Krise und langer Winter: Zehn Prozent mehr Arbeitslose

02.04.2013 | 18:31 |   (Die Presse)

Ende März waren 366.277 Menschen arbeitslos. Auf dem Bau stieg die Arbeitslosigkeit im März um 27 Prozent.

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Wien/Hie. Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im März wieder gestiegen. Ende des Monats waren 366.277 Menschen arbeitslos, davon 76.232 in Schulungen. Damit stieg die Zahl der Menschen ohne Job im Vergleich zum März des Vorjahres um 10,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote (nationale Berechnung) betrug 7,7 Prozent. Der Grund für den starken Anstieg war vor allem der lange Winter. So nahm die Arbeitslosigkeit in der Baubranche um 27 Prozent zu. Laut den Daten des Sozialministeriums gibt es fast 10.000 arbeitslose Bauarbeiter mehr als normalerweise zu dieser Jahreszeit. Mit dem Wetter werde sich im Laufe des Aprils auch der Arbeitsmarkt „normalisieren“, so SPÖ-Sozialminister Rudolf Hundstorfer.

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Was auch immer normal ist. Denn die Arbeitslosigkeit wird wegen der Wirtschaftskrise vorerst hoch bleiben. Ohne ausreichendes Wachstum geht die Arbeitslosigkeit nicht zurück. In der Regel muss das Bruttoinlandsprodukt um zwei Prozent zulegen, damit die Arbeitslosenzahl zurückgeht. Solche Zahlen sind derzeit aber nicht in Sicht. Laut der aktuellsten Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) und des Instituts für Höhere Studien (IHS) bleibt der BIP-Zuwachs heuer und nächstes Jahr darunter. Das Wifo rechnet für 2013 mit einem Prozent und das IHS mit 0,8 Prozent Wachstum. 2014 werden es nach Einschätzung beider Institute 1,8Prozent sein.

 

Mehr Bildungskarenz erwartet

Und so wird auch die Arbeitslosigkeit weiter steigen. Laut der jüngsten Prognose des Arbeitsmarktservice („Die Presse“ berichtete) sogar stärker als angenommen: Heuer wird es bis zu 22.000 Arbeitslose (inklusive Schulungsteilnehmer) mehr geben als 2012. Im Dezember ist das AMS noch von etwa 17.000 zusätzlichen Menschen ohne Job ausgegangen.

Die gute Nachricht ist, dass auch die Beschäftigung weiter steigt. Das war auch im März so. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl der unselbstständig Beschäftigten um 20.000 auf 3,45 Millionen Menschen gestiegen. Das AMS rechnet auch mit einer verstärkten Nachfrage nach Bildungskarenz und der neu geschaffenen Bildungsteilzeit, die ab Juli beantragt werden kann. 2012 waren im Durchschnitt 7300 Menschen in Österreich in Bildungskarenz. Vor der Krise waren es wesentlich weniger. 2011 betrugen die Kosten für die Bildungskarenz für die öffentliche Hand 76 Mio. Euro.

Trotz der zunehmenden Arbeitslosigkeit sind die Zustände in Österreich im EU-Vergleich immer noch gut. In der Eurozone betrug die Arbeitslosenquote im Februar (das ist der aktuellste Wert) zwölf Prozent. Und das nach der internationalen Berechnungsmethode: Dabei gilt jeder als beschäftigt, der zumindest einen Tag pro Woche arbeitet. Nach dieser Methode beträgt die Arbeitslosigkeit in Österreich nur 4,8 Prozent, das ist der beste Wert in der EU. Bei der Jugendarbeitslosigkeit hat Österreich mit 8,9 Prozent den zweitbesten Wert nach Deutschland mit 7,9Prozent.

Die höchste Arbeitslosigkeit verzeichneten wiederholt Griechenland (26,4 Prozent) und Spanien (26,2 Prozent).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2013)

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80 Kommentare
 
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Deppenkurse 76.232 in Schulungen

Der Großteil der AMS Schulungen sind reine Deppenkurse. Wie bewerbe ich mich richtig. Jobcoaching, Job finding, Aktivierungsmaßnahme, Gruppencoaching. Es ist keine Seltenheit, das in diesen Deppenkursen sogar Akademiker zum Xten mal im gleichen Kurs: Wie bewerbe ich mich richtig landen. Wann tritt diese neolieberalistische Ausbeuterregierung endlich zurück??? Frage: Wenn 400000 Menschen einen Job suchen, und seit Ende der 90 er Jahre rund 20000 freie Jobs angeboten werden. Hilft dann der Deppenkurs: Wie bewerbe ich mich richtig????

Zum Winterwetter im April

sagt Michael Tintifax:
"Gott will es !"

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Warum??

Hackeln sie wie die Wil..., pardon, Besessenen am neuen Hauptbahnhof den ganzen Winter durch?

Wollen die Roten noch vor der Wahl tausend Wohnungen an Rot-Afine Armutsmigranten vergeben?

Man staune

Letzten Herbst wurde in unserer Nähe der Keller für 5 Häuser ausgehoben. Man wunderte sich, dass die im November noch mit dieser Arbeit beginnen. Aber noch mehr wunderte man sich, dass dort den ganzen Winter durchgearbeitet wurde. Derzeit werden die Dächer gedeckt.

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Na ja, Arbeit gibt's genug!

Ich jedenfalls hatte noch nie so viele Anfragen für einen kleinen Pfusch wie derzeit. Liegt vielleicht daran, weil jede Weichflöte heutzutage schon einen Magister hat und keiner mehr 'ne Zange angreifen will. ;-))

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lgisch; durch den laufenden SPÖ sozialabbau bei den asvg pensionen u hacklern werden zig tausende jüngere vom arbeitsmarkt in die arbeitslosigkeit verdrängt; die vielen jungen u älteren asvgler sind daher die opfer dieser SPÖ sozialabbaupolitik.


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Don't worry!

Für dauerhafte Massenproteste braucht es als Faustregel ca. 15% Arbeitslose. Da werden die Lämmer nervös.
Gewalttätige Ausschreitungen kommen dann bei ca. 20%-25%. (Siehe GR oder Spanien.)
Wir haben daher noch etwas Luft hierzulande.

Einen wunderschönen Guten Tag

Auch gerade von der Arbeit heimgekommen? Etwas müde? Dann lehen Sie sich zurück! Trinken Sie gemütlich eine Tassee Kaffee und informieren auch Sie sich über die neuessten, großteils positive Entwicklung die Werner Faymann für uns ermöglicht hat.

Er (Anmerkung Faymann), ist nicht nur der Best bekleidete World-Leader, sondern auch der Beste Kanzler für Dich und mich.

Verzweiflung macht sich erst gar nicht breit. Wer keine Arbeit hat, wird sozial betreut. Wobei....

eir haben im Prinzip Vollbeschäftigung! Nur Dank der EU konnte eine wirkliche Arbeitslosenkriese verhindert werden. Denn, nur die EU sichert unsere Arbeitsplätze und den Wohlstand. Hätten wir die Friedensbringende EU nicht, so hätten wir heute Krieg und Arbeitslosigkeit pur!

Aber glücklich wie wir sind, sind wir in der EU und haben dadurch Wohlstand und quasi eine Vollbeschäftigung! EU und Faymann - ein Gutes Gefühl, jeden Tag.

Re: Einen wunderschönen Guten Tag

fast schon geniale parodie...

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Sind da

die ca. 300 Neidermayer Mitarbeiter schon dabei?

Vielleich findet sich ein türkischer Investor!

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Re: Sind da

Die kaufen doch nur Produktionsbetriebe ,siehe Grundig .

Und das ist eine neue Erkenntnis bei der Austeritätspolitik?


aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

um profitabler zu sein... endlich mal eine konkrete Zahl zur bekannten Arbeitsweise...

Re: aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

Nein, man macht dies eher um zu überleben! Aber das war in der Baubranche schon immer so.

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Re: Re: aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

Hallo hat die Krone keinen Platz mehr für Leserbriefe,ach der Dichand schreibt ja nur im eigenen Blattl.

Re: Re: aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

Und da es immer schon so war und oesterreichische unternehmen die profiteure sind, ist's korrekt? Oder doch eher geduldeter betrug am steuerzahler?

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Re: Re: Re: aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

Bitte erst nachdenken und dann versuchen etwas vernünftiges von sich geben...

Re: Re: Re: aber da sieht man, dass die Bauindustrie gut 10% der Arbeitslosen im Winter der Allgemeinheit anlastet

Warum sollte ein Unternehmen Mitarbeiter beschäftigen, für die er keine Arbeit hat?


Ein interessanter Vergleich:

12% Arbeitslose in der EURO-Zone (17 Länder).
10,9% in der EU (27 Länder)

D.h. aber in dieser gegenüberstellung, die EURO-Länder ziehen den Gesamtdurchschnitt der EU-27 weiter nach unten. Die Nicht-EURO-Länder sind also deutlich besser als die 10,9%.

Dabei sind der EURO-Zone doch nur die (früher) wirtschaftlich stärksten EU-Staaten, welche alle "wirtschaftlichen Vorgaben" eingehalten haben, beigetreten.

Obwohl der Presseartikel darauf keinen Bezug nimmt, ein Vergleichswert, welcher zu denken geben sollte.

In der EU-27 wurde mit 10,9 Prozent ein neuer Rekord erreicht

Das lange anhaltende Winterwetter ist sicher nicht schuld für diese Arbeitslosigkeit!
Lese gerade die nächste Horrormeldung!
Einem bisher unveröffentlichten Plan des Finanzministeriums zufolge sollen ab Mai deutsche Sparer mit 30% zur Kasse gebeten werden, um die Schuldenkrise in der Eurozone nachhaltig zu lösen.

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/12552-30-sparer-zwangsabgabe-in-deutschland


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Re: In der EU-27 wurde mit 10,9 Prozent ein neuer Rekord erreicht

wie wärs mit einer wette? zB um 30 prozent ihres vermögens? wenn ihre meldung sich bestätigt, dann bekommen sie von mir 30%, wenn nicht bekomme ich 30 % von ihnen?

Re: In der EU-27 wurde mit 10,9 Prozent ein neuer Rekord erreicht

Und da es der hankel schreibt,stimmt's? Der hat auch schon viel nonsens von sich gegeben.

Re: ab Mai deutsche Sparer mit 30% zur Kasse gebeten werden

Das ist im Jahr 2013, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, noch ein 1.April-Scherz für Deutschland; die stehen auch noch VOR den Wahlen. Bei einer gleichlautenden Meldung im kommenden Jahr, würde ich aber nicht mehr dagegen wetten.

Frage wieviele Arbeitnehmer sind denn zwischen März 2012 & 2013 nach Österreich zugewandert?


Re: Frage wieviele Arbeitnehmer sind denn zwischen März 2012 & 2013 nach Österreich zugewandert?

Vielleicht gar 26.271?!

Re: Re: Frage wieviele Arbeitnehmer sind denn zwischen März 2012 & 2013 nach Österreich zugewandert?

Wenn es um bauarbeiter und die zeit von maerz 2012 bis november 2012 ginge,koennten sie recht haben. Aber die arbeiter aus unseren nachbarstaaten haben oesterreich im winter 2012 verlassen. Und die bekommen im gegensatz zu den oesterreichern auch kein geld vom ams.

 
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