Die Lehre ist kein Exportmodell

21.02.2013 | 18:34 |  JEANNINE HIERLÄNDER (Die Presse)

Die EU lobt die duale Ausbildung in Österreich als Vorbild für andere Länder. Dabei würde sie in den meisten Ländern gar nicht funktionieren, so eine aktuelle Studie.

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Wien. Wenn es in der EU um arbeitslose Jugendliche geht, dann fällt schnell der Name Österreich. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hierzulande vergleichsweise gering, und dafür wird gern ein bestimmter Grund genannt: die Lehre. Jugendliche lernen ihren Beruf im Betrieb und gehen daneben in die Schule. Wenn sie mit der Ausbildung fertig sind, haben sie schon einen Fuß auf dem Arbeitsmarkt. Und so nannte EU-Kommissionspräsident José Barroso bei einem Österreich-Besuch im Vorjahr Österreich ein „Best Practice“-Modell für andere Länder.

So weit, so einfach? Leider nein, wie eine Studie des Münchner Ifo-Instituts feststellt, die am Montag in Brüssel präsentiert wird und der „Presse“ exklusiv vorliegt. Deutschland, Österreich und die Schweiz hätten ein sehr erfolgreiches System zur Berufsausbildung, aber kaum einem Land sei es gelungen, dieses nachzuahmen. Die Studie beleuchtet das deutsche System genauer, das dem österreichischen sehr ähnlich ist. Dieses funktioniere nur mit der Unterstützung lokaler Firmen, Handelskammern, Gewerkschaften, Schulen und öffentlichen Institutionen – ein relativ spezielles Gebilde. Gleichzeitig sei es sehr starr, Lehrlinge würden in jungen Jahren auf höchst spezifische Aufgaben zugeschneidert. Für Arbeitsmärkte, in denen die Jobs schneller gewechselt werden – wie etwa Großbritannien – passe das nicht. „Das ist auch eine Frage der Kultur, die sich auf einem bestimmten Arbeitsmarkt entwickelt hat“, sagt Ko-Autor John Driffill.

 

Schweden: Zu streng, zu teuer

Neben Österreich, Deutschland und der Schweiz gibt es die duale Ausbildung auch in Dänemark. Ein anderer Fall ist Schweden. In dem Land, das in vielen anderen Bereichen vorbildlich ist, sind 24Prozent der unter 25-Jährigen arbeitslos (in Österreich sind es 8,5, in Deutschland acht Prozent). Und das bei einer allgemeinen Arbeitslosenquote von nur knapp acht Prozent. Auch dafür haben die Autoren eine Erklärung. In Schweden würden Jugendliche in der Schule ausgebildet, dort aber nicht „Job fit“ gemacht. 2011 wurde zwar ein Lehrsystem eingeführt, dieses sei dem alten verschulten System aber zu ähnlich. Das zweite Problem seien die zu hohen Einstiegsgehälter. „Die Löhne, die die Gewerkschaften für Berufsanfänger aushandeln, sind im Vergleich zu den übrigen Löhnen einfach zu hoch“, sagt Driffill. Dazu komme ein strenger Schutz für Arbeitnehmer. Einen jungen Menschen zu engagieren sei mit hohen Kosten und Risken verbunden. „Deshalb stellen die Firmen keine jungen Mitarbeiter ein“, sagt Driffill.

Ein Negativbeispiel ist für die Autoren Großbritannien – eines von „vielen Ländern, wo die Berufsausbildung mangelhaft und schlecht organisiert“ sei. Die Bindung an den Arbeitgeber sei deutlich schwächer als etwa in Deutschland. „Die Arbeitgeber scheuen sich, in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren, denn sobald die Ausbildung vorbei ist, wechseln sie die Firma.“

Er empfiehlt den Problemländern, mehr Geld in die Berufsausbildung zu investieren. Bisher sei vergleichsweise viel in den akademischen Bereich geflossen. Dass das nicht zwangsläufig etwas bringt, zeigt das Beispiel Spanien: Das Land hat mit rund 30Prozent eine der höchsten Akademikerquoten, mit 26Prozent aber die zweithöchste Arbeitslosenquote der EU. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt fast 56Prozent.

 

Wenige Arbeitslose für viel Geld

Mangelnde Ausgaben kann man Österreich nicht vorwerfen. Der Staat lässt sich die niedrige Jugendarbeitslosigkeit einiges kosten. Wer nämlich keine Lehrstelle in einem Unternehmen findet, für den wird eine „überbetriebliche“ geschaffen. Für das laufende Ausbildungsjahr sind 11.700 solcher Ausbildungsplätze vorgesehen. Die öffentliche Hand hat fast 14.000 Euro pro Kopf reserviert.

Zahlt sich das aus? Zumindest in Deutschland führt die Lehre im Alter zu höherer Arbeitslosigkeit, wie das Ifo im Vorjahr errechnete: Nur ein Drittel der Männer mit Lehrabschluss über 55 Jahre war noch beschäftigt; bei Männern mit Matura oder BHS-Abschluss waren es drei Viertel. In Österreich lag die Arbeitslosenquote im Vorjahr bei Lehrabsolventen bei sechs, die allgemeine bei sieben Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2013)

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33 Kommentare
 
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Nichts verkehrt, mit der Lehrlingsausbildung!!!

Klassenbester in Berufsschule,
Mechaniker Gesellenprüfung, "Auszeichnung".
Meisterprüfung, mit 21 Jahren.
Mit dreißig jahren, einen eigenen Betrieb, mit 60 Mitarbeitern aufgebaut.
Wir brauchen auch Akademiker, aber in den MINT-Fächern ( Mathe., I.Technologie, Naturwissenschaften und in der Technik).
Ich beschäftige in meiner Firma zwei Akademiker.
Die Welt steht jeden Tüchtigen offen.

Interessante Studie

Ich habe die Zusammenfassung der Studie mt Interesse gelesen. Sie beleuchtet die Situation in Ländern ohne duales Ausbildungssystem und erlaubt einen gewissen Quervergleich zu den Ländern mit Berufslehre.

Allerdings habe ich bezüglich der Schlussfolgerungen so meine Zweifel. So wird etwa frivol die im Durchschnitt frühere Pensionierung von Arbeitnehmern mit Lehrabschluss mit der Berufslehre begründet. Im Umkehrschluss heisst das, dass wir weniger Arbeitslose hätten, wenn alle eine Matura und ein Universitätsstudium machen. Vermutlich hätten wir dann weit mehr Arbeitslose. Es stellt sich auch die Frage, ob dann die gleiche handwerkliche Qualität wie mit einer Berufslehre erreicht würde. Wohl kaum!

Im Übrigen habe ich immer wieder festgestellt, dass Leute mit Berufslehre viel reifer und lebenstüchtiger sind als ihre gleichaltrigen Kollegen auf den gymnasialen Weg und dass sie vor allem mehr gesunden Menschenverstand aufweisen. Ich führe das gerade auf die Berufslehre zurück. Die 15- bis 20-jährigen Lehrlinge reifen im realen Erwachsenen- und Wirtschaftsumfeld heran und nicht unter der meist ideologisierten und beschützenden Käseglocke von Gymnasien und Universitäten.

Für mich ist die duale Ausbildung der deutschsprachigen Ländern das beste Ausbildungsmodell. Umsonst rangieren diese Ländern im internationalen Wettbewerb und Wohlstandsvergleich nicht an der Spitze.

Re: Interessante Studie

ein großer vorteil der lehre ist, dass jeder betrieb versucht, immer am neueseten stand zu bleiben. die aktuellsten veränderungen werden möglichst rasch in die praxis umgesetzt um konkurrenzfähig zu bleiben.

bis sich manche veränderungen aber bis zu lehrern und schulbuchautoren herumsprechen können jahre vergehen.


Re: Interessante Studie

"Im Umkehrschluss heisst das, dass wir weniger Arbeitslose hätten, wenn alle eine Matura und ein Universitätsstudium machen. Vermutlich hätten wir dann weit mehr Arbeitslose. Es stellt sich auch die Frage, ob dann die gleiche handwerkliche Qualität wie mit einer Berufslehre erreicht würde. Wohl kaum!"

Die Frage ist wohl mehr, wie so ein Studium aussehen soll, welches ein Handwerk unterrichtet und welchem Anspruch das gerecht werden sollte :-)

Dass Leute mit Berufsausbildung über 55 schwerer einen Job finden liegt wohl auch daran, dass das Kosten-/Nutzenverhältnis dieser Arbeitskräfte (durch Lohnerhöhungen etc.) dann einfach schlechter wird als bei jungen frischen Kräften. Offenbar wird in diesem Bereich Berufserfahrung weniger honoriert als im akademischem Bereich.

Re: Re: Interessante Studie

Die Berufserfahrung der Älteren wird sehr wohl gebraucht.
Wenn man am Land lebt, dann weiß man, dass sie auch vielfach verwendet wird.

Es ist wohl eher so,
- dass es auf der einen Seite den Älteren leicht gemacht wird, nicht mehr arbeiten zu gehen, wobei ich das eher als vernachlässigbar sehe.
- auf der anderen Seite den kleinen Firmen es extrem schwer gemacht wird, Ältere anzustellen. Nicht wegen dem Gehalt, das kann man ausmachen. Es ist eher das Rundherum: Kündigungsschutz, mehr Krankenstand, ... Eigentlich nichts, was an sich recht schlimm wäre. Aber wenn ein Risiko schlagend wird (Dauerkrankenstand wegen Gesundheitlichen Problemene, ... ) dann kann das ein kleines Gewerbe ganz schön unter Druck setzen. Ich verstehe Unternehmer, dass sie das Risiko nicht nehmen.

" Die öffentliche Hand hat fast 14.000 Euro pro Kopf reserviert."

"Die öffentliche Hand hat fast 14.000 Euro pro Kopf reserviert."

Danke für die Info, jetzt wissen die Menschen endlich auch, wieviel ein Lehrling pro Jahr einer Firma kostet und welchen unsagbaren Beitrag diese leisten.

Dieses Geld ist gut investiert und ermöglicht dem österreichischen Standort mit guten Leuten die Akademiker anderswo an die Wand zu spielen.

Ich befürchte, dass die Lehre nicht einmal in Ö mehr eine Chance hat

Wenn ich mir die letzten Bildungsdiskussionen ansehe, dann wünschen sich viele Politiker ein Ausbildunsmodell ala Spanien. Viele Junge werden Akademiker und in der Schule bilden wir auch noch viele aus, aber der Rest ist wurscht.

Und wenn ich mir die meisten Eltern ansehe, dann habe ich eher das Gefühl, dass sie ihren Geltungsdrang befriedigen müssen anstatt dem Kind die passenste Ausbildung zukommen zu lassen.

Ein Mechaniker-Meister muß mehr können als die meisten BWL-Marketing-Absolventen, aber trotzdem bleibt er ein versoffener, ungebildeter Knecht, dem man auf die Finger schaun muß, weil er alles falsch macht. "Außerdem ist er zu teuer, dieser Schmarotzer."

Dass es in anderen Ländern nicht funktioniert, liegt wohl an der Einstellung, dass Ausbildung eine Staatssache ist, mit der die Wirtschaft, die Jugendlichen und die Eltern nichts zu tun haben müssen. Und wenn man eine Ausbildung macht, dann nur, weils halt sein muß.
Wir in Ö sind halt noch ein paar Jahre hinten.

Ich danke jenen, denen eine solide (auch praxisnahe) Ausbildung wichtig ist,
- den Lehrherren ,
- den Lehrlingen,
- den Eltern die ihre Kinder dabei unterstützen,
dass sie noch gegen den Strom schwimmen und sich nicht von dem faulen, fast dekadenten Mainstream wegspülen lassen.

Dazu gehören auch jene, die zwar eine höhere Ausbildung machen, sich aber trotzdem bewußt sind, dass man handwerklich (bedeutet durch eigener Hände Arbeit) was hinbringen kann.

Re: Ich befürchte, dass die Lehre nicht einmal in Ö mehr eine Chance hat

@jordi.laforge

Ihre Darlegung würde ich weitgehend unterschreiben. Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.

Ohne beruflich ausgebildete Arbeitsnehmer kann der heutige Wohlstand nicht gehalten werden. Es braucht selbstverständlich auch Leute, die studieren. Betonung auf "auch". Aber nicht beliebig viele. Jeder zuviel ausgebildete Akademiker kostet uns pro Jahr volkswirtschaftlich etwa 100'000 Euro an direkten (Unterrichtskosten) und indirekten (Wertschöpfungsausfall) Kosten oder in Summe für die ganze Ausbildung etwa 500'000-600'000 Euro. Die effektiv benötigten Akademiker spielen diese Ausgaben im Laufe ihres Berufslebens wieder herein. Die zuviel produzierten jedoch kaum. Vermutlich ist der Zenit bereits überschritten, d.h. jede Vergrösserung des Akademikeranteils senkt den Wohlstand.

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der grund warum es kaum funktionieren würde ist ein anderer: diese länder haben nicht die dichte an korruption und freunderln die österreich hat, ein land wo zwischen kammern, politik(er), unternehmen, alles geschoben und angepasst wird wie sie es gerade brauchen, und den leuten bleiben nicht viele chancen/möglichkeiten übrig. woanders wäre das UNdenkbar!!! schon von klein auf lernt der österreicher dass er schlosser sein will, also beharrt er sogar ganz stolz drauf, dass er schlosser ist und für sein ganzes leben bleibt!!! WOANDERS auf der Welt wechseln die Menschen mehrmals den Job/Beruf, bis sie das gefunden haben was IHNEN zusagt, und nicht der Politik(er)!!!


Re: der grund warum es kaum funktionieren würde ist ein anderer: diese länder haben nicht die dichte an korruption und freunderln die österreich hat, ein land wo zwischen kammern, politik(er), unternehmen, alles geschoben und angepasst wird wie sie es gerade brauchen, und den leuten bleiben nicht viele chancen/möglichkeiten übrig. woanders wäre das UNdenkbar!!! schon von klein auf lernt der österreicher dass er schlosser sein will, also beharrt er sogar ganz stolz drauf, dass er schlosser ist und für sein ganzes leben bleibt!!! WOANDERS auf der Welt wechseln die Menschen mehrmals den Job/Beruf, bis sie das gefunden haben was IHNEN zusagt, und nicht der Politik(er)!!!

die welt steht ihnen offen, warum wandern sie nicht aus?

Wo leben sie eigentlich?

Ich welcher Welt leben sie eigentlich? Das was sie da beschreiben gabs nur bei den Beamten. Bei den Lehrlingen eigentlich nie!

Früher hatten die Lehrlinge teilweise sogar "Wanderspflicht". Also die Pflicht auch andere Betriebe, Orte, Vorgehensweisen zu sehen. Etwas, was man sich heute fast nicht vorstellen kann.

Wie laufts jetzt ab,
Mein Bruder ist Mechaniker, Landmaschinenmechaniker um es genau sein. Er ist ~30 und hat 2x gewechselt, weil er was anderes sehen wollte. Und jetzt kümmert er sich um Förderbänder, Maschinen, ... technisch gesehen ist er Maschinenschlosser.
Sein bester Freund hat Schlosser gelernt und arbeitet jetzt in der Werkstatt, in der mein Bruder gelernt hat als "Mechaniker".
Und solche "Lebensläufe" sind normal. Wenn man gar nicht wechselt, hats irgendwas.

Die hohen Wechselraten auf die sie ansprechen, sind in Länder höher, wo die Wirtschaft auf große Unternehmen ausgelegt ist. ZB USA oder GB.
In Ländern wo die Wirtschaft auf KMUs aufbaut, brauchen die Menschen nicht so stark wechseln, weil ihre Jobs interessanter sind als in einer großen Bude (außer sie ist wirklich gut aufgestellt und läßt die Mitarbeiter rotieren) und wenn gewechselt wird, dann muß man nicht umziehen, weil in der Nähe der Nächste ist.
Dieses "Wechseln ist super!" ist eine Marketing-Sache der Amerikaner, um sich besser hinzustellen, ist aber in der Dimension der AngelSachsen eher eine Alarmzeichen als eine Chance.

Re: der grund warum es kaum funktionieren würde ist ein anderer: diese länder haben nicht die dichte an korruption und freunderln die österreich hat, ein land wo zwischen kammern, politik(er), unternehmen, alles geschoben und angepasst wird wie sie es gerade brauchen, und den leuten bleiben nicht viele chancen/möglichkeiten übrig. woanders wäre das UNdenkbar!!! schon von klein auf lernt der österreicher dass er schlosser sein will, also beharrt er sogar ganz stolz drauf, dass er schlosser ist und für sein ganzes leben bleibt!!! WOANDERS auf der Welt wechseln die Menschen mehrmals den Job/Beruf, bis sie das gefunden haben was IHNEN zusagt, und nicht der Politik(er)!!!

Aber geh, wenn Sie sich kundig machen, werden Sie entdecken, dass Österreich einen der flexibelsten Arbeitsmärkte in der OECD hat

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Re: Re: der grund warum es kaum funktionieren würde ist ein anderer: diese länder haben nicht die dichte an korruption und freunderln die österreich hat, ein land wo zwischen kammern, politik(er), unternehmen, alles geschoben und angepasst wird wie sie es gerade brauchen, und den leuten bleiben nicht viele chancen/möglichkeiten übrig. woanders wäre das UNdenkbar!!! schon von klein auf lernt der österreicher dass er schlosser sein will, also beharrt er sogar ganz stolz drauf, dass er schlosser ist und für sein ganzes leben bleibt!!! WOANDERS auf der Welt wechseln die Menschen mehrmals den Job/Beruf, bis sie das gefunden haben was IHNEN zusagt, und nicht der Politik(er)!!!

Der hat mit dem ÖD verglichen, der fast die Hälfte des Arbeitsarkts abdeckt wenn man all die Versicherungen und Parteiapparate mit ihren Vereinen und Sozialwohnungsverwaltungen mitzählt.

Lehrlinge würden in jungen Jahren auf höchst spezifische Aufgaben zugeschneidert. Für Arbeitsmärkte, in denen die Jobs schneller gewechselt werden – wie etwa Großbritannien – passe das nicht

Aber. So "spezifisch" und "starr" ist das duale System überhaupt nicht, es funktioniert zB auch mit Matura. Sein ausschlaggebender Vorteil liegt darin, dass Betriebe sich nicht nur als Arbeits- sondern auch als Lernort verstehen, ein Lernort, der durch keine Schule ersetzt werden kann.

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Re: Lehrnort Betrieb

Ihrer These muss ich teilweise widersprechen, da dies nur für Firmen mit angeschlossener Lehrwerkstatt gilt.
80% aller Betriebe haben diese nicht und die Lehrlinge werden dort nach der "Russenmethode" ausgebildet. Ein ranghöherer Mitarbeiter gibt sein "Nichtwissen" an seinen Untergebenen weiter bzw. er wird als Hilfsarbeiter eingesetzt.

Ebenso gibt es diverse Organisationen (NGO´s), welche Lehrlinge mit Migrationshintergrund und großen Defiziten in die "Lehre" pressen zum Wohle der NGO´s. Es werden Unsummen an staatlichen Mitteln in diese Organisationen gesteckt.

Dies müsste man sofort abstellen, da dies von den Lehrlingen bzw. "Jungen Erwachsen" mit Migrationshintergrund bzw. NGO´s absolut ausgenützt wird. Maximales Einkommen und soziale Absicherung bei "NULL" Gegenleistung.
Ich als BS-Lehrer habe schon eine Statistik welche NGO´s am meisten abcashen bzw. welche Nationalitäten(z.B. Pak.., Afgh..., Bos..., Tog.., Türk....) sich hemmungslos an den Subventionen bedienen zum Nachteil der österreichischen Steuerzahler.

Die angesprochene "Matura" ist eine "Farce" und enspricht nicht den Anforderungen der klassischen Matura.
Gem. meiner Erfahrung mit BS-Schülern können Lehrlinge, welche ein halbes Jahr vor der Mathe-Matura stehen, keine Geradengleichung(Lehrstoff 1KL. HTL lösen und sie kommen trotzdem durch.
Dieses "Kaugummiautomaten Diplom" hat halt nur zufällig den gleichen Namen. Jedoch setzte ich auf die künfigte "Berufsakademie" für hochbegabte Lehrlinge.



Re: Re: Lehrnort Betrieb

1) Auch ohne Lehrwerkstätte ist der Betrieb als Lernort durch Schule nicht ersetzbar: erwerbbar sind im Betrieb ua Kundenorientierung, Flexibilität, Qualitätsbewußtsein aufgrund der betriebsinternen Arbeitsteilung etc - das sind persönliche, transferfähige Qualifikationen (günstig bei einem Wechsel in andere Tätigkeiten im Lauf des Lebens, nicht zuletzt im selben Betrieb) und befördern einen wirtschaftlich relevanten Realitätsbezug.

2) In OÖ macht Lehre mit Matura bereits einen beachtlichen Teil aller Lehrausbildungen aus. Matura mit anschließender, verkürzter Lehrzeit kommt auch nach und nach in die Gänge.

Re: Re: Lehrnort Betrieb

Meine "Statistik" wiederspricht der ihrigen.

Ich kenne einige Personalverantwortliche in der Metallverarbeitenden Branche, die Lehrlinge aus Lehrwerkstätten gar nicht nehmen, weil sie nicht zu gebrauchen sind.
Das sind auch jene Meister, die sich einige Landes- und Bundessieger bei den Wettbewerben auf ihre Brust heften.

Ihre Aussagen erinnern mich an den Englisch-Lehrer in der HTL-Steyr , der verallgemeinernd und zu allen Mädchen sagt: "Frauen haben in der Technik nichts zu suchen".
Deswegen hat auch eine Bekannte nach 2 kapitalen Fetzen in Englisch (obwohl sonst überdurchschnittlich war) mit der HTL aufgehört und über die Lehre die Matura gemacht. Sie hat gerade ihre Dozentenstelle in !England! angetreten.

Was sind sie für ein BS-Lehrer?
Sie sollten versuchen aus jedem das Beste herauszuholen.
Für das bezahl ich sie nämlich!
Sie haben riesen Glück, dass es im österreichischen Ausbildungssystem keine Qualitätssicherung gibt.

Re: "Ich als BS-Lehrer habe


so meine Klischees über Lehrbetriebe halt von der linken Fraktion des ÖGB übernommen und breite sie in diesem Medium genüßlich aus. Ich bin vor allem deshalb BS-Lehrer geworden weil mir das Leistungsdenken und der Arbeitsdruck aus den "Russenbetrieben" so gar nicht in meine Lebensführung passt. Wenn ich irgendwann einmal die Aufnahmsprüfung in eine Berufsakademie schaffe, wird sich auch mein Deutsch bestimmt bessern."

Warum Österreich statistisch besser dasteht?

Einfach weil wir die besten bei der Statistikfälschung sind!

Re: Warum Österreich statistisch besser dasteht?

nein, weil bei uns ein über 55jähriger nicht arbeitslos, sondern in frühpension ist!

Re: Re: Warum Österreich statistisch besser dasteht?

Ich hoffe doch, dass man sogar in der EU über 55-jährige noch nicht in die Jugendarbeitslosigkeit miteinberechnet. Wenn das doch mal passiert, dann darf man die Geriatriebombe Europa endgültig als detoniert betrachten .....

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Re: Re: Warum Österreich statistisch besser dasteht?

so einfach geht das mit der frühpension dann auch wieder nicht - wenn man nicht in einem staats- oder staatsnahen betrieb gearbeitet hat...

Eh klar

"Nur ein Drittel der Männer mit Lehrabschluss über 55 Jahre war noch beschäftigt; bei Männern mit Matura oder BHS-Abschluss waren es drei Viertel."

In einem Bürosessel lässt es sich eben länger arbeiten das müssten die Sesselfurzer vom Ifo schon wissen
Sollen mal 40 jahre Schichtdienst schieben die Gscheiden.


Ist ein zweischneidiges Schwert!

Der eigentliche Grund ist, dass man nur mit einer Lehre schlecht für einen noch ausführbaren Bürojob geeignet ist.

Schwerarbeiter oder der Schichtdienst müssten deutlich mehr in die Altersvorsorge einzahlen um auch früher ihre wohlverdiente Pension antreten zu können, aber das würde diese Jobs für Österreich unrentabel machen.

Re: Ist ein zweischneidiges Schwert!

schichtarbeiter sterben früher. da bleibt dann mehr für dich

Re: Re: Ist ein zweischneidiges Schwert!

uns sollen auch deutlich früher in Pension gehen dürfen!

 
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