Agrar: 1,34 Millionen für Fürst Liechtenstein

Im Jahr 2012 erhielten 337 landwirtschaftliche Betriebe in Österreich mehr als 100.000 Euro. Zuwendungen an einfache Betriebe bleiben weiter geheim.

Symbolbild Heuernte
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Symbolbild Heuernte
Symbolbild Heuernte – (c) Erwin Wodicka - BilderBox.com (Erwin Wodicka - BilderBox.com)

Wien/Apa/Hie. 337 landwirtschaftliche Betriebe in Österreich erhielten im Vorjahr mehr als 100.000 Euro an Förderungen aus dem EU-Agrartopf. Das geht aus der Transparenzdatenbank hervor, auf die jeder im Internet zugreifen kann. Früher waren in der Datenbank alle Förderempfänger aufgelistet, also auch einfache Bauern. Aus Datenschutzgründen sind es mittlerweile aber nur noch juristische Personen. In Österreich gibt es rund 140.000 Empfänger landwirtschaftlicher Subventionen. Davon scheinen für das Vorjahr 4745 in der Transparenzdatenbank auf.

Die höchste Summe erhielt wie im Jahr 2011 die Genussregionen Marketing GmbH mit 2,75 Millionen Euro. Auf Platz zwei der größten Förderbezieher liegt das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) Steiermark mit 2,69 Mio. Euro, auf Platz drei die Obsterzeugerorganisation Obst Partner Steiermark (2,62 Mio. Euro). Viertgrößter Förderbezieher war die Agrarmarkt Austria Marketing (2,32 Mio. Euro), gefolgt von der Genossenschaft LGV-Frischgemüse Wien (2,01 Mio. Euro).

 

Millionen für Stiftungen

Unter den Förderbeziehern finden sich 66 Stiftungen, von denen 2012 acht mehr als 100.000 Euro an Förderungen kassierten. Am meisten erhielt die Stiftung-Fürst-Liechtenstein-Zweigniederlassung Wilfersdorf Guts- und Forstbetrieb mit 1,34 Mio. Euro. Davon entfielen 798.100 Euro auf Direktzahlungen, das sind Förderungen, die pro Hektar ausbezahlt werden. Etwa ein Drittel der verteilten Agrargelder fallen in diese Kategorie. Die Domänen Privatstiftungen (Esterházy) erhielt rund 380.000 Euro.

Ordentlich gefördert wurden auch die heimischen Nahrungsmittelkonzerne: Die Anton Kittel Mühle Plaika GmbH bekam 1,46 Mio. Euro, der Zucker- und Stärkekonzern Agrana 1,1 Mio. Euro. Die größte österreichische Molkerei, Berglandmilch, konnte 524.500 Euro lukrieren, der Fleischereikonzern Radatz 138.550 Euro. Die heimischen Landwirtschafts- und Nahrungsmittelbetriebe erhielten zuletzt rund 2,3 Milliarden Euro Förderungen von der öffentlichen Hand. Davon kommen in der Regel etwa 60 Prozent aus dem EU-Agrarbudget, der Rest von Bund und Ländern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2013)

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