Reithofer: Barvorlagen nie im Aufsichtsrat

08.04.2013 | 17:24 |   (Die Presse)

Der ehemalige Aufsichtsrat der Immoeast, Ex-Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer, sagte am Montag im Immofinanz-Prozess aus. Im Detail wusste Reithofer auch nichts über eine Barvorlage in Höhe von 41 Mio. Euro.

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Wien/APA. Als weiterer Zeuge im Immofinanz-Prozess wurde am Montag der ehemalige Aufsichtsrat der Immoeast (IE), Ex-Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer, befragt. Den Hauptangeklagten, Karl Petrikovics, kennt Reithofer bereits seit den frühen 1980er-Jahren, als dieser noch in der Creditanstalt tätig war. „Wir haben viele Projekte gemeinsam gemacht“, so Reithofer. Barvorlagen der Immoeast an eine Tochter der Constantia Privatbank (CPB), die es laut Richterin Claudia Moravec-Loidolt immer wieder in höherem Ausmaß gegeben hat, seien nie Thema im Aufsichtsrat gewesen. „Sie hätten Thema sein sollen“, meinte Reithofer.

Erst Mitte Juli 2008, bei einer Sonderprüfung durch Wirtschaftsprüfer, seien in der Immoeast unbesicherte Gelder in Höhe von 512 Mio. Euro aufgetaucht, für die in der Folge dann die Bankeigentümerin, die Constantia Packaging BV, die Haftung übernommen habe.
Letztendlich sei es in diesem Zusammenhang dann zu einem Vergleich gekommen. Im Detail wusste Reithofer auch nichts über eine Barvorlage in Höhe von 41 Mio. Euro der Immoeast an die CPB IMV aus dem Jahr 2006, die über die Zwischengesellschaft Ibag abgewickelt worden war und Thema im gegenständlichen Verfahren ist. Aus diesem Geld wurde die Glattstellung der sogenannten Hable-Optionen finanziert, aus denen Petrikovics sowie die ebenfalls Angeklagten Helmut Schwager und Norbert Gertner insgesamt rund 20 Mio. Euro kassiert hatten, ohne eigenes Geld einzusetzen.

Außerdem soll dem Firmengeflecht durch die Optionsgeschäfte ein Schaden in Millionenhöhe erwachsen sein, so die Anklage. Auch Aktienkäufe oder Aktienoptionen seien nie Thema im Aufsichtsrat der Immoeast gewesen. „Wenn die Immoeast Optionen an die Vorstände einräumt, muss ich es natürlich wissen“, so Reithofer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.04.2013)

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