Alpine: Aufteilung der offenen Baustellen in Zielgerade

27.06.2013 | 14:11 |   (DiePresse.com)

Schon nächste Woche könnte auf den ehemaligen Alpine-Baustellen weitergearbeitet werden.

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Die insolvente Alpine Bau GmbH betreibt in Österreich rund 1400 Baustellen - ein Gutteil davon steht vorerst noch still, den Bauherrn ist mit der Milliardenpleite des Bauriesen vielfach der Generalunternehmer abhandengekommen. Die Aufteilung von Baustellen und Unternehmensteilen befindet sich aber den Gläubigerschützern zufolge bereits in der Zielgeraden. Der Masseverwalter prüft derzeit noch die Angebote. "Die Angelegenheit ist sehr komplex - es verzögert sich alles um einen Tag", sagte Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband 1870. Auch die Branchenführer Strabag und Porr bekundeten bereits reges Interesse.

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Bis morgen dürfte klar sein, wer welche Baustellen bzw. Teile der Alpine übernimmt. "Die zweite Runde wird dann intensiv - die Bauherrn treten mit den 'Prätendenten' in die Verhandlungen ein", so Kantner.

Nächste Woche soll weitergebaut werden

Schon nächste Woche soll überall weitergebaut werden können, so das Ziel des Insolvenzverwalters Stephan Riel. Bei fast einem Drittel der Baustellen (rund 400) gibt es ohnehin keine Probleme - dort sind bereits die Partner der Arbeitsgemeinschaften eingesprungen. Von der Pleite der Alpine sind in Österreich insgesamt 4905 Arbeitnehmer unmittelbar betroffen.

Erste konkrete Lösungsszenarien sickerten bereits durch - so will etwa der Linzer Baukonzern Swietelsky, der selbst etwa 6900 Arbeitnehmer beschäftigt, bis zu 1500 Alpine-Mitarbeiter auf Baustellen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Kärnten übernehmen. Das Angebot der Linzer soll ein Bauvolumen von rund 400 Millionen Euro umfassen, also etwa 30 Prozent der Alpine-Bauleistung in Österreich. Swietelsky erzielt laut Vorstandschef Karl Weidlinger eine Bauleistung von 1,4 Milliarden Euro.

 

Alpine-Energie nicht Teil der Insolvenz

Das Salzburger Familienunternehmen G. Hinteregger & Söhne verhandelt ebenso mit dem Insolvenzverwalter wie die oberösterreichische Habau mit Sitz in Perg, die ein Angebot für das Oberösterreich- und auch das Niederösterreich-Geschäft der Alpine legt. In Summe will die Habau 700 bis 800 Alpine-Mitarbeiter übernehmen.

Das Bau- und Transportunternehmen Felbermayr International mit Sitz in Wels interessiert sich für den Baubetrieb der oberösterreichischen Siemens VAI mit 100 Mitarbeitern und das Bauunternehmen Bodner mit Sitz in Kufstein bemüht sich um die Tiroler Niederlassung der Alpine und könnte bis 340 der 450 Mitarbeiter in dem Bundesland übernehmen. Die Alpine hat dort 60 Baustellen.

Zahlreiche Alpine-Gesellschaften sind nicht Teil der Insolvenz - so etwa die Alpine-Energie AG, die Hazet Bau, die Alpine Bemo Tunnelling GmbH, der Tiefbauspezialist GPS (Grund- Pfahl- und Sonderbau), die Erfurth Spezialbau GmbH, die ARB Holding GmbH, die Klöcher Bau GmbH, die Ökotechna Entsorgungs- und Umwelttechnik GmbH sowie die Universale Bau GmbH. Diese Gesellschaften beschäftigen in Summe weitere 2600 Mitarbeiter in Österreich.

Und auch um die nicht insolventen Teile ist bereits ein Bietergefecht entbrannt: Der Bauriese Strabag legt eigenen Angaben zufolge beispielsweise ein Angebot für die Hazet Bau (357 Mitarbeiter) und die Universale Bau (100 Mitarbeiter). Mitbewerber Porr interessiert sich aktuell noch für die Alpine Bemo Tunnelling (247 Mitarbeiter), hat aber laut Konzernchef Karl-Heinz Strauss auch bereits "Teams und Mitarbeiter auf den Baustellen in den Bundesländern" übernommen, um deren Weiterführung derzeit gerungen wird.

(APA)

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2 Kommentare

am Ende alles gut?

in Summe muss man sagen, dass die Insolvenz zwar vielen kleinen weh tun wird, aber es der Bauwirtschaft in Summe nicht geschadet hat. der ruinöse Wettbewerb den die alpine teils betrieben hat, werden andere unternehmen, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind, nicht weiter verfolgen. den Mitarbeitern und geschädigten wünsche ich, dass sie alle wieder wo unter kommen und dass sie nicht mehr unter der spanischen Führung um ihre Jobs zittern müssen!

Re: am Ende alles gut?

na ich weiss nicht so recht, denn wenn der Staat ~ 1,5MRd verspricht und erst daraufhin die Konkurenz wach wird, bedeutet das nicht viel gutes für den geknechteten Steuerzahler !

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