RBI-Chef Stepic überweist zwei Millionen Euro zurück

08.04.2013 | 22:26 |   (DiePresse.com)

Bezüge von 4,9 Mio Euro seien nicht im Einklang mit seinem eigenen Selbstverständnis, schreibt der Banken-Chef an seine Mitarbeiter.

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Der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Internationale (RBI) Herbert Stepic hat, wie der Standard berichtet, zwei Millionen Euro an die Bank zurücküberwiesen. Die Gage für 2012 von 4,9 Millionen Euro ist Stepic "zu hoch". So teilte es der Banker seinen Mitarbeiter in einer zweiseitigen E-Mail mit.
In der Erklärung führte Stepic weiter aus: "Da eine Jahresvergütung in dieser Höhe ... nicht im Einklang mit meinem eigenen Selbstverständnis sowie dem Wertefundament unserer Bankengruppe steht", habe er das Gespräch mit dem Aufsichtsratschef (RZB-Chef Walter Rothensteiner) und dem Personalausschuss des Aufsichtsrats gesucht. Gemeinsam habe man "eine teilweise Rückzahlung als angemessene Reaktion auf diese Situation identifiziert". Er habe die zwei Millionen Euro auch bereits überwiesen, ließ der RBI-Boss wissen.
Im Raiffeisensektor soll, so schreibt der Standard, seine Fast-Gage für enorme Aufregung gesorgt haben.

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Falsche Zahlen im Geschäftsbericht

Dennoch hat Stepic die zwei Millionen Euro "zu spät" zurücküberwiesen, was das Ergebnis 2012 betrifft. Die RBI präsentiert am Mittwoch ihre Zahlen des vergangenen Jahres - und weist darin erstmals gesetztesgemäß die Bezüge jedes einzelnen Vorstandsmitglieds aus. Dort wrden die Bezüge von Stepic mit 4,9 und nicht mit 2,9 Millionen Euro dargestellt. Weil nämlich die Rückzahlung erst nach Drucklegung des Geschäftsberichts erfolgte . Gut für die Bilanz des Jahres 2013: Dort werde sich die Rücküberweisung als "Sonderertrag" für die Bank widerspiegeln, sagt eine Sprecherin.

Die hohe Gage für Stepic und auch den gesamten RBI-Vorstand kam durch eine Häufung von positiven Effekten zustande, erklärt die RBI: Der Hauptanteil der 4,9 Millionen ergebe sich aus dem Aktien Optionsprogramm, das wegen seiner Bezugsgrößen zu einer "überdurchschnittlich hohen Zuteilung an Aktien geführt habe".

(red/herbas)

 
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53 Kommentare
 
12
Markus Trullus
24.05.2013 12:48
0

Falsch!

Das Ganze ist nicht unmoralisch von Seite der Bezieher. Auch wenn unsere Neidgenossen anpatzerweise das so sehen wollen! Man sollte sich die Unmoral mal von denen Ansehen, die diese Verträge gemacht haben. Denn die sind schuld, dass das so läuft. Und Stepic hätte seine Gage ruhig behalten sollen, die Bank hätte sich das Geld von den Vertragsgestaltern (Aufsichtsräten, Vertreter der Investoren) holen sollen Denn immer noch gilt: Arbeits- Vertrag ist Vertrag.... Wehe, wenn wir da zum Rütteln an fangen. Da gibt's auch dann für "kleine Werksverträge" keine Rechtssicherheit oder kein halten mehr....

metternich007
10.04.2013 10:02
0

Unmoralisch

sind die 2,9 auch noch. Aber der Treichl hat das besser aufgeteilt, darum fällts nicht so auf. Darum darf ers behalten.

EdwinHemingway
09.04.2013 20:12
0

Diese Bank - Gangster, die sich unmoralisch hohe Gehälter bezahlen lassen, gehören in Haft genommen...


EdwinHemingway
09.04.2013 20:10
2

Der hat sich nicht einmal eine Million verdient.


Aurel2
09.04.2013 19:31
1

die geschwollene Formulierung

ist in den Kreisen Millionen wert.

gugel.hupf
09.04.2013 15:03
6

Staatshilfe kassieren und dann solche Bezüge

für den Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu bezahlen stehen in keiner Relation.
Schluss mit der Geldverschwendung auf unsere Kosten!

Austrian Economist
09.04.2013 12:49
8

Manager von Pleitebanken, die nur von Stuergeldern überleben...

sollten sofort gefeuert werden, und nicht Millionen kassieren!

Antworten Igonta
09.04.2013 13:41
5

Re: Manager von Pleitebanken, die nur von Stuergeldern überleben...

Haben sie sich einmal erkundigt, wie viel der Herr Vranitzky kassierte als er zum Androsch ging um die Länderbank zu "retten"?
Wenn sie das in Verhältnis stellen, kommt noch mehr heraus - und er musste dafür nicht einmal arbeiten, sondern nur seinen Genossen anbetteln?

Mores
09.04.2013 12:45
1

Was nur 3 Mio p.a.????


Antworten doubleg
09.04.2013 13:48
1

Re: Was nur 3 Mio p.a.????

Ja, nagt sicher schon am Hungertuch. Die neue Yacht musste wieder abbestellt werden. Leider...

Tintenstrolch
09.04.2013 12:36
1

Die Gage für 2012 von 4,9 Millionen Euro ist Stepic "zu hoch"

Dem Parteibuch sei Dank.

Francisco d Anconia
09.04.2013 11:00
0

man könnt sagen: hat er halt nur noch das 70-fache eines normalen Gutverdieners.

Andererseits: 2 Millionen z'ruck geben is a ka bemmerl.

Stimmt beides irgendwie...

Veshnak
09.04.2013 10:44
3

Jammerei

Wenn man sich die Posts hier durchliest kommt einem doch das kotzen. Klar ist das eine andere Größenordnung als bei den meisten Leuten, aber er zahlt freiwilig 40% (!!) seine Jahresgehalts zurück. Zeigen sie mir bitte jemand anderen der das macht.
Egal wies gemacht wird, es wird den Leuten nie passen...

Antworten doubleg
09.04.2013 13:49
1

Re: Jammerei

Nach den 40% ist er immer noch g'stopft, daher keine Kunst.

Antworten Antworten Veshnak
10.04.2013 15:38
0

Re: Re: Jammerei

Nach Ihrer Logik müsst es für jeden Millionär demnach "keine Kunst" sein 40% seines Jahresgehaltes freiwillig abzugeben. Bin gespannt auf die Reaktionen wenn Sie denen sowas vorschlagen.

Antworten Antworten Antworten doubleg
10.04.2013 17:14
0

Re: Re: Re: Jammerei

Wäre es auch nicht. Wenn ein Mindestrentner dem Roten Kreuz 100 Euro spendet, und das passiert überall in Österreich täglich, dann hat das Anerkennung verdient. Die Aktion 2 Mille von 5 zurück zu zahlen ist nicht schwer. Mit 3 lässt es sich auch noch ganz gemütlich leben.

karl.wandhauser
09.04.2013 10:41
3

BA zum Vergleich

Die im Geschäftsjahr 2012 von der UniCredit Bank Austria AG an die Vorstandsmitglieder ausbezahlten Bezüge betrugen 1.727.153,30. Hievon waren 1.483.274,98 € fixe Entgelte und
243.878,31 € variable Entgelte. Darüber hinaus wurden für das Jahr 2011 variable Entgelte in Höhe von 672.225,00 € zurückgestellt, die in den Folgejahren zur Auszahlung gelangen können.
Einige Vorstände bekommen Bezüge von außerhalb der BA - insgesamt 2.656.284,00 €

Antworten gugel.hupf
09.04.2013 15:06
0

Re: BA zum Vergleich

aber bitte dabei zu bedenken, dass die BA KEINE Staatshilfe in Anspruch genommen hat. Siehe dazu Die Presse vom 4.4.13: http://tinyurl.com/cdura6l

Antworten Oberst Redl
09.04.2013 11:56
4

Re: BA zum Vergleich

für einen italienischen Zweigstellenleiter echt viel Geld.

Armenien
09.04.2013 10:22
3

pinuts

Stepic du sollst lieber ganze 20 mille zurückgeben.

Daily Observer
09.04.2013 09:28
1

RBI-Chef Stepic überweist zwei Millionen Euro zurück

Klingt spannend. Vorbildlich!

Oberst Redl
09.04.2013 09:20
4

Hahaha

das wird den guten Stepi auch nicht retten, wenn die echten Zahlen auf dem Tisch liegen und wir zur EU unter den Rettungsschirm flüchten müssen. Was glauben Sie warum wir nun das Bankgeheimnis aufheben? Was glauben Sie warum der Christian wie das Würschtel im Saft verschwunden ist?

Antworten thomasaltendorf
09.04.2013 09:44
0

Re: Hahaha

Der Christian ist schon verschwunden, hat aber Einiges mitgenommen.

Alekhin
09.04.2013 09:16
2

Ist leicht..

..schon wieder Märchenstunde?

tsugaru
09.04.2013 08:49
2

Mir kommen gleich die Tränen

.

carlo7
09.04.2013 08:31
5

Eine Frage gibt es noch!

GD Stepic hat noch 6 weitere Kollegen
in der Führungsetage der RBI!
Werden diese Herrschaften dem Beispiel folgen ?


 
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