Kärntner Hypo: Zerschlagung würde 16 Mrd. Euro kosten

27.04.2013 | 10:47 |   (DiePresse.com)

Eine rasche Zerschlagung der 2009 notverstaatlichten Hypo-Alpe-Adria-Bank käme teuer. Das geht aus einem internen Dossier der Nationalbank hervor.

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16 Milliarden Euro - diese Kosten würde eine kurzfristige Zerschlagung der im Dezember 2009 notverstaatlichten Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank laut einem internen Dossier der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) verursachen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe (vorab). 14 Milliarden Euro davon würden die Republik Österreich belasten.

Diese Zahl deckt sich indirekt mit einem Anfang April bekannt gewordenen Arbeitspapier des Finanzministeriums. Darin hatte die Hypo ausgerechnet, dass eine rasche Abwicklung 4,4 Milliarden Euro Schaden verursachen würde, die zehn Milliarden Euro des "Abbau-Teils" der Bank kämen noch dazu. In dem OeNB-Dossier unter dem Titel "Umstrukturierungsplan und mögliche Szenarien für die weitere Vorgehensweise" kommen die Notenbanker offenbar zu ganz ähnlichen Schlüssen.

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Gefahr eines Bankensturms

In dem Papier ist zudem von der Gefahr eines "Bank Run" die Rede. Dieses Szenario sollte laut Notenbank unbedingt vermieden werden. Im Hinblick auf die laufenden Verhandlungen mit Brüssel schreibt die OeNB: "Eine mögliche Ziel-Kompromisslösung könnte sein, dass für den Verkauf der Töchter mehr Zeit eingeräumt wird; dafür müsste jedoch unter Umständen eine raschere Abwicklung des restlichen Portfolios erfolgen." Die OeNB drängt in diesem Zusammenhang auf die Gründung einer "Abwicklungseinheit", also einer Bad Bank. Doch selbst dieses Szenario würde laut dem Papier zusätzliche Verluste von zumindest fünf Milliarden Euro verursachen.

Hypo-Vorstandschef Gottwald Kranebitter hat in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass die Hypo nicht unbedingt mehr Geld, sondern vor allem mehr Zeit brauche. Die Österreich-Tochter der Bank, die nach einer Umstrukturierung Gewinne schreibt, steht zum Verkauf. Hier gibt es mehrere Interessenten, ein Abschluss könnte noch in diesem Jahr stattfinden.

Interessenten sind rar

Für die Hypo-Gesellschaften in Südosteuropa, die ebenfalls abgestoßen werden sollen, sieht es aufgrund des wirtschaftlichen Umfelds allerdings weniger gut aus. Müsse man dort unter Zeitdruck verkaufen, würde man dies nur mit hohen Verlusten bewerkstelligen können, so das Mantra des Hypo-Vorstands. Die Wirtschaftskrise in Slowenien, Kroatien und Serbien bedinge, dass Interessenten für den Kauf einer Bank in diesen Ländern eher rar seien.

Die Hypo hofft nach wie vor darauf, für die Veräußerung dieser Töchter zumindest Zeit bis 2015 zugestanden zu erhalten, zumal ein rascher Abverkauf eine neue Bankenkrise in Südosteuropa auslösen könnte. Bisher hat die Republik 2,2 Millliarden Euro in die Kärntner Hypo investiert. Heuer dürften weitere 700 Millionen Euro dazukommen. Wie viel die Notverstaatlichung die Steuerzahler insgesamt kosten wird, ist noch nicht absehbar.

(APA)

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75 Kommentare
 
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Ist es nicht so, dass sich das ganze Desaster dieser Bank

nur in Südosteuropa abspielte und eigentlich relativ wenig mit Jörg Haider und der Kärntner Landesregierung zu tun hat?

Ist es nicht vielmehr so, dass die Österreichische Regierung bzw. die österreichischen Steuerzahler von der EU bzw. EZB quasi gezwungen werden, die enormen Verluste stellvertretend für "Südosteuropa" zu schultern

und nur deshalb die Republik noch einmal 3 Millliarden Euro in diese "Systembank" investiert wurden?


Pröll soll zahlen

Pröll der Unfähige (gleiche Verschwender wie sein Onkel in NÖ) soll zahlen.
Der Versager hat ja die Haftungen übernommen!!
Wenn die Politik zu feig ist die Verursacher zur Kasse bzw. Rechenschaft zu ziehen , dann sollen diese Deppen selber für den Schaden zahlen!!!!!!!!!!!
Bankmanager und diese unfähigen Politiker gehören schon längst hinter Gitter!!
Pröll du Sinnloser!!!!

Qualifikation statt Parbuch waere halt gefragt!

Wer hat denn die Schwarz-Roten Bankkapazuder bestellt?

Wervon diesen "Kapitänen" der Hypo ist denn ein international angesehener Banker und wer hat internationale Erfahrung?

Die österr Politikmafia vergeigt es schon wieder!!

Ein Parteibuch soll kein Nachteil sein kann aber niemals fehlende Qualifikationen ersetzen.

Nachdem die Hypo-Alpen-Adria niemals für Österreich systemrelevant war und aufgrund der Entwicklung von Bilanzsumme und Wertberichtigungsbedarf in erster Linie durch die Bayern an die Wand gefahren wurde, können sich die Österreicher für dieses Fiasko vor allem bei unserem früheren Finanzminister Pröll (ÖVP), der die nicht notwendige Notverstaatlichung gemacht hat (übrigends wurde dies von der jetzigen Finanzministerin Fekter bestätigt) und den Bayern bedanken.

Finanzreferenten mit Ausbildung wie Musikschullehrer oder Politologie sind ganz einfach nicht die richtigen Fachleute für diese Positionen.

Re: Ein Parteibuch soll kein Nachteil sein kann aber niemals fehlende Qualifikationen ersetzen.

Wodurch sind eigentlich SIE qualifiziert, immer einen derartigen Unsinn zu schreiben?

Die Hypo Alpe Adria war schon aus dem Grund SYSTEMRELEVANT, weil das Land Kärnten eine Bürgschaft für Verbindlichkeiten Hypo Alpe Adria zum 31.12. 2009 in der Höhe von 19,3725 MILLIARDEN EURO vertraglich zugesichert hat. Diese Bürgschaften/Haftungen wären bereits bei INSOLVENZERÖFFNUNG sofort schlagend geworden.

Sie wollen aus der Entwicklung der Bilanzsumme das Versagen der Bayern herauslesen und haben keine blasse Ahnung, dass sich die Bilanzsumme von 2003 von 12,7 Milliarden EURO bis 2007 auf 37,9 Milliarden EURO VERDREIFACHT hat und in der Bayern-Zeit nur mehr auf 41,078 Milliarden EURO angewachsen ist.

Re: Re: Ein Parteibuch soll kein Nachteil sein kann aber niemals fehlende Qualifikationen ersetzen.

lol schon wieder der Fritz!!

Mal abgesehen davon das Schüssel (warum wurde der ürbigens nie gerichtlich zu den ganzen Affären seiner Amtszeit befragt? Deal mit den Roten?) die FP gekauft hatte ist die Hypo Geschichte den Schwarzen voll zuzuschreiben!

Haider durfte, so wie die anderen Blauen auch, ein Stück vom Kuchen abkassieren während die Schwarzen ihr Spiel getrieben haben mit dem ganzen Land, Hypo & Co.
Und heute war alles der "Haider"!
Tipp: Haider hatte nie soviel Macht - er hatte gerade genug davon um ein Stück vom Kuchen zu fordern welches er natürlich auch bekam....dafür hatten die Schwarzen ab 2000 Narrenfreiheit und nebenbei verlor die FP (ganz im Sinne der VP) die ganzen Sympathien der eigenen Mitglieder und Wähler. Als die Schwarzen alles abgeweidet hatten spielten sie wieder untertänige Mehrheitsbeschaffer für die Roten....

Na Prost Mahlzeit ...

Da kommt noch was auf Uns zu so oder so es wird Milliarden kosten und das wird auf Kosten von Krankenversorgung, Bildung, Infrastruktur u.s.w. gehen da wirds dann immer mehr heißen Wir müssen Sparen weil kein Geld da ist ... Dilletanten sind da am werkeln gewesen und sind es immer noch und die Tragik darann der Großteil des Volkes glaubt immer noch an diese Dilletanten und unterstützt Sie weiterhin .... da wird es dann Hoffnungslos!

Re: Na Prost Mahlzeit ...


Auf Kosten der Bildung?

Wir haben das teuerste Bildungssystem der Welt!


Dieses "kleine Problem"

haben uns die Heideraner und der Ex-Kanzler mit seiner Wirtschaftswunder-Partei eingebrockt...

Ja - schwarz ist die Farbe des Abgrundes!

4 Mrd.

Vor ein paar Wochen waren es noch 4Mrd. Was ist passiert?

Kärntner Hypo: Zerschlagung würde 16 Mrd. Euro kosten......

....und was kostet die Zerschlagung einer korrupten kriminellen Politorganisation, wo der Boss vor der Übernahme einer Pleitebank noch GEMÜTLICH nach Mauritius auf Urlaub fliegt und danach BRAUNGEBRANNT die Steuerzahler mit einem MILLIARDENPAKET BELASTET um eine Sauwirtschaftsbank künstlich am Leben zu erhalten?.....in einigen Jahren, wird dieses Vorgehen Step by Step vor einem UNABHÄNGIGEN GERICHT(OHNE PARTEIBEEINFLUSSUNG) aufgearbeitet werden MÜSSEN, spätestens dann, wenn wieder Pensionen gekürzt werden usw., weil das Ged fehlt!

Re: Kärntner Hypo: Zerschlagung würde 16 Mrd. Euro kosten......

Die entscheidende Frage wird aber sein, ob diese oder ähnliche Fälle überhaupt noch von Gerichten abgehandelt werden.

Tauschvorschlag

Tausche Aufgabe des Bankgeheimnisses gegen Übernahme der Hypo Alpe Adria durch die EZB. Danach könnte die Schotter Marie in Pension gehen und Dörfler vom Bundesrat in den Aufsichtsrat der EZB übersiedeln.

auffällig ist die extrem langsame Arbeit der Justiz in dieser Causa !

da ging's bei der Bawag flotter, obwohl die 2 Milliarden gerade einmal 10% des Hypo-Schadens sind.
Ob da wer auf Verjährung oder Vergessen setzt ?

Re: auffällig ist die extrem langsame Arbeit der Justiz in dieser Causa !

Wenn bereits Untersuchungen eingeleitet wurden, gibt es keine Verjährung, weil diese dadurch unterbrochen wird.

Re: Re: dann wird eben 10 Jahre ohne Ergebnis untersucht

.. bis alles vergessen und im Sande verlaufen ist.
Beim Meinl-Prozess sind schon 5 der 10 Jahre ohne Resultat verstrichen.

Re: Re: Re: dann wird eben 10 Jahre ohne Ergebnis untersucht

Wenn Sie und die roten Stricherl-Ignoranten das nicht glauben, schauen´s halt selber nach, wann eine verjährung unterbrochen wird:

http://dejure.org/gesetze/StGB/78c.html

Cosa nostra

Bekanntlich haftet das Land Kärnten und damit indirekt die Republik Österreich mit dem unfassbaren Betrag von 20 Milliarden (!) für die Hypo Alpe Adria. Natürlich hätten die Bayern sofort auf diese Haftungen zurückgegriffen, wenn es Probleme mit der HAA gegeben hätte, also hat Pröll wenig Alternativen gehabt. Dass es aber trotz FMA, Nationalbank und hoch dotierten Aufsichtsräten zu einem derartigen Milliardengrab kommen konnte, ist unglaublich, hier gilt offensichtlich die Unfähigkeitsvermutung. Die Milliarden, die jetzt der Steuerzahler berappen muss, sind ja nicht vernichtet worden, sondern befinden sich in den Taschen so mancher "Freunde" der Alpe-Adria, die diese Bank als "Cosa nostra" betrachtet haben.

Re: Cosa nostra

wann Haftungen schlagend werden, scheinen Sie nicht wirklich verstanden haben, aber genau das ist der entscheidende Punkt bei dieser Sache!!

Re: Re: Cosa nostra

Sie aber auch nicht !!!
Sonst müssten Sie wissen, dass die Haftungen der Hypo Alpe Adria bereits bei einer Insolvenz-ERÖFFNUNG schlagend geworden wären.

Per 31.12. 2009 wären das 19,3725 Milliarden EURO gewesen !!!

Re: Re: Re: Cosa nostra


So stellt sich der kleine Fritzl die große Welt vor....


Re: Re: Re: Re: Cosa nostra

Ich nicht, aber sämtliche Gechäftsberichte der letzten Jahre in den Kapiteln "Landeshaftung".

Zum Beispiel hier
Hypobank Geschäftsbericht 2009, Seite 149
http://www.hypo-alpe-adria.com/115/home.nsf/r/Investor_Relations/$file/HGAA_2009_deutsch.pdf
(108) Landeshaftung

Da können Sie das alles nachlesen, auch wenn es Ihnen nicht gefällt und Sie deshalb andauernd Nebelgranaten verschießen müssen.

Re: Cosa nostra


Wie kann man auf eine Ausfallshaftung zurückgreifen?


Re: Re: Cosa nostra

Ganz einfach !!!
Die Bayern hätten die Insolvenz über die Hypo Alpe Adria eröffnet und die Verbindlichkeiten der Pleitebank wären schlagartig um 19,3725 Milliarden EURO gesunken!

Re: Re: Re: Cosa nostra

sie ahnungsloser, wissen Sie nicht wer Eigentümer der Hypo vor!!!!!!!!! dem Retourkauf vom Pröll war?????? der Freistaat Bayern und nun erklären sie mal was passieren musste damit die Haftung schlagend wird????

 
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