Agrar: 1,34 Millionen für Fürst Liechtenstein

01.05.2013 | 18:15 |   (Die Presse)

Im Jahr 2012 erhielten 337 landwirtschaftliche Betriebe in Österreich mehr als 100.000 Euro. Zuwendungen an einfache Betriebe bleiben weiter geheim.

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Wien/Apa/Hie. 337 landwirtschaftliche Betriebe in Österreich erhielten im Vorjahr mehr als 100.000 Euro an Förderungen aus dem EU-Agrartopf. Das geht aus der Transparenzdatenbank hervor, auf die jeder im Internet zugreifen kann. Früher waren in der Datenbank alle Förderempfänger aufgelistet, also auch einfache Bauern. Aus Datenschutzgründen sind es mittlerweile aber nur noch juristische Personen. In Österreich gibt es rund 140.000 Empfänger landwirtschaftlicher Subventionen. Davon scheinen für das Vorjahr 4745 in der Transparenzdatenbank auf.

Die höchste Summe erhielt wie im Jahr 2011 die Genussregionen Marketing GmbH mit 2,75 Millionen Euro. Auf Platz zwei der größten Förderbezieher liegt das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) Steiermark mit 2,69 Mio. Euro, auf Platz drei die Obsterzeugerorganisation Obst Partner Steiermark (2,62 Mio. Euro). Viertgrößter Förderbezieher war die Agrarmarkt Austria Marketing (2,32 Mio. Euro), gefolgt von der Genossenschaft LGV-Frischgemüse Wien (2,01 Mio. Euro).

 

Millionen für Stiftungen

Unter den Förderbeziehern finden sich 66 Stiftungen, von denen 2012 acht mehr als 100.000 Euro an Förderungen kassierten. Am meisten erhielt die Stiftung-Fürst-Liechtenstein-Zweigniederlassung Wilfersdorf Guts- und Forstbetrieb mit 1,34 Mio. Euro. Davon entfielen 798.100 Euro auf Direktzahlungen, das sind Förderungen, die pro Hektar ausbezahlt werden. Etwa ein Drittel der verteilten Agrargelder fallen in diese Kategorie. Die Domänen Privatstiftungen (Esterházy) erhielt rund 380.000 Euro.

Ordentlich gefördert wurden auch die heimischen Nahrungsmittelkonzerne: Die Anton Kittel Mühle Plaika GmbH bekam 1,46 Mio. Euro, der Zucker- und Stärkekonzern Agrana 1,1 Mio. Euro. Die größte österreichische Molkerei, Berglandmilch, konnte 524.500 Euro lukrieren, der Fleischereikonzern Radatz 138.550 Euro. Die heimischen Landwirtschafts- und Nahrungsmittelbetriebe erhielten zuletzt rund 2,3 Milliarden Euro Förderungen von der öffentlichen Hand. Davon kommen in der Regel etwa 60 Prozent aus dem EU-Agrarbudget, der Rest von Bund und Ländern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2013)

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11 Kommentare
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Foetderungen

Es gibt keine Foerderungen von der Eu weder an Bauern oder sonstigen Institutionen fuer Oesterreich,hier werden Bewusst Luegen verbreitet. Tatsache ist das Oesterreich von 1000,- Euro welche von vielen Euros nach Bruessel geschickt werden ca nur 800,- zurück kommen,es bleiben von den 1000,- Euro 200,- Euro in Bruessel es ist fuer Oesterreich ein Verlustgeschaeft,das ist Tatsache und nicht immer schreiben Oesterreich bekommt Geld von Bruessel.

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Was wäre wenn

man endlich mit dem Förderungsdschungel aufhören würde ?

Weg mit allen Förderungen.
Gerade im Fall Österreich ist das eine Umverteilung des Geldes durch die EU und ein Teilrückfluss nach Gutdünken und Regeln der EU.

Das soll ein Vorteil für Österreich sein ?

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Förderungen erhalten die Freundschaft...


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Ich nehme jetzt einfach einmal an,

Durchlaucht werde es verkraften...

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Umverteilung bedeutet eben nicht

'soziale' Gerechtigkeit.

Na sowas,

Stiftungen, Fürsten und diverse Firmenkonstruktionen bekommen also die höchsten Agrarförderungen. Und ich dachte, diese Förderungen bekommen die Bauern.....

Ich danke meiner Schwesterzeitung, dass sie die Agrar-Suvbentionen an die Kirche gleich gar nicht erwähnt hat.


Re: Ich danke meiner Schwesterzeitung, dass sie die Agrar-Suvbentionen an die Kirche gleich gar nicht erwähnt hat.


Die Presse ist im Besitz der römisch-katholischen Kirche:

„98,33 % der Anteile sind im Besitz der Katholischer Medien Verein Privatstiftung (vormals Katholischer Preßverein Privatstiftung) und zu 1,67 % im Besitz des Katholischen Medien Vereins (vormals Katholischer Preßverein)“

„…Meilensteine der Unternehmensentwicklung waren … die schrittweise Übernahme der österreichischen Traditionszeitung Die Presse ab 1991.“

vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Styria-Verlag

vgl. http://diepresse.com/unternehmen/sales/online/532662/Offenlegung-fuer-Die-Presse-Digital



Re: Ich danke meiner Schwesterzeitung, dass sie die Agrar-Suvbentionen an die Kirche gleich gar nicht erwähnt hat.

Ist insofern nicht übermäßig tragisch, weil sie im Vergleich zu den übrigen Subventionen, welche die katholische Kirche erhält, ohnehin nur Peanuts darstellen.

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na,wenn die keinen Knall haben ? Herr Berlakovic,können wir nicht noch ein paar Milliönchen nachschieben ?


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dafür dass sie uns unser steuergeld rauben bekommen sie auch noch förderungen es ist nur mehr unglaublich


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