Telekom-Prozess: Worum es geht

Im ersten Telekom-Prozess stehen wegen Untreue fünf Angeklagte vor Gericht. 25 bis 40 Millionen Euro sollen in den Jahren 2000 bis 2010 von der Telekom Austria an Politiker und Parteien geflossen sein. Im aktuellen Prozess geht es um die mutmaßliche Manipulation des Kurses der Telekom-Aktie im Februar 2004.(c) APA (Herbert Pfarrhofer)

Am 26. Februar 2004 durchbrach die Telekom-Aktie auf wundersame Weise die Marke von 11,70 Euro. Die Folge: Rund 100 Führungskräfte erhielten insgesamt knapp zehn Millionen Euro.(c) APA (Robert Jäger)

Beim Telekom-Börsengang im Jahr 2000 war ein Plan geschaffen worden, der Führungskräften die Option einräumte, weitere Aktien zum Ausgabepreis von 9 Euro zu kaufen. Bedingung: Der Kurs musste an fünf Handelstagen im Februar 2004 um 30 Prozent über dem Ausgabekurs, also über 11,70 Euro, liegen.(c) APA

Die Staatsanwaltschaft wirft den Ex-Vorständen Heinz Sundt (Mitte), Rudolf Fischer (links) und Stefano Colombo (rechts) vor, ihre Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen, wissentlich missbraucht zu haben und dadurch der Telekom Austria einen Vermögensnachteil von zumindest 10,6 Millionen Euro zugefügt zu haben.

Den Angeklagten wird Untreue vorgeworfen. Der Strafrahmen beträgt ein bis zehn Jahre Haft.(c) APA (Günter R. Artinger)

Als "Mastermind" gilt Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer. Er und seine beiden Kollegen Sundt und Colombo erhielten 392.719,48 Euro augezahlt. Fischer übernahm für einen Teil der Vorwürfe die Verantwortung - er hat in Tranchen 500.000 Euro an die Telekom Austria zurückgezahlt.(c) APA (Helmut Fohringer)

Neben den drei Hauptbeschuldigten sind zwei weitere Personen als Beitragstäter zur Untreue angeklagt: Johann Wanovits, Broker und früherer Vorstand der Euro Invest Bank AG. Er soll den Kurs der Telekom Austria über die für das Aktienoptionsprogramm notwendige Schwelle getrieben haben. Und Josef Trimmel (im Bild), ein früherer Telekom-Austria-Prokurist.(c) APA (Telekom Austria AG)

Eine Schlüsselfigur in der Affäre ist Ex-Telekom-Vorstand Gernot Schieszler. Er war die rechte Hand von Fischer. Die Anklage stützt sich maßgeblich auf seine Aussagen. Seine Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft soll ihm den Status eines "Kronzeugen" sichern.

Schieszler hat nach eigenen Aussagen als Verbindungsmann zu Broker Wanovits nicht nur mit Duldung der Chefetage gehandelt, sondern vielmehr auf deren ausdrücklichen Wunsch hin.(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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