angaben der Post haben sich in 44.000 Fällen die Eigentümer gegen die Umrüstung gewehrt. Gegen sie könnten nun Strafverfahren eingeleitet werden. Offen sind noch 38.000 Fälle, in denen die Eigentümer entweder nicht bekannt sind oder sich nicht gemeldet haben. Ihnen setzt die Post eine Nachfrist. Wer sich kommende Woche bei der Post meldet, erhält noch neue Brieffächer auf Kosten des Unternehmens. Danach müssten die Eigentümer die Kosten der Umrüstung tragen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.02.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

8 Kommentare

Wann reagiert der Ludwig (Wiener Wohnbaustadtrat), auf die breitschlitzig-verpfuschten "BlechKästen"?


Wir sollten sie abmontieren und dem Faymann vors Bundeskanzleramt schmeißen.


Bei uns fehlen obendrein die "Sicherheitskrallen"... Und nicht nur bei uns


1 0

EU

Wieder ein Beweis, dass die EU nur Vorteile für alle bringt.

Für mich bedeutet es nur Ärger. Trotz Werbeverbotsplakete wird Werbung eingeworfen und der Postkasten quillt schnell über. Kleine Pakete hatten früher im Postkasten leicht Platz. Jetzt muss ich aufs Postamt gehen.

Trotz einer Adresse sind für verschiedene Dienstleistungen zwei Postämter für mich zuständig. Wunderbar, an letzterem ist zwar die EU nicht schuld, aber die neue Servicefreundlichkeit der Post.


Humbug

Diese "Zwangsumstellung" ist eine Frechheit. Seit die neuen Postfächer montiert sind, quillt alles über vor lauter Reklame. Wenn man nur 2 Tage nicht da ist, ist das Fach so vollgestopft, dass die echte Post keinen Platz mehr findet bzw. total zerknittert wird. Wenn ich nicht Mieter wäre, würde ich mich auch gegen diesen Blödsinn wehren. Andere Anbieter!, dass ich nicht lache, es sind doch ausschließlich "Zettelverteiler", die einen beglücken.

Die Postkastln sind ein Hohn auf unsere Briefsicherheit


Was ist das für eine Diktatur?

Weit sind wir gekommen!

Man kann also sogar Hauseigentümer mit Strafandrohung dazu zwingen, ihre Briefkästen für jeden Reklameverteiler offenhalten zu müssen.
Denn so lange die Post das Monopol auf Briefsendungen hat, geht es um nichts anderes.

Die alternativen Paketzusteller haben davon sowieso nichts-schon einmal ein richtiges Paket im Postkasten gehabt? Wenn man sich nicht gerade ein Paar Socken schicken lässt.

... naja ...

... klingt ja wie ein Sieg, ist ja wie 100% Zustimmung in der Politik, die kleinen sollen immer 100%ig sein ... !

Umfrage

AnmeldenAnmelden