AUA übersiedelt Tyrolean-Verwaltung nach Wien

27.03.2013 | 16:44 |  von Hedi Schneid (Die Presse)

Rund 100 Mitarbeiter – ein Viertel der Belegschaft in Tirol – sind von der Konzentration der Standorte betroffen. Für Bordbetriebsrats-Chef Karl Minhard bedeutet das die Umkehr des kritisierten Betriebsübergangs.

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[Innsbruck/Wien] "Innsbruck, ich muss dich lassen": Ob die 100 betroffenen Beschäftigten der AUA-Regionaltochter Tyrolean schon das berühmte Lied von Heinrich Heinrich Isaac und Kaiser Maximilian I. anstimmen? Höchstwahrscheinlich - denn die jüngste Maßnahme zur Kostenreduktion lässt in Tirol die Wogen hochgehen. Nach dem im Vorjahr gestarteten Betriebsübergang des Flugbetriebs von der AUA auf die Tyrolean - die Kernmaßnahme zur Sanierung der defizitären Fluglinie - werden auch Doppelgleisigkeiten abgebaut. Neu ist, dass auch die komplette Verwaltung der Tyrolean mit dem neuen Geschäftsführer, Klaus Froese, nach Wien übersiedelt. Betroffen sind 100 der 400 Tyrolean-Mitarbeiter, die in Tirol arbeiten.

Der jüngste Schritt geht über die bisherigen Konzentrationsmaßnahmen hinaus. Sie sollen zehn Mio. Euro Einsparungen bringen, es werden dadurch 150 Stellen abgebaut. Dazu gehört unter anderem die Konzentration der Flugleitzentrale in Wien, während die Flugadministration in Innsbruck verbleiben sollte. Jetzt kommt die Crew- und Verkehrssteuerung ganz nach Wien. In Innsbruck bleiben unter anderem die Tyrolean-Technik/Flugzeugwartung (vor allem für die Dash-Flotte), die Crewbasis sowie das Callcenter.

„Die Entscheidung ist mutig und schmerzhaft", sagt dazu AUA-Boss Jaan Albrecht. „Klaus Froese hat nach wenigen Wochen intensiver Analyse das ursprüngliche Konzept erweitert." Froese selbst argumentiert, dass die meisten Tyrolean-Mitarbeiter ohnedies in der Luft - oder in Wien - arbeiteten. Da sei es nur logisch, die Verwaltung auch in Wien zu bündeln.

Den betroffenen Mitarbeitern wird angeboten, nach Wien zu übersiedeln. Für jene, die das nicht mitmachen wollen oder können, wird es einen Sozialplan geben. Die AUA hatte zum Jahresende 2012 6236 Mitarbeiter, davon arbeiten 400 in Innsbruck.

"Schubumkehr" nach Wien?

Der Schritt, der nicht ganz überraschend kommt und von den Tirolern bereits befürchtet worden war, birgt noch eine interessante Facette. Denn für AUA/Tyrolean-Bordbetriebsrats-Chef Karl Minhard ist die Konzentration in Wien nicht nur „logisch". Sie bedeutet auch, dass nicht mehr von einem Betriebsübergang von der AUA auf die Tyrolean gesprochen werden könne. „Es ist eher umgekehrt - der Betriebsübergang findet von der Tyrolean auf die AUA statt", sagt er zur „Presse". Höchstens könne man von einer Zusammenführung der beiden Airlines sprechen.

Minhards Überlegung hat einen handfesten Hintergrund: Der Betriebsrat hat mit Rückendeckung der Gewerkschaft Vida den mit 1. Juli 2012 vollzogenen Betriebsübergang vehement bekämpft und tut das noch immer. Beim Obersten Gerichtshof (OGH) ist eine Feststellungsklage auf Nichtigkeit des Betriebsübergangs, die Nachwirkung des AUA-Bord-Kollektivvertrags und die Weitergeltung aller Betriebsvereinbarungen sowie das Austrittsrecht aus dem Unternehmen wegen wesentlicher Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen anhängig. Das richtungsweisende Urteil könnte laut Minhard im April fallen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.03.2013)

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28 Kommentare
 
12

Was ist mit Schwechat?

Sitzt die AUA-Zentrale nicht in Schwechat? Auch wenn das der Speckgürtel ist, gehört es immer noch zu Niederösterreich.

Durch Hochleistungsbahnen werden Kürzeststrecken entfallen !

.
Wer fliegt noch von Peripherie zu Peripherie, wenn die Bahn von Zentrum zu Zentrum in vergleichbarer Zeit fährt ?

Re: Durch Hochleistungsbahnen werden Kürzeststrecken entfallen !

Das lese ich jetzt seit 30 Jahren. Und daran wird sich auch die nächsten 3 Dekaden nichts ändern ... leider!

Re: Re: Durch Hochleistungsbahnen werden Kürzeststrecken entfallen !

.
In der Budgetvorausschau 2014 - 2020 der EU sind 18 Mrd EURO für das Trans-Europäische Netz vorgesehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Transeurop%C3%A4ische_Netze

Und der überwiegende Anteil fließt in die Hochleistungs-Bahnverbindungen von Städten mit Internationalen Flughäfen.

Re: Re: Durch Hochleistungsbahnen werden Kürzeststrecken entfallen !

Auf der Strecke Wien - Salzburg (und mit Einschränkung auch München) ist das schon Realität.

hauptsache

wir bleiben bei 9 landesverwaltungen inkl landesfürsten und deren hofstaat sowie bei den regionalen krankenkassen. weil wien ist sowas von sumpf, da muss man die zügel schon selber in der hand halten... eigentlich faszinierend wie lange sich der strudel ziehen und ziehen lässt ohne auch nur ansatzweise einzureissen.

Undank

Man sollte nicht vergessen, dass Ibk immer profitabel war und ein überleben der AUA erst möglich gemacht hat. Das ist jetzt der Dank dafür. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Mitarbeiter von Tirol nach Wien mitgehen. Dann besteht die Hoffnung, dass der "elendige Wiener Sumpf" trockengelegt wird und das Unternehmen wirtschaftlich geführt werden kann. Sehr wahrscheinlich ist das allerdings nicht. Dass die Wiener den Tirolern Erfolg nie verkraftet haben ist ja bekannt. Ein trauriger Tag für die österr. Wirtschaft!

Re: Undank

völliger Schwachsinn, die Aua selbst wäre wohl ohne der unsäglichen Übernahme der in Konkurs befindlichen Lauda Air viel profitabler unterwegs gewesen ... sie viele unterschiedlichen Flugzeuge für eine kleine Airline, das kann nicht gut gehen...

BTW. was wollen die Tiroler? der Wendekreis der Flieger ist ja größer als das Land ....

Re: Re: Undank

Die AUA wird solange nicht profitabel sein, solange weiterhin "Beamten Mitarbeiter" tätig sind. ....und diese sind nach wievor in der Mehrheit. Tyrolean war von Anfang
an ein privates Unternehmen. Es wurde seit der Gründung systematisch von "dr Wiener Partie" bekämpft und behindert. Von den Beamten schikaniert, alles im Namen der "Staatsairline". Hat aber nichts genützt. Tyrolean war erfolgreich und hat der großen AUA gezeigt wie profitables Wirtschaften geht. Am Ende hat es leider nichts genützt, die "Wiener Brut" war stärker.

Re: Re: Re: Undank

Ja genau, und ausgerechnet diese erfolgreichen Tirola schreien jetzt um Hilfe bei sämtlichen Politikern die das Land zu bieten hat, inkl. Innsbrucks Bürgermeisterin.
Eigentlich ein Fall für die Schützen.

Man sollte nicht vergessen, dass Ibk immer profitabel war und ein überleben der AUA erst möglich gemacht hat.

Wer das glaubt, glaubt auch an Märchen.

Wenn man Hr. Minhards Logik folgt

müsste die Virgin auf den Virgin Islands based sein und nicht in London;-)

Re: Wenn man Hr. Minhards Logik folgt

...und die Cathay Pacific am Boden des Ozeans!

Schon wieder der Minhard

Danke an die Linksgewerkschafter bei der APA und in den Zeitungen, die jede Flatulenz dieses neurotischen Selbstdarstellers ventilieren.

Übrigens, Karli: nur weil eine Firma "Tyrolean" heißt, muss sie nicht in Tirol sitzen! Daraus ein Argument machen zu wollen, zeigt die aussichtslose argumentative Lage.

16

Re: Schon wieder der Minhard

minh ist einfach nur geistesgestört

Re: Re: Schon wieder der Minhard

Wenn ich die AUA wäre, würde ich ihn wegen betriebsschädigenden Verhaltens fristlos entlassen.

Ist zumindest schlüssig argumentierbar. Schlimmstenfalls müsste man ihn nach dem Instanzenzug in ein paar Jahren wieder einstellen - was nicht einmal sicher ist - und in der Zwischenzeit kehrt endlich Ruhe in den Betrieb ein.

Wenn ich die AUA wäre, würde ich ihn wegen betriebsschädigenden Verhaltens fristlos entlassen.

Recht ist Einstellungssache?

Re: Wenn ich die AUA wäre, würde ich ihn wegen betriebsschädigenden Verhaltens fristlos entlassen.

Hier geht es bestenfalls um Rechthaberei.

Hier geht es bestenfalls um Rechthaberei.

Entlassung ist eine sehr reglementierte Art des Mitarbeiterabbaus. Bei Betriebsräten um so mehr!

Re: Re: Re: Schon wieder der Minhard

Sie sind aber nicht die AUA, sondern nur ein ahnungsloser Angstbeisser, der beim Namen Minhard sofort loskläfft.

Re: Re: Re: Re: Schon wieder der Minhard

Wer sein Gesicht ständig in der Öffentlichkeit waschen will, muss mit Kritik umgehen können.

Und wer keine Sachargumente bringen kann, muss Schimpfworte erfinden (was bitte ist ein "Angstbeisser"[sic!]?

Wenn ich die AUA wäre..

gehts noch schwachsinniger?

Re: Wenn ich die AUA wäre..

Oh ja, ich liebe sachliche Argumente!

Wenn sie die AUA wären...

...hätten sie einen rot-weiß-roten Schwanz

Re: Wenn sie die AUA wären...

Haben Sie nachgeschaut? Oder würden Sie gar gern?

wenn sie die AUA wären...


 
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