ÖGB: Kein "sturer Ruf" mehr nach 35 Stunden

14.02.2013 | 18:24 |  NORBERT RIEF (Die Presse)

ÖGB-Generalsekretär Achitz meint, man müsse das Ziel einer Arbeitszeitverkürzung "flexibler" angehen. Eine "sture Forderung" nach einer 35-Stunden-Woche gebe es von der Gewerkschaft nicht mehr.

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Die Presse: In Deutschland wird derzeit über die Einführung einer 30-Stunden-Woche diskutiert. Hätten Sie die Debatte in Österreich auch gerne?

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Bernhard Achitz: Dass wir für Arbeitszeitverkürzung sind, ist wohl keine Überraschung.

 

Wollen Sie auch 30 Stunden?

Wir haben beim letzten ÖGB-Kongress bewusst keine Zahl mehr hineingenommen, sondern verlangen eine kontinuierliche Arbeitszeitverkürzung. Schon auch in Form der Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit, aber wir sehen das ganze Thema etwas breiter.

 

Was bedeutet breiter?

Das beginnt bei der Reduktion der Überstunden und Mehrstunden bis hin zu Lebensarbeitszeitmodellen und einer leichteren Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche. All das steht für uns unter dem Thema Arbeitszeitverkürzung, und jeder Fortschritt, der in diesen Bereichen erzielt werden kann, ist willkommen.

 

Nicht mehr stur nur die Forderung nach einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden?

Ich glaube, man muss das Thema heutzutage ein bisschen flexibler angehen – und das tun wir.

 

Die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche war für den ÖGB aber bisher doch immer so etwas wie das Amen im Gebet.

Es gibt diese Forderung in dieser apodiktischen Form nicht mehr. Nicht, weil wir nicht im einen oder anderen Bereich eine 35-Stunden-Woche für sinnvoll halten – wir halten sie in vielen Wirtschaftsbereichen nach wie vor für sinnvoll –, aber die Diskussion über Arbeitszeitverkürzung wollen wir schlicht breiter führen. Man muss bei diesem Thema flexibler sein und jede Chance zur Arbeitszeitverkürzung ergreifen. Es gibt zum Beispiel im Schichtbetrieb innovative Modelle, die auch zu einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit führen. Aber das Schlagwort 35-Stunden-Woche ist bei manchen Diskussion ... sagen wir einmal so: Es engt den Horizont ein.

 

Verabschiedet sich der ÖGB von der Forderung nach einer 35-Stunden-Woche?

Nein, das kann sicher nicht die Schlagzeile sein. Wir stellen einfach nur unsere Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung auf ein breiteres Fundament.


Also verschiedene Modelle, aber nicht mehr der sture Ruf, die sture Forderung nach einer 35-Stunden-Woche?

Genau.


Dass der ÖGB gerade bei der Arbeitszeit Flexibilität zeigt, ist aber neu.

Wir sind überhaupt viel flexibler, als man gemeinhin glaubt. Wenn man nicht immer nur den Flexibilitätsbegriff der Unternehmer heranzieht, weil Flexibilität aus Sicht der Unternehmer heißt: mehr Arbeit für weniger Geld. So flexibel wären wir auch: Weniger Arbeit für mehr Geld, das würden wir sofort machen.

 

Die Lebens- und Jahresarbeitszeitmodelle, die Sie angesprochen haben, bedeuten aber doch auch, dass ein Unternehmen die Menschen in Zeiten von viel Arbeit mehr arbeiten lassen kann und wenn es weniger Arbeit gibt, arbeiten sie eben weniger.

Na ja, so einfach kann man das nicht sagen. Es kommt darauf an, wer die Arbeitszeiteinteilung macht und wer etwas davon hat. Eine einseitige Flexibilität, die nur zugunsten der Unternehmer geht, kann es nicht sein. Nach dem Motto: Wenn wir dich brauchen, arbeitest du mehr und kriegst aber nicht mehr dafür bezahlt. Das nicht.

 

Heißt Flexibilität bei der Arbeitszeit für den ÖGB, dass man auch bei der täglichen Höchstarbeitszeit zu Zugeständnissen bereit ist, dass man von derzeit zehn auf zwölf Stunden pro Tag geht?

Das wäre kontraproduktiv für beide Seiten. Für die Arbeitnehmer ist es kurzfristig kontraproduktiv, und für die Arbeitgeber ist es langfristig kontraproduktiv, weil ihnen die Menschen dann mit 40, 45 Jahren aufgrund der Belastung wegbrechen.

 

Und eine befristete Ausweitung der Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden in Zeiten, in denen mehr Produktivität gefordert ist?

Das gibt es schon alles, es wird nur völlig ignoriert von der ÖVP und den Arbeitgebern. Es gibt eine Bestimmung im Arbeitszeitgesetz die sagt, bei vorübergehendem erhöhtem Arbeitsbedarf kann man die tägliche Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden ausdehnen, die wöchentliche auf 60 Stunden.

 

Aber dafür müssen Überstunden bezahlt werden. Die Arbeitgeber und die ÖVP stellen sich ja vor, dass es für die Mehrarbeit nur Zeitausgleich gibt.

Also bitte, der Flexibilisierungsgewinn muss schon auch gerecht verteilt werden. Dass nur der Unternehmer ihn einstreift, indem keine Überstunden anfallen – das spielt's nicht.

Zur Person

Bernhard Achitz ist Leitender Sekretär im Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) und Mitglied des Vorstands. Der 47-jährige studierte Jurist arbeitet seit 1997 für den ÖGB, bis 2007 als Leiter des Referats für Sozialpolitik, ab 2008 als Leitender Sekretär. Seit 2009 ist er auch im Vorstand.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2013)

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83 Kommentare
 
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in den nordländern sind auch der staat und die firmen meist sehr flexibel. bei uns sollen aber nur die arbeitnehmer flexibel bis zum geht nicht mehr sein.

in den nordländern wie finnland, island, norwegen, dänemark usw..,gehören seit langem familien- u, kinderfreundlichkeit, flexibelste teilzeitmöglichkeiten für die väter u.mütter, individuelle altersteilzeitmöglichkeiten u.flexible pensionsantrittszeiten zum alltag. hierzulande redet man nur von familien-u.kinderfreundlicher politik, aber in der heimischen realität haben frauen, männer u.ältere arbeitnehmer, wenn sie flexible individuelle anliegen bez. familie u. pensionen vorbringen keine chance. meistens wird dies von unseren so unflexiblen unternehmen oder staat sogar behindert u.flexible wünsche der betroffenen arbeitnehmer u.menschen sind hierzulande unerwünscht- da könnte ja der staat oder die firma nachteile haben oder da könnte ja eine person oder familie ihr persönliches individuelles lebensmodell leben. und wie unflexibel u. starr unsere parteien u.politiker sowie firmen sind, sieht man ja daran,wie weit hinten österreich in sachen familien-, kinder- u.starrer pensionsantrittspolitik ist. die meisten politiker u. medien aus österreich schauen zwar gerne in den norden u. reden dann gerne über die vorbildlichen nordländer, aber dass dort eben meistens eine soziale politik für u. mit den menschen gemacht wird u.die menschen/ familien nicht nur als notwendiges übel u. kostenverursacher angesehen werden- so wie bei uns in österreich oder deutschland, wird natürlich totgeschwiegen. bei uns sollen nur die arbeitnehmer, familien u älteren flexibel sein-aus einsparungsgründen

Re: in den nordländern sind auch der staat und die firmen meist sehr flexibel. bei uns sollen aber nur die arbeitnehmer flexibel bis zum geht nicht mehr sein.

Ich sehe auch im Bereich Arbeitspolitik sehr viele positive Ansätze in nordischen Staaten. Da könnten wir wirklich einige Anleihen nehmen. Vom Schulsystem sowieso.
Es ist aber auch klar, dass Österreich, vor allem durch eine komplett andere Bevölkerungsstruktur und auch andere Mentalität, nicht alles so gut umsetzen könnte, aber einiges würde auch hier realisierbar sein. Und ich glaube zum Vorteil von Firmen und Mitarbeitern.

Samstag, 16.02.2013 Baden bei Wien

Die Verwendung von Ausdrücken wie arbeitsfaul sind in der deutschen Sprache weitgehend unerwünscht. Sie widersprechen der natürlichen Vornehmheit des österreichischen Menschen, der sich zivilisiert dünkt und dies gerne auch nach außen durch ein kontrolliertes Verhalten kundtut. Immerhin will man ja nicht mit den Plebs, dem Mob oder dem Pöbel gleichgestellt werden. Letztere bilden die Mehrheit des Volkes. Oh – ich vergaß: der Mensch beginnt in Österreich erst ab 1.000.000 Euro Barvermögen. Alles darunter ist "sozial schwach" unw wählt FPÖ, oder? Es ist natürlich kein korrekter Gebrauch der deutschen Sprache, Menschen, die nur wenig Geld haben, gleich als sozial schwach zu bezeichnen. Sie können ja trotzdem liebevoll mit ihren Kindern umgehen, respektvoll ihre Eltern im Alter pflegen, einen hohen Grad an Hilfsbereitschaft innerhalb ihres sozialen Umfeldes bilden und ein angesehenes Mitglied der Gemeinde sein, wie es so schön heißt. Sie haben halt nur wenig Geld, so, wie es sich für gute Christen, die ins Himmelreich kommen wollen, halt geziemt. Gerade eine christliche Gesellschaft sollte der Armut deshalb einen gewissen Respekt zollen, kann sie doch Ausdruck sein für einen Ausbund an hohen Werten, die vielleicht sogar bewusst auf den Mammon verzichten.

PS: Wen ich vor vier Uhr nachmittags nicht austehe, hab' ich immer das Gefühl, dass der ganze Tag verloren ist. Geht's euch auch so?
Ich bin für eine umgehende Erhöhung des Arbeitslosengeldes. So schaut's aus!

Aus meinen Erfahrungen im Berufsleben

kann ich sagen, dass nicht jedes System für jede Person gleich anwendbar ist.
Während manche gerne ein starres Zeitsystem haben und da ihre beste Leistung bringen, dazu gehören in erster Linie sehr organisierte Personen - oft Verwaltung, Buchhaltung - bringen andere die beste Leistung, wenn die Zügel möglichst frei sind und sie nicht in ein Korsett gepresst werden.

Soferne eine Firma die Möglichkeit hat dies zu berücksichtigen, so sind flexible Arbeitszeiten durchaus ein Gewinn für die Firma, es bringt nicht nur zufriedenere Mitarbeiter, sondern auch mehr Produktivität für den Betrieb, da Mitarbeiter dann wesentlich zufriedener sind.


Re: Aus meinen Erfahrungen im Berufsleben

Vollkommen Ihrer Meinung: die Finnen machen es also gescheit - wie so oft (siehe Schulsystem).

Re: Re: Aus meinen Erfahrungen im Berufsleben

bei h&m wird das schon lange so gemacht hier in ö... fragens mal die mitarbeiter wie es ihnen geht.. jedes jahr wechselt fast die komplette belegschaft. zum einstand werden meist mal ne grosse menge minusstumden gemacht, die man dann nach willkür der firma reinarbeiten muss. 5 samstage hintereinander zusätzlich sind dann keine seltenheit. gsd arbeite ich nicht in dieser branche und nach nem fixen arbeitszeitmodell ... das flexible frustriert mitarbeiter nur - zumindestt die, die ich kenne

Re: Re: Re: Aus meinen Erfahrungen im Berufsleben

Ich bin nicht informiert, wie die Verträge bei H+M sind.
Es war von mir nicht so angedacht, dass Arbeitgeber tun und lassen können was sie wollen, etwa die A-typischen Arbeitsverhältnisse auf Abruf wie bei Peek und Cloppenburg, sondern ich meinte eine Rahmenvereinbarung und innerhalb dieser Vereinbarung einen gewissen Spielraum für den Arbeitnehmer. Natürlich kommt es dann auf den Betrieb an. Handel hat andere Anforderungen als ein Spital oder ein U-Bahnfahrer. Nicht immer sind Spielräume einbaubar.

Re: Re: Re: Aus meinen Erfahrungen im Berufsleben

Das Flexible frustriert die Unflexiblen ...

Re: Re: Re: Aus meinen Erfahrungen im Berufsleben

Naja, Minusstunden muss man ja irgendwann ja wieder einarbeiten,oder nicht?

Frankreich

ist leider ein "gutes" Beispiel dafür, dass rund 100 Jahre alte Ideen in der heutigen Zeit nicht mehr funktionieren. Auch entspricht, speziell bei KMU's, das generelle Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitern schon sehr oft nicht mehr dem offensichtlich ebenfalls noch immer vorhandenen Klassenschema (böser Firmenbesitzer beutet seine Arbeitbehmer aus) vieler Gewerkschafter.

Man sollte daher einmal damit beginnen, dieses "Konfrontationsdenken" aus der Welt zu schafen, denn die beiden Seiten brauchen sich gegenseitig. Sie sollten sich daher darauf verständigen, gemeinsam das Beste aus einer Firma = Arbeitsplätzen zu machen, an Stelle des Sandkastenstreits der Verteilung von "Gewinnen", welche es bei Fortsetzung dieses Weges immer weniger geben wird.

Arbeitszeit ist nicht gleich Leistung

Diese Erkenntnis muss in unseren Köpfen erst Platz finden, vielleicht sind da die Finnen schon weiter. Gleitzeitmodelle, die auch in vielen Unternehmen bei uns schon angewendet werden wären ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings unzureichend in der Umsetzung. Meistens ist der +/- Stundenbereich den man haben darf deutlich unter 100 Stunden was natürlich sinnlos ist. Dann stehen Mitarbeiter häufig sogar vor ihren Vorgesetzen als faul da wenn sie Stundenguthaben abbauen. Andererseits ist auch kein Vorgesetzter erfreut darüber wenn ein hoher "Zeitrucksack" mitgeschleppt wird. Hier müsste zuallererst die Führungsebene umdenken!
Ein Wahnsinn sind auch unsere Ladenöffnungszeiten. Glaubt wirklich ein Händler ernsthaft, dass ich mir zu meinen 2 Fernsehern einen dritten kaufe, weil das Elektrogeschäft vielleicht bis Mitternacht offen hält?
Dass Skandinavien in fast allen Bereichen besser dasteht als Österreich ist ja kein Geheimnis mehr. Ich habe PKW-Rundreisen durch Finnland, Schweden und Norwegen gemacht. Das Einkaufen mussten wir immer gut planen, weil die Geschäfte wesentlich kürzere Öffnungszeiten als bei uns haben. Es funktioniert trotzdem. Und der Kaufmann macht dort den Tagesumsatz halt lieber in 6 Stunden als in 12 Stunden, bei uns scheint das anders zu sein.

Re: Arbeitszeit ist nicht gleich Leistung

Einen Weg zurück, vor die Zeit der Gleitzeitmodelle, gibt es nicht mehr. Es ist auch sehr schwierig, „alle“ (kleine, große) Betriebe, Firmen, Behörden etc. in einen Topf zu werfen.
Trotzdem möchte ich aus der Warte als ehemaliger „Vorgesetzter“ (der noch beide „Modelle“ erlebt hat) folgende Erfahrungswerte in die Diskussion einbringen.
Die „Gleitzeit“ hat dazu geführt den „Freizeitwahn“ den Freizeitstress zu fördern (eigentlich paradox, aber meine Erfahrung). Obwohl meistens die Pausenzeiten sehr kurz bemessen sind, werden diese trotzdem nicht zur „Regeneration“ genützt.
Die Zeitguthaben werden oft in Zeiten/Perioden aufgebaut, die nicht immer oder jedenfalls oft nur beschränkt mit dem eigentlichen Arbeitsanfall zu tun haben. Sie werden mindestens zur Hälfte aus anderen/privaten Gründen „auf- bzw abgebaut“. Dass die Gleitzeit dazu geführt hat (zum Nachteil der DN), dass bestimmte Termine dann ausschließlich vor oder nach der Arbeitszeit wahrgenommen werden, ist ebenfalls nicht der Fall. Es gibt auch bei Gleitzeitregelung (sogar gesetzlich geregelt) „Freistellungen“, welche nicht von der Arbeitszeit abzuziehen sind. Zumindest in größeren/großen Betrieben ist ein „Eingriff“ durch die „Führungsebenen“ (falls überhaupt zweckmäßig) nicht so leicht möglich.
Abschließend weise ich noch auf die Problematik der Konkurrenz Gleitzeitstunden-Überstunden hin. Wie und wann kann ich eine „Mehrarbeit“ in der Gleitzeit oder als Überstunden-Zeit „verlangen“?
Für die „Führungsebenen“ ist jedenfalls der Umgang mit der „Inanspruchnahme“ von Gleitzeitreglungen nicht so ohne weiteres zu bewältigen!

Re: Re: Arbeitszeit ist nicht gleich Leistung

Bitte aber auch nicht verschweigen:

Das Anlegen eines übrigens unverzinsten Zeitguthabens hat den Unternehmen und "Führungsebenen" einfach besser zugesagt als einerseits Überstunden auszahlen und andererseits die Leute ganztägig in der Firma halten zu müssen auch wenn es die Auftragslage nicht hergibt.

Dazu kommen die üblichen Hintertürchen wie der Verfall der angesammelten Stunden nach 3 Monaten, etc.

Gleitzeitkonto sofern im Plus = zinsloser Kredit an die Firma.

Zum Glück schnallen das die meisten AN eh nicht.

Dazu noch einen All-In Vertrag und die Leute mit Arbeit zusche... um das Verhältnis Gehalt / Leistung zu maximieren.

Das die AN unter diesen Umständen die Gleitzeitregelung durchaus zu ihrem eigenem Nutzen ausreizen .. nona.


Re: Arbeitszeit ist nicht gleich Leistung

Es geht um flexible Ladenoffnungszeiten: ich arbeite (wie die meisten) von Mo-Fr von 8-18 Uhr. Ich habe keine zeit für das einkaufen. Und da haben alle Geschäfte offen (&Sa). Das ist purer Schwachsinn. Schwerpunkte auf abends legen - wie in Spanien, Italien, Ungarn oder anderswo in EU.

Re: Re: Arbeitszeit ist nicht gleich Leistung

also ich arbeite nicht um diese zeit. aber selbst wenn, bei uns haben unter der woche die lebensmittelgeschäfte täglich bis 19:30 offen. das sollte wohl reichen.
ich für meinen teil würde so oder so in der mittagspause einkaufen gehen, ist doch am sinnvollsten. gemütlich, zeitsparend und eine jause hab ich auch gleich.

Re: Re: Arbeitszeit ist nicht gleich Leistung

Können sie diese angebliche Arbeitszeit von "den Meisten" von 8 bis 18 Uhr durch Untersuchungen etc untermauern?

Ich habe den Eindruck - ausser im "Verkauf-/sbetrieben" (nicht einmal da) arbeiten die meisten NICHT (wie früher bei fixen Arbeitszeiten einmal) in diesem Zeitraum.

Arbeitseffizienz.

Schon vor vielen Jahrzehnten las ich einen Bericht eines leitenden österreichischen Versicherungsangestellten:
"Besuch bei einer amerikanischen Versicherung".
Was dem sofort auffiel?
"Jeder sitzt ruhig an seinem Schreibtisch und arbeitet. Niemand redet dauernd. Selten steht jemand auf und spricht ein paar Worte mit einem Kollegen an einem anderen Schreibtisch...".
Hierzulande wird von vielen in der Früh zuerst das Frühstück im Büro nachgeholt (dafür kann man ja daheim länger im Bett bleiben) und mit den Kollegen getratscht. Dann wird sinnlos herumtelefoniert, natürlich auch ausgiebig privat. Und bald ist ja schon wieder Pause....

Re: Arbeitseffizienz.

Nun, unlängst habe ich einen Beitrag aus China gesehen. Als Beispiel wurde ein Unternehmen gezeigt, wo Arbeiter 12 Stunden stehen, nur zu bestimmten Zeiten das WC aufsuchen dürfen und während der Arbeit absolutes Redeverbot besteht. Bei Nichteinhaltung werden die Personen gekündigt.

Schwebt Ihnen das so vor ?


Re: Re: Arbeitseffizienz.

Ihre Ansichten sind zutiefst kommunistisch. Und China ist die letzte kommunistische grossdiktatur der Welt. Schwebt Ihnen das vor?

Re: Re: Re: Arbeitseffizienz.

In China schimpft sich die Regierung kommunistisch.
Das ist aber auch alles.
Ein kapitalistischeres Land gibt es wohl kaum.

Re: Arbeitseffizienz.

Andererseits haben so manche Unternehmen eien völlig anderen Zugang als Sie und das höchst erfolgreich. Baxter beispielsweise richtete im Bürogebäude in Wien Kommunikationsinseln ein, die Mitarbeitern den informellen Austausch ermöglicht. Auch bei Trainings ist zu beobachten, dass in der Pause auch thematisch große Fortschritte gemacht werden, weil sich die Menschen austauschen...Jeder sitzt ruhig an seinem Schreibtisch ist in einer Zeit in der Netzwerken das Gebot der Stunde ist wohl eine ziemlich gestriger Zugsang. Der Informationsfluss spielt heutzutage eine sehr große Rolle und dieser Zugang ist so ziemlich das genaue Gegenteil. Es gibt genug Beispiele für Unternehmen die die Pausen massiv kürzten. Anschließend war die Verwunderung groß, dass die Produktivität absank, weil eben der informelle Austausch fehlte. Denn in den Pausen wird nicht nur über privates gesprochen...

Re: Re: Arbeitseffizienz.

Nichts gegen fachliche Gespräche.
Ich hatte beruflich die Gelegenheit, viele verschiedene Unternehmen von innen kennzulernen. Und sinnloses, oft über Gebühr ausgedehntes Quatschen mit sinnlosen Wiederholungen, oft auch am Telefon, gehört offenbar zum österr. "Arbeits"-Stil. Ebenso auch extensives Herumtrödeln und am eigentlichen Ziel der Tätigkeit vorbeiwerkeln. Jede Ablenkung wird sofort dankbar aufgegriffen. Und wenn dann am Abend die Zeit knapp wird, wird erzählt, wie lange man gestern wieder im Betrieb gesessen ist.

Re: Arbeitseffizienz.

Manche Betriebe veranstalten sündteure Teambuilding-Seminare, bei anderen passiert das eben am Kaffeetisch. Dort wird zudem auch oft Fachliches besprochen.

wer 40 oder mehr stunden pro woche arbeitet,

hat entweder genetisch zuwenig mitbekommen oder in der schule zuwenig aufgepasst!

man könnte auch sagen: wer sein leben mit arbeit verschwendet, kommt auf dem totenbett drauf, dass er gar nicht gelebt hat.

Re: wer 40 oder mehr stunden pro woche arbeitet,

kann es zu etwas bringen, muss es nicht. Das nennt man "eigenes Risiko".

Beispiel: Stellen Sie sich einmal vor, Bill Gates hätte seine Software und Firma mit einem 40 Stundenlimit je Woche schaffen müssen. Sie würden heute niemals vor einem MS-Windows-Rechner sitzen. Gilt auch für andere Bereiche. Oder anders herum, bitte um Aufzählung welche Errungenschaften der Menscheit, welche auch Sie sicher nutzen, wurden mittels der 40-Stundenwoche neu erschaffen?

PS: In Europa hätten sie Bill aber sowieso bereits die Arbeit in der Garage verboten, keine ausreichende Beleuchtung, Belüftung, Sanitäreinrichtungen, etc.

Re: wer 40 oder mehr stunden pro woche arbeitet,

Das hängt aber natürlich vom Betätigungsfeld ab. Tötet die Arbeit durch 100% Routine das Hirn ab oder ist sie jeden Tag auf's neue eine Herausforderung?

 
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