Job-Versprechen für Ältere

01.05.2013 | 18:15 |   (Die Presse)

Der Sozialminister will, dass Ältere eine Arbeit garantiert bekommen. Für Junge gilt das schon.

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Wien/Hie. Geht es nach Sozialminister Rudolf Hundstorfer, sollen ältere Menschen, die über ein Jahr arbeitslos sind, einen Job garantiert bekommen. Der Vorschlag orientiert sich an der Beschäftigungsgarantie für Jugendliche: Wer keine Lehrstelle findet, kann eine Ausbildung in einer „überbetrieblichen“ Lehrwerkstätte machen. Ähnlich sollen Ältere, die in der Privatwirtschaft keinen Arbeitsplatz finden, auf dem „zweiten Arbeitsmarkt“ untergebracht werden, etwa in gemeinnützigen Stellen.

Laut Sozialministerium würde das Geld für die Beschäftigungsgarantie für ältere Langzeitarbeitslose zum einen aus den Ersparnissen aus dem Arbeitslosengeld kommen (320Mio. Euro). Zum anderen sollen Unternehmen, die zu wenig Ältere beschäftigen oder Ältere kündigen, Strafe zahlen. Firmen, die ältere Menschen beschäftigen, sollen einen Bonus bekommen.

Begeistert reagierten die Pensionistenvertreter Andreas Khol (ÖVP) und Karl Blecha (SPÖ). Khol forderte die Umsetzung der Beschäftigungsgarantie noch vor der Wahl.

Weniger glücklich ist die Wirtschaftskammer (WKO) mit dem Vorschlag des Sozialministers: Eine Beschäftigungsgarantie für Ältere ähnlich der Jugendgarantie sei eine sehr teure Maßnahme, so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik in der WKO. Gleitsmann bekannte sich zu einem Bonus-Malus-Modell, forderte aber vor allem die Senkung der Lohnnebenkosten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2013)

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13 Kommentare

unglaublich.

bitte, ich will auch die garantie, dass alle mit 50 einen neuen job bekommen... dann müssen die z.b. 30/40-jährigen nur noch 10 jahre warten bis sie einen job bekommen.

super durchdacht.
danke SPÖ.


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Spielen jetzt Wünsch dir was?!?

Dann würde ich gerne mit 60 in Pension gehen, denn dann habe ich meine 45 Erwerbsjahre fertig!

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Dann fehlt nur mehr...

...die Auftrags- und Ertragsgarantie für die Firmen, die diese Beschäftigungsverhältnisse garantieren und bezahlen müssen.

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Ganz einfach

Strafzahlungen werden genau das Gegenteil bewirken. Dann werden eben die Personen früher gekündigt und älter haben überhaupt keine Chance mehr. Welcher Unternehmer will das ein Risiko eingehen.

Eine Förderung für Wiedereingliederung gibt es jetzt schon. Wäre es für Unternehmer so interessant, hätten wir weniger Arbeitslose.

Die neue Förderung dient nur den SÖB-Betrieben, das ist eine neue Sklavenhaltung. Zu Mindestlöhnen werden Personen zur unsinnigsten Arbeiten gezwungen. Ein Einstieg in den Arbeitsmarkt kann das nur für die unterste Bildungsschichte sein, für alle anderen ist es Versklavung und mehr Arbeitsplätze werden dadurch auch nicht geschaffen, wären diese nämlich vorhanden, bräuchte es diesen Sklavenhandel gar nicht.

Wer sich solche dubiosen Dinge ausdenkt, sollte selbst selbst zu so einer Maßnahme verpflichtet werden.

Ich musste schmunzeln bei dem Titel

Aha. Herr Hundstorfer will das also. Das ist nett. Und wie soll man das umsetzen? Woher will er die Arbeitsplätze nehmen?
Ich will bitte auch einen garantierten Arbeitsplatz für den Rest meines Erwerbslebens. Und danach will ich eine garantierte Pension. Und natürlich müssen sowohl Entlohnung als auch Pension so hoch bemessen sein, dass ich angenehm alle meine Rechnungen bezahlen und mir noch einen kleinen Luxus erlauben kann.

Gut. Und jetzt wird weitergearbeitet. Aus mit dem Träumen.

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Woher will er die Arbeitsplätze nehmen?

Na, die Gewerkschaft wird mit dem Geld ihrer Mitglieder Betriebe gründen und uns vorhupfen, wie das geht!

Re: Ich musste schmunzeln bei dem Titel

Ganz einfach - Beamter der Stadt Wien, ach so Sie haben kein Parteibuch - na schade.

Der Traum bon Vollbeschäftigung

Gebt jedem einen Löffel, lasst ihn graben und schon haben wir Vollbeschäftigung.
So einfach ist das doch, oder?

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gefährliche Drohung

...Ähnlich sollen Ältere, die in der Privatwirtschaft keinen Arbeitsplatz finden, auf dem „zweiten Arbeitsmarkt“ untergebracht werden, etwa in gemeinnützigen Stellen....
Und diese Älteren dürfen dann,diesen Plänen nach,ihr weiteres Dasein bis zur Pension,in (wie üblich den Parteien nahestehenden)SÖB Betrieben fristen,wo sie um 800,-- "Lohn" bessere "Sklavenarbeit" verrichten müssen.

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durch den SPÖsozialabbau bei den asvg pensionen- stehen viele ältere vor dem nichts- und noch mehr jüngere auf der straße- die SPÖ politik ist nur mehr eine farce


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Weit sind wir mit den Roten gekommen!

Sehr weit!

Strafe bewirkt nur gegenteilige Effekte

Wenn ein Betrieb Strafe zahlen muss nur wenn er ein Älteren kündigt, dann wird er keinen Älteren mehr einstellt. Jetzt ist es schon schwer bis zu unmöglich für einen über 50 einen Job zu bekommen. Es kann nur mit Reduzierung von Abgaben funktionieren. Wenn ein Betrieb einen über 50er einstellt, bekommt er ein Jahr lang Abgabe befreit für den über 50jährigen, dann schaut es anders aus. Geld stinkt nicht, Strafe schon.

Re: Strafe bewirkt nur gegenteilige Effekte

Eben deshalb lautet ja der Plan, dass diese Strafe auch fällig wird, wenn man Ältere einfach nicht einstellt (steht ja so im Artikel):

"Zum anderen sollen Unternehmen, die zu wenig Ältere beschäftigen oder Ältere kündigen, Strafe zahlen."

Das Dumme an dem Plan ist nur, dass er ein paar Haken hat, über die sich Herr Hundstorfer wohl keine Gedanken gemacht hat wie z.B.:

Wie hoch sind dann die Gehälter für die älteren Arbeitnehmer? Wohl kaum mehr als das kollektivvertragliche Mindestgehalt und davon kann man nicht leben bzw. kaum jemand wird für die paar Netsch arbeiten wollen.

Woher sollen die zusätzlichen Arbeitsplätze kommen? Jedes Unternehmen spart an Personal und es gibt eben pro Unternehmen auch nur ein gewisses Maß an Arbeitsplätzen. Wenn man also Ältere einstellen muss, werden dafür Jüngere gekündigt. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Unternehmen deshalb mehr Arbeitsplätze schaffen werden, denn die höheren Kosten wirken sich negativ auf die Bilanz aus. Das sieht man ja jetzt schon an der Zahl der Überstunden (man könnte noch eine Arbeitskraft einstellen, tut es aber nicht, weil die Überstunden billiger sind).

Fakt ist nunmal: man wird sich auf kurz oder lang eine Alternative zur Erwerbsarbeit überlegen müssen. Die Zeiten sind vorbei, dass jeder seinen sicheren Arbeitsplatz hat und anschließend eine schöne Pension.

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