Tiroler Wirtschaftskammer um 660.000 Euro geprellt

28.03.2013 | 17:19 |   (DiePresse.com)

Eine mittlerweile pensionierte Mitarbeiterin soll jahrelang Betriebe von der jährlich zu zahlenden "Grundumlage" verschont haben.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Die Tiroler Wirtschaftskammer ist einem Medienbericht zufolge Opfer eines Großbetrug geworden. Wie die Online-Ausgabe der "Tiroler Tageszeitung" am Donnerstag berichtete, soll eine ehemalige Mitarbeiterin über Jahre hinweg Betriebe von der jährlich zu zahlenden "Grundumlage" verschont und damit die Kammer um 660.000 Euro geschädigt haben. Am Mittwoch wurde Anzeige gegen sie erstattet. Aufgeflogen seien die Malversationen nach ihrer Pensionierung im Februar, heißt es in dem Bericht. Nach einer internen Untersuchung sei das gesamte Ausmaß bekannt geworden. Seit dem Jahr 2001, oder möglicherweise noch länger, soll die ehemalige Kammerbedienstete ihre Vorgangsweise durch fingierte Buchungen verschleiert haben.

Motiv noch völlig unklar

Die Ex-Mitarbeiterin soll 16 von insgesamt 48.000 Betrieben geschont haben. Dabei habe sie das Kontrollsystem umgangen, erklärte der Direktor der Wirtschaftskammer, Horst Wallner: "Sie hat die Vorschreibungen mit Transferzahlungen verschleiert". Zwischen den verschonten Betrieben und der ehemaligen Angestellten bestehe keine Verbindung, so Wallner. Auch gebe es keine Verbindung zwischen den Firmen. Rätselraten gibt es über das Motiv der Ex-Mitarbeiterin. Eine Selbstbereicherung sei nicht feststellbar, so Wallner.

Sicher sei, dass die Frau "wissentlich" gehandelt habe. Denn schließlich habe sie die Kontrollmechanismen umgehen müssen, so der WK-Direktor. Er bekräftigte, die Gelder von den betroffenen Betrieben nachfordern zu wollen. Zudem habe man alle Schritte für eine "lückenlose Aufklärung" in die Wege geleitet. Anwälte würden eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft vorbereiten.

(APA)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
25 Kommentare
 
12
insigma
29.03.2013 17:51
4

super system:

fällt 12 jahre nicht auf, geht keinem ab. auf so eine kammer kann man aber auch verzichten, oder?

insigma
29.03.2013 17:50
3

hui,

wenns keine selbstbereicherung gibt ists schon verdächtig. krank.

Fragestrahl
29.03.2013 16:18
3

3.750.- € pro Betrieb und Jahr

das wären hochgerechnet also bei 48.000 Betrieben

180.000.000 € pro Jahr

und das nur für Tirol.

Schönes Sponsoring der Tiroler Landeszweigstelle einer Zwanginstitution und der damit im Zusammenhang stehenden Pöstchen.

Sind die jährlichen Gegenleistungen der Trioler Zwanginstitution eigentlich diese Summe wert?

Antworten Bluesman
30.03.2013 07:13
1

Die Ex-Mitarbeiterin soll 16 von insgesamt 48.000 Betrieben geschont haben

Bis auf die Zahlen gebe ich ihnen Recht.

Thronprätendent
29.03.2013 15:24
5

Reichswirtschaftskammer

Nun ist das Reich ja schon lange weg, aber sie sind immer noch reich, die Kammern und ihre unnoetigen Funktionaere. Und ich Depp dachte, mit der EU gibt es keine Zwangskammern mehr. Was fuer ein Depp war ich.

Aurel2
29.03.2013 14:06
1

Die Grundumlage ist der Mindestbeitrag, der den Kleinen aufgebrummt wird.

Aus den Zahlen im Artikel können Sie ja selber rechnen, was das bedeutet.

sirnicha
29.03.2013 13:08
9

gebt ihr einen orden!

die erste postive meldung aus einer wirtschaftskammer...

hl_1001
29.03.2013 11:27
9

Bitte bei GIS auch mal machen!

Unnötige Zwanginstitutionen und deren Zwangbeiträge...

kollerado
29.03.2013 08:50
2

Robin Hood oder systemdienerin?

Das haette ich schon sehr gerne gewusst. Wenn naemlich nur 16 Betriebe in den Genuss der Zwangsabgabenbefreiung kommen, so riecht das sehr stark nach Begünstigung von ausgewählten Betrieben.
Daher volle Transparenz und die Namen der Betriebe bekannt geben. sollte sich nämlich herausstellen, dass darin Kammerfunktionaere zu finden sind, dann wissen wir wohl, wie der Hase läuft.

Erst dann bin ich bereit, darüber nachzudenken, ob diese Frau einen Orden verdient.

salvatore1
29.03.2013 06:59
2

Gauner unter sich

wobei bei einer der Robin-Hood-Effekt sehr ausgeprägt ist!

Speckbrot
29.03.2013 04:33
8

Von geprellt kann wohl...

...nicht die Rede sein, wenn eine Institution nicht fähig ist, Zwangsbeiträge einzuheben;)

Stronach
28.03.2013 22:38
9

Deppensteuer

Ein klarer Fall für Deppensteuer

ahha
28.03.2013 21:40
14

eher ist es umgekehrt!!!

...die Kammer saugt für nichts und wieder nichts Geld von den Unternehmen ab...
Dank der so intelligenten Politiker und ihrer Freunderln?

Antworten Aurel2
29.03.2013 14:12
0

Re: eher ist es umgekehrt!!!

Die Kammern haben den Zweck, die Interessen zu vertreten. Auch dann noch, wenn durch demokratische Wahlen einmal niemand mehr dafür da wäre. Da soll ja nicht der ganze Berufsstand ausgerottet werden.

Antworten Antworten ahha
29.03.2013 14:35
4

Re: Re: eher ist es umgekehrt!!!

...nett dass Sie so eine gute Meinung haben...
Nur gehen Sie rein in so eine Tintenburg - die sind nur noch mit sich selbst beschäftigt.
z.B. die Bundeskammer hat das Verwaltungsgebäude der Semperit eines der größen österr. Unternehmen bereits verdoppelt und zahlt Mieten in der Umgebung mit einem 100%-igen Aufschlag?
Dazu gibt es weitere 9 Landeskammern ohne denen nichts läuft?
Das funktioniert nur weil es sich um einen durch die Verfassung geschützten Bereich handelt.
Würden die Herrschaften für die den Unternehmen gebotenen Leistungen bezahlt werden, würden viele Freunderl und Vettern was richtiges Arbeiten müssen oder am Hungertuch nagen...

grulu
28.03.2013 20:37
8

Ordensverdächtig?

Vermutlich hätten die Spekualtionen mit diesen Mehreinnahmen den größeren Schaden verursacht.

Seismograph
28.03.2013 20:32
24

die Zwangsmitgliedschaft bei Wirtschafts- und Arbeiterkammer ist ein Relikt des Faschismus und National-Sozialismus

diese Tatsache verschweigen unsere Politiker und Funktionäre.

SPÖVP waren sogar so dreist, diese Relikte in die Verfassung zu pushen.

Nichts gegen eine freiwillige Mitgliedschaft bei einer Interessenvertretung, aber Zwangsmitgliedschaften sind Symptome eines totalitären Systems.

Antworten Bauernbua
29.03.2013 08:24
14

Re: die Zwangsmitgliedschaft bei Wirtschafts- und Arbeiterkammer ist ein Relikt des Faschismus und National-Sozialismus

Arbeiterkammer - einer der unnötigsten Zwangsabgabenkassierer Österreichs neben dem ORF.
Einer der Hauptgründe , daß mir rot ,schwarz, grün gestohlen bleiben kann.

Antworten Antworten Bluesman
30.03.2013 07:18
2

Re: Re: die Zwangsmitgliedschaft bei Wirtschafts- und Arbeiterkammer ist ein Relikt des Faschismus und National-Sozialismus

Der Haider hat damals über die Zwangsmitgliedschaft bei der AK eine Volksbefragung initiiert.
Die damalige Regierung hat dann die Frage auf "Sind Sie dafür, dass die AK wieterhin besteht" umformuliert.

Wer konnte da schon Nein sagen?
Die Volksbefragungsvera,sche geht ja scheinbar immer.

Antworten persil 4.0
28.03.2013 21:19
22

Re: die Zwangsmitgliedschaft bei Wirtschafts- und Arbeiterkammer ist ein Relikt des Faschismus und National-Sozialismus

So unverschämt wie heute waren die damals aber sicher nicht!

sepp4
28.03.2013 20:13
5

Die

Wirtschaftskammer führt große Sprüche, die sollen vor der eigenen Haustüre kehren. Wer im Glashaus sitzt....

blackman
28.03.2013 20:06
18

dieser engel

hat offensichtlich das system der ausbeutung nicht mehr länger durchgehalten. danke und viel glück in der zukunft. man sollte ein spendenkonto, für sie einrichten und den tiroler wko präsidenten feuern.

Grüner_Kacktus
28.03.2013 18:42
31

Gebt der Frau

einen Orden - sie hat in einer staatlichen Einrichtung gearbeitet und die Wirtschaft unterstützt. Findet man ja sonst nicht.

persil 4.0
28.03.2013 18:38
35

Wie kann man einen Abzocker prellen?


Die Wirtschaftskammer ist doch die unnötige Abzockerpartie, die uns abzockt!

"Danke" RotSchwarz für die Zwangsmitgliedschaft!

Freiwillig wäre bei dem Verein niemand dabei!


Agent Orange
28.03.2013 18:05
27

Tja

so wie es scheint, kann der Direktor etwas von den Betrieben NACHFORDERN aber sicher nicht zurückfordern. Oder haben die Betriebe die nicht bezahlte "Grundumlage" etwa ausbezahlt bekommen.?
Was macht die Wirtschaftskammer eigentlich mit den Abermillionen an "Umlagen" (Zwangsabgaben), wenn nur 16 Betriebe von 48.000 schon €660.000 abführen hätten müssen?

Es kann angenommen werden, das diese Dame die Wirtschaft um einiges mehr gefördert hat, als es die Wirtschaftskammer je tun könnte (immerhin scheint es die besagten Firmen noch zu geben...).

 
12

Umfrage

AnmeldenAnmelden