AUA fliegt im ersten Quartal 56 Millionen Euro Verlust ein

02.05.2013 | 08:32 |   (DiePresse.com)

"Winterbedingte Ausfälle und teure Enteisungen haben unseren Flug in die schwarzen Zahlen unnötig belastet", sagt AUA-Chef Jaan Albrecht.

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Die harten Wintermonate haben der AUA (Austrian Airlines) beim Start ins neue Geschäftsjahr weiter ein dickes Minus gebracht. Der Betriebsverlust war im ersten Quartal 2013 mit 56 Millionen Euro nur um 11 Millionen niedriger als zur gleichen Zeit im Vorjahr (-67 Mio. Euro).

Damit blieb die österreichische Lufthansa-Tochter auch hinter ihren eigenen Erwartungen. AUA-Chef Jaan Albrecht nannte Väterchen Frost als harten Gegenspieler in den heurigen ersten drei Monaten. "Winterbedingte Ausfälle und teure Enteisungen haben unseren Flug in die schwarzen Zahlen unnötig belastet", so Albrecht in seiner Quartalsmitteilung am Donnerstag. Nach den bisherigen Vorausbuchungen hofft er auf einen starken Sommer. Er "bleibe optimistisch, dass wir den Turnaround noch heuer erreichen werden".

Passagierzahl geht zurück, Auslastung steigt

Trotz der roten Zahlen spricht die Airline von Fortschritten im Sanierungsprogramm. Trotz massiver Kostenbelastungen aus Ticketsteuer und Spritverteuerung von zusätzlichen sieben Millionen Euro sei das operative Ergebnis um 11 Millionen Euro oder 16,4 Prozent besser. Die operativen Gesamterlöse sanken um 1,3 Prozent auf 458 Millionen Euro, die operativen Kosten um 3,2 Prozent auf 514 Millionen Euro. Einmaleffekte fielen im ersten Quartal nicht an.

Ende März beschäftigte die AUA-Gruppe 6265 Mitarbeiter, rund 500 weniger als vor Jahresfrist. Zentraler Punkt des laufenden Sanierungsprogramms war Mitte 2012 die Übertragung des Austrian-Flugbetriebs auf die Tochter Tyrolean. Die Passagierzahl ist im Zeitraum Jänner bis März 2013 um 2,7 Prozent auf 2,3 Millionen zurückgegangen. Es waren weniger Flugzeuge unterwegs, weil die Flotte reduziert wurde. Die Auslastung stieg um 3,3 Prozentpunkte auf 74 Prozent. Im Berichtsquartal hatte die AUA 77 Flugzeuge im Einsatz.

Tiefrote Zahlen auch bei AUA-Mutter Lufthansa

Auch der AUA-Mutterkonzern Lufthansa musste für das erste Quartal tiefrote Zahlen melden. Das Konzernergebnis lag nach Lufthansa-Angaben bei minus 459 Millionen Euro. Neben den Kosten für Abfindungen und Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit dem Stellenabbau im Sparprogramm SCORE seien es vor allem außerplanmäßige Abschreibungen und Bewertungseffekte, die durchschlugen. Der Streik der Lufthansa Bodenmitarbeiter am 21. März belastete das operative Ergebnis der Lufthansa Passage ebenso wie hohe Treibstoffkosten und der lange Winter, unter denen auch die übrigen Airlines der Lufthansa Group zu leiden hatten, schreibt die Lufthansa zum Quartal.

Die Zahlen fielen schlechter aus als erwartet. Analysten hatten bei 6,65 Milliarden Euro Umsatz mit einem operativen Verlust von 299 Millionen Euro gerechnet. Im Gesamtjahr strebt der Vorstand dennoch weiterhin einen operativen Gewinn über dem Vorjahresniveau von 524 Millionen Euro an.

Swiss ebenfalls in den roten Zahlen

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss, eine weitere Lufthansa-Tochter, ist im ersten Quartal 2013 ebenfalls in die roten Zahlen geflogen. Swiss machte laut Lufthansa-Bilanz im ersten Quartal ein operatives Minus von 16 Millionen Euro, nach minus 3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Grund waren hohe Treibstoffpreise und ein hinkender Markt.

(APA)

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17 Kommentare

Passagierzahl geht zurück, Auslastung steigt

interessantes Phänomen ;-)

Solange Flüge deutlich billiger sind als andere Alternativen, solange kann man solchen Nachrichten keinerlei Bedeutung schenken da völlig unlogisch und zwanghaft ein eigentlich Klima schädliches Modell, mittels Subventionen zwanghaft am Leben erhalten wird.

WARUM soll Jemand um einen Spottpreis über den Globus fliegen dürfen, während man den (vergleichbar weniger Rohstoff verbrauchenden) Autofahrern das letzte Hemd auszieht ???


Re: Passagierzahl geht zurück, Auslastung steigt

moment mal......

Fliegen ist genauso umweltfreundlich wie Autofahren.
Eine vollbesetzte Boeing 737 braucht ca. 4 Liter Kerosin pro 100 km pro Passagier!

Bei fast leeren Maschinen der maroden AUA mit Flugverbindungen in den Ostblock, die keinen interessieren, haben sie aber recht.

Re: NAchtrag

würde man nicht besser weil effizienter all das viele Geld der Steuerzahler besser in Forschung stecken aus der bekanntlich ein gemeinsamer Gewinn für alle Menschen resultiert, statt in marode und unnütze Gesellschaften welche allein ihren Aktionären und Managern Gewinne garantieren sollen/wollen ???

Die OS

Ist ja eh nur mehr ein laecherlicher Zubringer von GRZ und VIE nach FRA und MUC.
Ah genau... Wenn der deutsche Vorstandsvorsitzende auf dem Balkan muss, steigt er evtl in Wien um.

Re: Die OS

Zumindest früher stiegen die zahlreichen Japaner, welche in der größten japanischen Community in Europa lebten (= Düsseldorf) sehr gerne auf dem Weg nach Tokyo und Osaka in Wien um. Der Flughafen Wien war bei den Top-Managern der deutschen Großindustrie (Thyssen, Mannesmann, IBM, Bayer, RWE, C&A, Metro, Bertelsmann, um nur einige zu nennen) als Umsteiger überaus beliebt, wie die zahlreichen Firmenverträge bis ins Jahr 2002 belegen. Erst als die Niederlassungen geschlossen wurden, gingen die Zahlen zurück. (Zur Info: DUS war bis 2002 im Ertrag die zweitstärkste Niederlassung nach Wien im System!)

Ösis

haben die Angewohnheit sich selbst anzulügen. Da werden alle möglichen Gründe für die Verluste interprediert, nur nicht die Wahren. Ganz einfach: Bei Flugpreisen die nicht einmal den benötigten Treibstoff decken plus nach wie vor im Vergleich paradiesischen Gehältern und Privilegien der Belegschaft kann niemals kostendeckend gearbeitet werden, von Gewinn schon gar keine Rede ( den es übrigens auch früher nie gab, bzw. nur manchmal minimal und mit allen Bilanztricks). Daher - zusperren, besser heute als morgen wäre die beste Lösung

Daher - zusperren, besser heute als morgen wäre die beste Lösung

Noch bessere Lösung, LH zusperren! Bei all den Förderungen die der Großkotzern empfängt könnte der Steuerzahler viel sparen, kurzfristig!
Dummerweise geht es auch um Steuereinnahmen über den betroffenen Konzern hinaus!

Re: Ösis

Ich glaube nicht, dass es (allein) an den Gehältern liegt. Die Swiss zahlt sicher höhere Saläre und kam trotzdem besser durch das erste Quartal.

Aus dem Internet konnte ich nur eruieren, dass die Swiss im ersten Quartal 2013 4.5 % mehr Passagierkilometer verkaufen konnte. Die Auslastung nach um 1.8% auf 79.6% zu. Sie litt unter den gleichen Nachteilen, mit der Lufthansa und AUA ihre schlechten Zahlen begründen. Damit werden deren Begründungen relativiert.

Über den Gewinn sind mir keine Zahlen bekannt.

Re: Re: Ösis

Nachtrag.
Nun wurden auch die Gewinnzahlen publiziert. Der Verlust der Swiss vergrösserte sich von 4 Mio. Franken auf 24 Mio. Franken. Hingegen nahm der Betriebsertrag um 2% zu (von 1.167 auf 1.191 Mrd. CHF).

Re: Ösis

Man könnte Ihnen länger Antworten.

Da sie aber nicht einmal wissen wie viel Treibstoff/Passagier & 100km im durchschnitt benötigt wird und daher die Einschätzung bezüglich der Treibstoffkosten und des Flugpreises völlig falsch sind, wäre es schade um jede weitere Zeile.

Re: Re: Ösis

"Treibstoff in Litern (!)/Passagier auf 100km wurde von den Boulevardmedien erfunden, um Otto Normalverbraucher einen Vergleich seines VW Golf mit einem Airbus A320, mit dem nach Mallorca geflogen wird, zu ermöglichen.
Dieser Wert ist schon anhand der Tatsache, dass, aufgrund unterschiedlichster Windsituationen, ein Flugzeug so gut wie nie zweimal eine Strecke gleich schnell fliegen kann, selbst wenn die angezeigte Geschwindigkeit gleich bleibt - im Gegensatz zu einem Auto - ein reiner Schätzwert, der nicht die Realität widerspiegelt (und auch keine Airline rechnet mit diesen Einheiten).
Der Treibstoffverbrauch eines Flugzeuges wird (bei kleineren Flugzeugen) in Gallonen/Stunde bzw. in metrischen Tonnen/Stunde angegeben.

Re: Ösis

Herr Luftfahrtexperte Pips. Das erste Quartal ist in Europa sogut wie bei allen Airlines blutrot. Das liegt in der Natur des Luftfahrtgeschäfts, ohne jetzt lang und ausführlich ins Detail zu gehen. Wichtig dabei ist, dass man es so wenig wie möglich rot hält, da es ja in den restlichen Quartalen in die Farbe Schwarz umgefärbt werden muss. Und schliesslich gab es eine Verbesserung um 11 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Die Enteisungskosten, Flugverspätungen und Ausfälle in diesem Jahr sind eben nicht zu verachten. Aber so wie sie meinen, einfach mal 6.200 Arbeistlose zu schaffen, wäre glaube ich eine inadequate Massnahme zur Sicherung des Industriestandortes Wien.

Re: einfach mal 6.200 Arbeistlose zu schaffen, wäre glaube ich eine inadequate Massnahme zur Sicherung des Industriestandortes Wien.

und deshalb muss man als Bürger all Jene weiterhin subventionieren, welche von Wien nach Berlin, Bratislava, Prag oder Bern ..... beinahe gratis fliegen wollen ???

Wie bescheuert ist DAS denn ???

Und, wäre es nicht billiger für etliche Länder, eher Arbeitslosengeld in gleicher Hlöhe wie den momentanen Verdienst zu gewähren statt zusätzliche Direktoren und Anleger bezahlen zu müssen ?!

und deshalb muss man als Bürger all Jene weiterhin subventionieren

Volkswirtschaftliche Betrachtung?
Warum sponsert der deutsche Staat LH nochmal?

Re: Re: Ösis

Industriestandort Wien!! ist gut. Manche Kronen Zeitungleser glauben wirklich das Wien wirtschaftlich eine internationale Bedeutung hat. Wegen dem Neujahrskonzert?, oder des Lifeball?, oder wegen der vielen Ostkriminellen? die vorzugsweise in Wien leben, weil sie mehr oder weniger nicht verfolgt werden ( bis auf die Taschlzieher).

Re: Re: Ösis

Wo ist denn der Industriestandort in Wien?
Schwechat hat einmal zu Gross-Wien gehoert. Das gibt es aber leid nicht mehr.

Re: Re: Re: Ösis

Die 12 Millionen Passagiere, die die AUA jedes Jahr großteils von und nach Schwechat befördert, haben auch nur sehr wenig mit "Schwechat" zu tun...

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