Kreditvergabe: Firmen werden „untreu“

Die Loyalität zur Hausbank nimmt stark ab, hat eine KSV-Umfrage ergeben.

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Kreditvergabe Firmen KSV – (c) Erwin Wodicka - BilderBox.com (Erwin Wodicka - BilderBox.com)

Wien/Eid. Weit unter der Inflationsrate liegende Sparzinsen, aber teurere Kredite, die zudem viel restriktiver vergeben werden: Österreichs Klein- und Mittelbetriebe leiden offenbar zunehmend unter der strengeren Geldpolitik der Banken und ziehen die Konsequenzen. 69 Prozent der 1700 vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) befragten Firmen würden mit ihrer Hausbank brechen, sollte ihnen ein anderes Institut ein besseres Angebot machen.

„An sich ist die Treue zur Hausbank sehr groß, aber die schwierigen Rahmenbedingungen in Finanzierungsfragen haben bei den Unternehmen zu einer Flexibilisierung geführt“, sagt Roland Führer, Geschäftsführer der KSV-Information. Für ein Drittel der befragten Firmen sind Kosten und Konditionen einzig entscheidend. Sie führten an, dass Berater heutzutage ohnedies keinen Spielraum für maßgeschneiderte Lösungen hätten.

Generell haben es Firmen, vor allem kleine, schwerer, an Geld zu kommen. Der Grund ist auch in den strengeren Kapitalrichtlinien (Basel III) der Banken zu suchen. 60 Prozent der Firmen bestätigten, dass eine Kreditaufnahme schwieriger sei. Vor allem würden mehr Sicherheiten verlangt. 39 Prozent wiesen darauf hin, dass Kredite, die früher genehmigt worden wären, heutzutage abgelehnt würden.

 

Mehr Risikokapital gefordert

Mehr als die Hälfte (54) der vom KSV befragten Unternehmen wünschen sich daher alternative Finanzierungsformen zum Kredit. Dazu zählen etwa Risikokapital, Beteiligungsmodelle, Crowdfunding oder Förderungen. Solche Angebote würden auch den Wettbewerb unter den Banken ankurbeln.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2013)

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