Telekom-Prozess: Fischer will teilweise gestehen

08.02.2013 | 19:38 |   (DiePresse.com)

Der ehemalige Vorstand will nicht im Sinne der Anklage seine Schuld bekennen, sondern "einen Teil" der Verantwortung übernehmen.

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Der frühere Vorstand der Telekom Austria, Rudolf Fischer, will sich in dem am Montag beginnenden Prozess wegen Untreue gegen fünf Personen teilweise geständig zeigen. "Er wird sich nicht im Sinne der Anklage schuldig bekennen, aber für einen Teil die Verantwortung übernehmen" zitieren die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) Fischers Verteidiger Wolfgang Brandstetter. Fischer sei sich nun bewusst, damals in wenigen Minuten eine strafbare Entscheidung getroffen zu haben.

Ende Februar 2004 wurde laut Anklage der Aktienkurs der Telekom Austria künstlich hochgetrieben, was Bonuszahlungen an 95 Manager auslöste.

Laut Verteidiger Brandstetter hat Fischer damals 500.000 Euro für die Dienstleistung von Broker Johann Wanovits genehmigt, weil "er dachte, im Interesse des Unternehmens zu handeln". Laut Anklage hat Wanovits letztlich mehr als eine Million Euro für die Kursmanipulation bekommen.

Rückzahlungen an Telekom Austria

Fischer habe an die Telekom Austria in den vergangenen Wochen 300.000 Euro und voriges Jahr 200.000 Euro gezahlt und so den von ihm eingestandenen Schaden beglichen.

Ex-Telekom-Austria-Generaldirektor Heinz Sundt werde sich hingegen nicht schuldig bekennen, schreiben die OÖN unter Berufung auf seinen Anwalt Martin Nemec. Sundt habe von den Zahlungen an Wanovits nichts gewusst.

Wanowits, Fischer und Sundt würden aber die Kursmanipulation an sich als "Kurspflege" verteidigen. Das sei bei börsenotierten Unternehmen absolut nichts Ungewöhnliches. In Wahrheit hätten andere den Kurs der Telekom-Aktie gedrückt, meinen die Beschuldigten.

(APA)

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7 Kommentare

Marktübliche Kriminalität

Wenn Wanovits letztlich mehr als eine Million Euro für die Kursmanipulation bekommen hat, ist anzunehmen, das mindestens 40 Millionen Euro an Bonuszahlungen, an die besagten 95 Manager ausbezahlt wurden.

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"Kurspflege", das ist ja schon ein echter Strasser


wieviel zinsgewinn?

wäre interessant wieviel er mit dem unrechtmäßig erworbenen geld verdient hat... gewinnabschöpfung wäre eine möglichkeit um solche dinge wie: ich nehme es mir heute, gebe es für den fall das jemand es entdeckt, "reumütig" zurück und lebe ganz gut vom zinsgewinn.

0 6

Und ich dachte schon Heinz Fischer gesteht

schade...
Der ist ein echter Steher mit rotem Stuhl

4 0

Fischer, Schieszler und Konsorten

Die alte Riege der Telekom war wirklich ein Sauhaufen. Da sieht man welches Verhalten früher in verstaatlichten Unternehmen so möglich war.

Re: Fischer, Schieszler und Konsorten

vergeßt mir den boris nemcsic nicht, der war damals auch schon höher besoldet als ein portier, aber es ist so ruhig um ihn, seltsam seltsam.

Re: Fischer, Schieszler und Konsorten

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