Sonntagsöffnung für Händler wird schwieriger

26.04.2013 | 18:26 |   (Die Presse)

Künftig dürfen Händler trotz Gastro-Konzession nicht mehr einfach so sonntags aufsperren.

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Wien/Ag./Red. Künftig soll es für Händler noch schwieriger werden, am Sonntag aufzusperren. Das regelt eine Änderung der Gewerbeordnung, über die am Freitag im Nationalrat abgestimmt wurde. Die Änderung soll verhindern, dass Geschäfte am Sonntag einfach so aufsperren können, nur weil sie ein Café, ein Bistro oder Ähnliches betreiben. „Der Charakter des Gastgewerbebetriebes muss gewahrt werden“, so die Formulierung.

Der Gastgewerbecharakter leite sich einerseits aus dem Erscheinungsbild ab und andererseits daraus, in welchem Bereich (Handel oder Gastgewerbe) der überwiegende Umsatz gemacht wird.

Über die Änderung, mit der Schlupflöcher in der Gewerbeordnung geschlossen werden sollen, herrschte weitgehende Einigkeit: ÖVP, Gewerkschaft und Wirtschaftskammer begrüßten die Änderung per Aussendung. Durch die neue Regelung werde Umgehungen ein Riegel vorgeschoben, sagte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Bei einer generellen Freigabe der Öffnungszeiten drohe der Sonntag zu einem „Tag der Hektik wie jeder andere“ zu werden, so Leitl. Auch Erich Foglar, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, sagte, Arbeit am Sonntag müsse die Ausnahme bleiben. Der arbeitsfreie Sonntag bilde eine Grenze zwischen fremdbestimmter und selbstbestimmter Zeit, so Foglar.

 

Sonntagsöffnung durch Bistro

Stein des Anstoßes war der Versuch der Drogeriemarktkette Dayli, mittels einer Gastronomiekonzession am Sonntag aufzusperren. Damit hätte Dayli an allen 885 Standorten von acht bis 18 Uhr aufmachen dürfen, so der Plan von Dayli-Chef Rudolf Haberleitner.

Aber er ging nicht auf. Die Gewerkschaft bombardierte Dayli mit Klagen. Schließlich schaltete sich auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ein und brachte kurzfristig eine Anpassung der Gewerbeordnung auf den Weg, um den Interpretationsspielraum für die Sonntagsöffnung zu beschränken. Die Änderung ist nun beschlossen – und die Sonntagsöffnung vorerst wieder einmal vom Tisch.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.04.2013)

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51 Kommentare
 
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In England

sind die Geschäfte Samstags und Sonntags bis abends spät geöffnet. Es herrscht dort reges Treiben, der Bedarf ist offensichtlich gross. Warum sollte das nicht in Österreich auch möglich sein ? Es würde zum Joberhalt und zum Lebenskomfort erheblich beitragen. Schade, dass ein OVP-Minister hier gegen die Marktwirschaft agitiert !

Eine Sache der Gewohnheit

Ich lebe in Schweden und bin hier gewohnt, daß Supermärkte täglich - also auch Sa., So. und Fe. - meist bis 22 Uhr offen halten. Die Sonntage sind trotzdem ruhiger und geruhsamer und kein Tag der Hektik wie jeder andere. Kleinere Geschäfte haben auch hier am Sonntag zu.

Wenn ich nach Österreich komme ist es für mich dann inzwischen schon etwas unangenehm am Sonntag nichts einkaufen zu können - wobei das am meisten dann zutrifft, wenn ich am Samstag etwas "vergessen" habe und dies am Sonntag gerne "noch schnell holen würde".

Sich darauf einzustellen ist für mich daher hauptsächlich eine Frage der Gewohnheit.


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soooo..

mir ist die familie wichtiger also würd ich nie auf die idee kommen so. oder feiertag shoppen zu gehen die zeit verbring ich lieber daheim..aber es ist kein wunder das so viele für die öffnungszeiten sind alle singels , beziehungsgestörten oder workaholics wissen doch gar nicht mehr was man sinntags sonst machen kann....

Re: soooo..

Aber ins Bad gehen Sie schon gern am Sonntag, oder ins Restaurant, oder ins Kino. Und dort arbeitet niemand?

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Re: Re: soooo..

ach ja kino is super aber geh ich lieber unter der woche da sonst so ein andrang ist und genau diesen wirbel vermeid ich da ich so. zuhause bleibe...

Re: Re: Re: soooo..

Und wann gehen Sie arbeiten?

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Re: Re: Re: Re: soooo..

wann
arbeitet man als verkäufer? mo-sa...mit einem tag frei im gegenzug zu allw im block die von mo bis sa von ganz früh bis ganz spät arbeiten weil keiner in 72 std zeit hat einkaufen zu gehen...vielleicht geben 72 std die woche zu denken da entweder nur nochworkaholics am werk sind oder einige etwas übertreiben mit der arbeitszeit.

Re: Re: Re: Re: Re: soooo..

Es soll halt Menschen geben, die keine bankschaltertauglichen Arbeitszeiten haben oder auch zB Selbstständige, die gern etwas mehr Flexibilität hätten.

Warum soll der Staat mir vorschreiben, wann ich einzukaufen habe und wann nicht?

PS: Sie posten am Sonntag, damit haben einige Leute Arbeit (Stromprovider, Internetprovider, Pressezensor). Ironisch, nicht?

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: soooo..

und für sie muss 24 std. alles offen haben un gearbeitet werden...da sie um 3 uhr morgens posten....komme mir vor wie in einer rewind schleife..bla bla wer alles arbeiten muss und deshalb müssen auch die anderen..bla bla...bitte legen sie sich ein haustier ,eine freundin/freund, oder was weiss ich zu damit sie vielleicht merken das es noch etwas anderes als arbeit gibt.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: soooo..

Was ich nicht verstehe ist das pathologische Bedürfnis fanatischer Ladenöffnungsgegner, andere zu kontrollieren.

Was interessiert es Sie, wann ich poste, wann ich einkaufe, wie ich mein Privatleben gestalte? Das ist mein Bier, nicht Ihres!

Und wenn ich eine Dienstleistung zu einer gewissen Zeit an einem gewissen Ort nachfrage, dann soll der Markt entscheiden, ob er dafür ein Angebot zur Verfügung stellen kann und will, nicht aber der Staat oder die Gewerkschaft oder die Kirche oder sonst irgendwelche Leute, die es genau gar nichts angeht, wie ich mein Leben gestalte.

Die einzige Rolle des Staates liegt in der Schaffung von fairen Rahmenbedingungen, die eben dafür sorgen, dass Feiertagsarbeit besser entlohnt wird und freiwillig bleibt. Der Staat kann sich entweder damit abfinden, dass die Nachfrage besteht - und das zeigt ein Blick an die Bahnhöfe oder die Tankstellen - und damit konstruktiv umgehen, oder weiterhin blockieren, wodurch sich immer wieder Umgehungskonstrukte bilden werden, die erst wieder für Ungleichheit sorgen.

Aber das Wegdekretieren von existenter Nachfrage hat noch nie geklappt und wird es auch nicht.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: soooo..

sie haben vollkommen es ist ihr bier....kritiken..austeilen können sie aber beim einstecken sind sie trotzig wie kleines kind...und ich spreche aus erfahrung...

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: soooo..

Ihre Meinung über mich sei Ihnen unbenommen, damit kann ich sehr gut leben - es kratzt mich herzlich wenig.

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Re: Re: soooo..

richtig lesen wär nicht schlecht.....ich geniesse die zeit zuhause....und natürlich gehen wir baden....da gibts pools für zuhause....

Re: Re: Re: soooo..

herzliche gratulation zu ihrem pool, leider haben die meisten österreicher diese alternative nicht, nicht einmal die alternative: ich setz mich halt in den garten, wenn ich am weekend raus will...

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Re: Re: Re: Re: soooo..

es is für die kids a kleiner aufblasbarer...es geht nur ums prinzip das ich so. nicht immer irgendwelche dienstleistungen beziehe die mir mr. el immer vor die nase hält....

Re: Re: Re: Re: Re: soooo..

Niemand hält Ihnen Dienstleistungen vor die Nase - Sie wollen diese anderen Menschen aus irgendeinem Grund vorenthalten.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: soooo..

ich will es niemanden vorenthalten...aber ich will auch nicht auf den einzigen tag den ich mit meiner familie in ruhe verbringen kann aufgeben müssen..

Re: Re: Re: soooo..

Ach wirklich? Und zu Hause kein Strom, keine Heizung, kein Sonntagsabo für die Zeitung, kein Telefon? Muss einsam sein.

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Re: Re: Re: Re: soooo..

die laia wird langsam fad..vom arzt ..dem zeitungsausträger etc...die wussten das sie solche zeiten zum arbeiten haben bei denen stehts im vertrag....auserdem schau dir die zuschläge zb im krankenhaus an..stell du dich doch für den gastrogehalt so. in den dayli...kein doppelter gehalt ,keine zulagen dafür mo und di frei zum putzen oder was

Re: Re: Re: Re: Re: soooo..

Ach so und der eine "hat es eh gewusst", und der andere ist sakrosankt?

Falls Sie mitlesen: ich bin einheitlich für Sonntagszuschläge in allen Branchen, dafür sollten auch alle offen haben dürfen. Gleiches Recht und gleiche Pflichten für alle, und "nix da" mit Privilegien.

PS: wir sind nicht per du.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: soooo..

sorry wollte SIE bestimmt nicht absichtlich duzen....so was tu ich eigentlich nur bei normalsterblichen..

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Re: soooo..

sonntags

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ÖVP als SPÖ light

SPÖVP ist eine Einheitspartei, die sich nur vor Wahlen eigenständig zeigen...

Mitterlehner ab zur Gewerkschaft!

2Ein Minister der aus der WKO Bürokratie kommt und nie in seinem ganzen Leben nicht ein Tag Unternehmer war hat nichts verloren als Wirtschaftsminister. Als Jurist kann er es jedem recht machen. Mit seiner Entscheidung zur Sonntagsöffnung hat er sich als verkappter Sozi enttarnt.

Das heiligste aller Heiligtümer

Gott will, dass der Treibstoffpreis niedrig sei! Deshalb dürfen Tankstellen mit ihrem Privileg am Sonntag Geld scheffeln, damit sie es sich leisten können, die Treibstoff-Verteilung praktisch gratis zu besorgen. Wer würde es wagen, sich der himmlischen Ordnung mit kleinlichen Gleichheitsgrundsätzen zu widersetzen?

hauptsache

die ölmultis werden gefördet!

tankstellen bleiben weiter im besitz ihrer privilegien, damit die multis den pächtern so gut wie keinen cent mehr zahlen müssen.

typisch österreich halt, sonderrechte für freunderln!

 
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