Österreichische Gewerkschafter für 30-Stunden-Woche

14.02.2013 | 19:20 |   (DiePresse.com)

Eine deutsche Initiative tritt für kürzere Arbeitszeiten ein. Unterstützung kommt von Jugendfunktionären der österreichischen Gewerkschaften.

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Österreichische Gewerkschafter unterstützen eine deutsche Initiative zur Reduktion der Arbeitszeit auf 30 Stunden, über die "DiePresse.com" bereits berichtet hat. "Die neuen Technologien, die hohe Produktivität und die bereits wieder steigenden Gewinne müssen den ArbeitnehmerInnen zu Gute kommen, daher braucht es dringend eine Arbeitszeitverkürzung", betonte etwa Peter Pick, Wiener Jugendvorsitzender der GPA-djp am Mittwoch in einer Aussendung. Damit könnten Österreich rund 130.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

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Die aktuelle Initiative sei "absolut unterstützenswert". Den Arbeitnehmern und Jugendlichen in Europa wehe "ein eisiger Wind ins Gesicht", sagt auch Christoph Peschek, Wiener Jugendvorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG). "Eine ernsthafte und seriöse Diskussion um eine umfassende Arbeitszeitverkürzung, um die gerechtere Verteilung von Einkommen, Arbeit und damit auch Chancen ist daher auch in Österreich dringend notwendig", erklärte Markus Koza, Bundessekretär der grünen Gewerkschaft AUGE.

Leitl: "Unsinnigkeiten"

Christoph Leitl kann den "Unsinnigkeiten" hingegen wenig abgewinnen. China werde dann "keine 17 Jahre brauchen, um uns zu überholen", wird der Wirtschaftskammer-Präsident in einer Aussendung zitiert.

Zu den über 100 Erstunterzeichnern der deutsche Initiative gehören neben Wissenschaftlern wie Rudolf Hickel und dem Soziologen Oskar Negt unter anderem auch die Chefin der Linkspartei, Katja Kipping, sowie die Linke-Wirtschaftsexpertin Sahra Wagenknecht. Der offene Brief erntete viel Kritik - auch von eher gewerkschaftsnahen Ökonomen (mehr dazu ...).

(APA)

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105 Kommentare
 
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Globalisierungsgegner als Globalisierer

Der erste Globalisierer war Ksrl Marx mit seinem Aufruf im Kommunistischen Manifest von 1848: "Proletarier aller Länder, vereint euch!" In seinem Geiste werkt die Gewerkschaft unermüdlich. Unermüdlich stellt sie Forderungen, jetzt 30 Arbeitsstunden -wer will schon arbeiten, fragt man sich da. Und wer soll das bezahlen? Die fetten Gewinne, wird geantwortet. Die macht man aber nur, wennn die Wirtschaft konkurenzfäig ist. Wenn also weniger Arbeitstunden die Wirtschaft stärkt: warum dann die Wochenstunden auf 30 beschränken, waum nicht, sagen wir, auf 20 Stunden senken? Und längeren Urlaub für alle, nicht vergessen! DA hätten alle mehr Freizeit, die Freizeitindustrie freut sich und macht Gewinne, die an ihre Angestellten verteilt werden, was bei den Übrigen Forderungen auf gleich hohe Löhne hervorruft, und das ganze Wunschkonzert beginnt von Neuem. Herrlich ausgedacht. Danke!

Lauter Vollpfosten!

Ich als Unternehmer schraub dann auch auf 30 Stunden zurück, bin gespannt ob mein Geschäft dann auch noch gleich gut läuft.

Re: Lauter Vollpfosten!

du bist unternehmer. der schröpfer der unterdrückten und das böse schlechthin!
wenn die 30stundenwoche durch ist kommen als nächstes haftstrafen für selbstständige.
firmen lenken muss doch die paddei!

Logisch

in Zukunft werden wir sowieso zwei Jobs brauchen, um zu überlegen. Somit kommt man dann auf 60 Wochenstunden plus Überstunden. Das passt doch!

Hat der Jungsozi überhaupt schon einmal was gearbeitet?

Die Sozis schaffens wirklich alles in den Ruin zu treiben!

Warum nicht gleich nur 25 Stunden?

Und warum druckt eine Zeitung solche Faschingsscherze unkommentiert ab?

Vertrottelte Forderung!

Anstatt sich um echte Probleme im Berufsleben zu kümmern (Leiharbeit,gleiches Geld für Männer u.Frauen usw.)werden unerfüllbare Forderungen gestellt! Die Abgehobenheit der Gewerkschaftskaste wird sichtbar.Das beste Beispiel ist unser Sozialminister,der,obwohl aus der Gewerkschaftsbewegung kommend,sich nicht mehr um die Belange der arbeitenden sogenannten 'kleinen Leute' kümmert,sondern brav mit der Abzockerpartie mitläuft! Aber wie gesagt,nachdem alle Gewerkschaftsgelder verzockt u.verschlammt wurden sind die Gewerkschaften nur mehr da zum rekrutieren von Politclowns in der Abstimmungsmaschinerie der Parteien! Prost-Freundschaft!

Die österreichische Wirtschaftsleistung ist wieder einmal gesunken

(ORF Teletxt 104)

Ob wir mit 30 Stunden arbeiten die Wirtschaftsleistung wirklich steigern werden?

Hm...

Hm..
Nach dem 2ten Weltkrieg hatten wir in Österreich 48 Stunden Woche,..und seit 1965 die 40 Stunden Woche.

Auch interessant,..:
1954 Öffentlicher Dienst:
...erstmals tarifliche Sonderzahlung ("Weihnachtsgeld");

1965, Stahl
1971 Chemie, Bau, Banken Metall
1972 Holz, Textil, Versicherungen
1973 Druck,...

Alles selbstverständlich geworden,..und doch noch nicht so lange her,....

Re: Hm...

Stimmt!

Damals gab es zu wenig Arbeitsplätze und Wirtschaftsaufschwung.

Je weniger wir arbeiten um so weniger Arbeit entsteht. Heute ist die Situation völlig anders. (Würden wir ALLE am Samstag arbeiten, hätten wir ALLE auch am Samstag Arbeit).

Aber die linken Utopisten können ihre Forderungen sofort in ihren "Arbeiterparadiesen" wie ÖGB, Arbeiterkammer ÖBB" usw. sofort verwirklichen.

Wenn einer nur 30h/Woche arbeiten will, soll er sich einen entsprechenden Teilzeitjob suchen und mit dem geringeren Gehalt leben lernen.


Re: Wenn einer nur 30h/Woche arbeiten will, soll er sich einen entsprechenden Teilzeitjob suchen und mit dem geringeren Gehalt leben lernen.

100% richtig!

Das sagen die Linken Träumer nicht dazu.
Meist leben solche Typen in geschützen und sicheren Arbeitsplätzen.

Wieviel eine Teilzeitkraft in der Privatwirtschaft heute schon verdient wissen wir alle!

Re: Re: Wenn einer nur 30h/Woche arbeiten will, soll er sich einen entsprechenden Teilzeitjob suchen und mit dem geringeren Gehalt leben lernen.

Ja, nur bei der Pension schaut's dann düster aus. Bitte das auch nicht vergessen.

Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen fordern 30 Stunden Woche

Mit solchen Forderungen zeigen sie, dass man sie nicht mehr ERNST nehmen darf!


Re: Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen fordern 30 Stunden Woche

Also ich bin schon dafür, dass sozialdemokratische GewerkschafterInnen zumindest 30 Stunden in der Woche arbeiten. Andererseits, wenn sowas dabei rauskommt dann eher doch nicht.

Gewerkschaft und AK können ihre eigenen Forderungen in ihrem Bereich sofort umsetzen!

Auch bei der tiefroten und schwer defizitären ÖBB ist es auch kein Problem. Zahlt halt der Steuerzahler ein paar Mrd. mehr.

Rundumschau

Es würde genügen wenn die Gewerkschaft dafür sorgen würde, dass die geltenden Arbeitszeitgesetze eingehalten werden und der Sontag Arbeitsfrei bleibt.

Themaverfehlung.

Damit meine ich nicht den Artikel oben sondern fast alle hier bislang veröffentlichten Kommentare.

Die Überlegung höhere Effizienz durch Maschineneinsatz in geringeren Wochenarbeitszeiten zumindest teilweise zu kompensieren kann man durchaus auf hohem Niveau kontroversiell diskutieren.

Woran liegt das? Einerseits am sehr engen Horizont manches Individuums, andererseits an den offensichtlich gut antrainierten Reaktionen auf Reizworte.

Irgendwo schade. Nicht weil mir jetzt speziell diese Forderung besonders am Herzen läge. Sondern weil die Reaktion auf die Äusserungen von Rot, Grün, Schwarz in erster Linie eines erkennen lassen: Wir denken die Themen die uns diese vorgeben. Und sonst nichts. Wir sind braves Stimmvieh. Es ändert sich halt nix. Wie auch?

Das Problem ist,

daß der erhöhte Maschineneinsatz viel Geld kostet.

Die daraus resultierenden Gewinne stehen gerechterweise eigentlich dem Kapitalgeber und dem Hersteller der Maschinen zu, nicht den Arbeitnehmern.

Also wird es nichts mit dem "vollen Lohnausgleich". Warum sollte ein Unternehmer in Technologie investieren, wenn die Früchte Andere einstreifen?

Klar ist das gewisse gruppen nichts arbeiten

aber hohe loehne haben wollen!

ratschläge sind prinzipiell nur von leuten ernstzunehmen

an die sich selbst ernähren können (und zwar nicht durch zwangsgebühren)....

Ich glaube, die können nicht einmal den Gang auf die Toilette selbst erledigen...

so neben dier Spur sind die Gewerkschafter und Politiker.

Re: Ich glaube, die können nicht einmal den Gang auf die Toilette selbst erledigen...

für solch dramatische themen bieten sich arbeitsgruppen an. und jeder der einmalig dran teilnimmt, dem gebührt selbstredend eine beamtenpenision ab 51jahren.

ja, aber

nur bei doppelten gehalt.

Re: ja, aber

Gibt es das nicht schon?

Wer bei der schwer defizitären ÖBB mit 47 in Pension geht bekommt ab 1.500 lebenslange Pension. Gute Parteifreunderl von 3.000 aufwärts.

Ja, die Gewerkschaft und die AK haben in der Debatte noch gefehlt

Aber der Leitl ist genauso überflüssig!

 
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