Sonntagsöffnung: Lugner bekommt Unterstützung vom BZÖ

01.05.2013 | 14:49 |   (DiePresse.com)

Das BZÖ bringt eine Gesetzesinitiative ein und fordert eine Ausweitung der Öffnungszeiten von 72 auf 90 Stunden pro Woche.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Der Einkaufszentrumsbetreiber Richard Lugner kämpft seit langem für die Sonntagsöffnung in der Wiener Lugner-City. Jetzt bekommt Lugner Unterstützung vom BZÖ, das eine Gesetzesinitiative für die Ausweitung der Öffnungszeiten im Nationalrat einbringen wird. Daneben will der Baulöwe seinen Kampf auf europäische Ebene forcieren. "Im Juni werde ich gemeinsam mit Vertretern der Berliner Handelskammer nach Brüssel fahren und für die Ausweitung der Öffnungszeiten lobbyieren", sagte Lugner bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem BZÖ am Mittwoch in Wien.

Das BZÖ fordert die Ausweitung der erlaubten Öffnungszeiten von 72 Stunde pro Woche auf 90 Stunden. Dazu soll es die Möglichkeit geben, an fünf Sonn- oder Feiertagen im Jahr aufsperren zu können. "Wir sind nicht für eine generelle Sonntagsöffnung. Der Wirtschaftsstandort Österreich muss aber modernisiert und abgesichert werden", so BZÖ-Chef Josef Bucher. Das angedachte BZÖ-Modell soll auf drei Jahre befristet werden und anschließend eine Evaluation stattfinden.

Umsatzverlust durch Online-Handel

Dem österreichischem Handel würde laut BZÖ-Chef viel Umsatz durch den Onlinehandel verloren gehen, im Jahr 2010 hätten die Österreicher Waren im Wert von 2,6 Mrd. Euro aus dem Ausland über das Internet bestellt. Im Ausland würde etwa die Beispiele Schweden und Niederlanden zeigen, dass durch die Liberalisierung der Öffnungszeiten die Umsätze steigen und Preise nach unten gehen. Es würde auch viele junge Menschen - etwa Studenten - in Österreich geben, die am Sonntag gerne arbeiten würden, um mehr Geld zu verdienen.

Als positives Modell bezeichnete Bucher auch das sogenannte "Berliner Modell", wo acht Sonntage zentral festgelegt wurden, an denen der Handel aufsperren darf und zwei weiteren Sonntagen können die Unternehmer bei besonderen Anlässen frei wählen um ihre Geschäfte zu öffnen.

Professioneller Lobbyist

Lugner geht in seinem Kampf um die Sonntagsöffnungszeiten aber weiter, einzelne Sonntage seien nur einmal der erste Schritt. "Die Gesetze aus der Zeit von Christi Geburt müssen endlich für die heutige Zeit geändert werden", so Lugner.

Für den Kampf auf europäischer Ebene kann sich Lugner auch vorstellen einen professionellen Lobbyisten zu engagieren. In Österreich Mitstreiter zu finden sei nicht so einfach. Der Sonntagsöffnung der Schlecker-Nachfolgegesellschaft dayli wurde mit einer Novelle der Gewerbeordnung ein Riegel vorgeschoben. "Dayli ist an einem weiteren Kampf für Sonntagsöffnung durchaus interessiert. Ich habe mit Peter Krammer (Anmerkung: dayli-Geschäftsführer) kürzlich geredet und er glaubt, dass er mitmachen kann". Das Problem sei, dass der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic und Hälfteeigentümer von dayli sich nicht mit der Regierung anlegen wolle.

Ikea will Sonntagsöffnung

Auch das Möbelhaus Ikea hätte Interesse an einer Sonntagsöffnung, würden aber ihre eigene Linie fahren.

Auf die Frage, ob andere Einkaufszentren seinen Kampf unterstützen werden, meinte der Baulöwe, dass er dafür als Person zu viel polarisieren würde.

Die Wiener Einkaufszentren unter der Führung vom Donauzentrum hatten im vergangenen Jahr aber bereits mit der Gewerkschaft über die Öffnung an einzelnen Sonntagen im Jahr verhandelt. Man sei aber zu keinem Ergebnis gekommen, da die Gewerkschaft dafür Bedingungen genannt hat, die nicht alle Einkaufszentren erfüllen wollten bzw. konnten.

Der Trend in Europa würde eindeutig zur Sonntagsöffnung gehen. "In Österreich sollen die Leute aber am Sonntag nur in die Kirche und das Fußballstadion gehen", sagte Lugner im Hinblick auf GPA-Chef Wolfgang Katzian als Austria-Präsident und Kardinal Christoph Schönborn als "Chef der Kirche". Gegen die Handelsriesen Spar und Rewe (u.a. Billa und Merkur) würde die Gewerkschaft nichts machen, "da diese scheinbar große Fußballfans sind".

Gegen die einstweilige Verfügung von Ende März wegen der Sonntagsöffnung von einem Modegeschäft in der Wiener Lugner-City hat Lugners Anwalt Adrian Hollaender in der vergangenen Woche einen Antrag auf Wiedereinsetzung eingebracht. Die einstweilige Verfügung sei aufgrund von Beweisfotos ergangen, die es gar nicht gäbe und daher hätte der Antrag gute Chancen, so Lugner.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

57 Kommentare
 
12

Der nächste Schritt

Abschaffung des LKW-Fahrverbots am Wochenende, denn sonst geht ihnen doch die Ware aus und "die Kunde" kann nichts kaufen

Re: Der nächste Schritt

Das Fahrverbot gilt nur sonntags für Non-Food Artikel. Also schwache Argumentation.

Re: Re: Der nächste Schritt

Dachte mir gleich, dass das kommt.
Das NON-Food ist in der Lugnercity und bei den anderen Unternehmern der kleinere Teil. Die sperren doch nur auf, wenn sie alles verkaufen dürfen.
Also selber schwach.

ein seltsamer mensch, dieser lugner.

da macht die kolibri extra für ihn und ATV einen striptease und er kümmert sich um öffnungszeiten...


"Dem österreichischem Handel würde laut BZÖ-Chef viel Umsatz durch den Onlinehandel verloren gehen, im Jahr 2010 hätten die Österreicher Waren im Wert von 2,6 Mrd. Euro aus dem Ausland über das Internet bestellt."

und der konsument (in summe) zahlt einen hohen preis dafür.
denn dieser nahezu rechtsfreie bereich, der den gaunern viele möglichkeiten bietet, ist teil der internetkriminalität. und diese verursacht jedes jahr einen schaden von 750 milliarden euro. welche ja auch jemand (manchmal der direkt betroffene, meist alle) bezahlen muss.

siehe: http://diepresse.com/home/techscience/internet/756083/Europa_Schaden-durch-OnlineKriminalitaet-750-Mrd-Euro?parentid=2559185&act=2&isanonym=null#kommentar2559185

Re: "Dem österreichischem Handel würde laut BZÖ-Chef viel Umsatz durch den Onlinehandel verloren gehen, im Jahr 2010 hätten die Österreicher Waren im Wert von 2,6 Mrd. Euro aus dem Ausland über das Internet bestellt."

wenn in Österreich keiner imstande ist, einen ordentlichen Online Handel aufzuziehen, dann werden wir wohl weiter Produkte im ganzen EU Raum kaufen.

Freiheit

ist unvereinbar mit Gleichheit


gebt den Lugner

einen Kiosk,Lollis ,Zigaretten, Bier
kann er immer Sonntags rausgrinsen aus dem Häuschen

in der Not kommen halt dem Bucher die tollsten Einfälle


tolles team

Lugner und Bzö sind ein Spitzenteam, Viagra und Seppi, eine echte Lachnummer.

Re: tolles team

Hilfe vom BZÖ, nach der nächsten Wahl, wenn sie die 5% nicht schaffen und am Sonntag einen Zusatzverdienst brauchen?

Re: Re: tolles team

Für die Lugnercity brauchen sie einen Türkischkurs.

18

Re: Re: Re: tolles team

Sie haben leider Recht, die Lugnercity ist schon lange eine Kopftuchcity geworden.

Re: Re: Re: Re: tolles team

Ah drum will der Lugner sonntags aufsperren. Vielleicht kann er dann ja stattessen freitags zusperren ^^

Richard Lugner, BAULÖWE

soll sich doch am Sonntag in seiner Lugnercity selbst bedienen

Re: Richard Lugner, BAULÖWE


Ihr könnt Euch auch Eure Gehälter selbst bezahlen!

Nur wovon???


Re: Re: Richard Lugner, BAULÖWE

und sich seine Mitarbeiter für Sonntag selbst aufzeichnen

???

DAS Möbelhaus IKEA würdeN IHRE eigene Linie fahren?

Bald ist der Spaß vorbei!


Hat der Mann denn keine anderen Sorgen

wie, seinem neuen Spielzeug bei den Hausaufgaben zu helfen?!

Das zumindest eine Partei auf diesen Zug aufspringen wird war ja klar.

Bucher? Was jetzt Bürgerliche Kraft, Neoliberal, Linksliberal was darfs nächste Woche sein?!

Wenn der

Lugner so geil drauf ist soll er sich halt selbst am Sonntag reinstellen.

Re: Wenn der

Aber nein. Der lässt arbeiten und arbeitet selbst nicht. Braucht ja seine Zeit für die neue (medieninteressierte, fast hätte ich mediengeile) Tussi.

Ich glaube, es geht ihm nur ums Geld. Die Leute haben zwar nicht mehr Geld. Aber wenn er die Lugner City aufsperren darf, müssen alle Mieter auch aufsperren, weil es eine Betriebspflicht gibt. Und da er an den Umsätzen beteiligt ist... Kleinere werden nicht aufsperren, und von denen verschiebt es sich in die Einkaufszentren.

Re: Wenn der


Lugner arbeitet sowieso immer!

Nix Frühpension!


Re: Re: Wenn der

aber nur für ATV

Re: Re: Wenn der

was den ein atmen aus atmen?

Man darf ein Geschäft nur 72 Stunden aufsperren...


Da sind die chinesischen Kommunisten schon fortschrittlicher als die Österreichischen....


 
12

Umfrage

AnmeldenAnmelden