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Banken verdienen mit jedem Privatkunden nur 86 Euro

Banken
Banken / Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) 

Seit Beginn der Krise sank die Profitabilität der österreichischen Banken im Privatkundengeschäft um 25 Prozent. Der durchschnittliche Jahresgewinn pro Kunde liegt bei 86 Euro. In Skandinavien sind es 356 Euro.

 (Die Presse)

Wien. Österreichs Banken haben im Privatkundengeschäft ein Kostenproblem. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Beratungsfirma A.T. Kearney. Dazu wurden die Bilanzen von 93 Banken in 24europäischen Ländern unter die Lupe genommen. Aus Österreich wurden die Daten von Bank Austria, Raiffeisen, Bawag, Erste Bank und Sparkassen ausgewertet.

Der Studie zufolge machen Österreichs Banken mit jedem Privatkunden einen durchschnittlichen Gewinn von 86 Euro pro Jahr. In Nordeuropa und in der Schweiz liegt der Gewinn dagegen bei 356Euro pro Kunde. Dies hängt unter anderem mit der Kostenstruktur der österreichischen Finanzwirtschaft zusammen.

Doch langsam setzt hier ein Umdenken ein. Die Bank Austria kündigte vor Kurzem an, dass sie bis 2015 ein Viertel ihrer Filialen dichtmachen wird. Laut Bank-Austria-Chef Willibald Cernko kommen bei allen österreichischen Banken derzeit rund 2000 Kunden auf eine Filiale. Es seien aber 4000 bis 5000 Kunden notwendig, um einen Standort wirtschaftlich betreiben zu können.

(C) DiePresse Banken PrivatkundenBanken Privatkunden / Bild: (C) DiePresse

Hohe Kosten, geringer Ertrag

Besonders schlecht schneiden Österreichs Banken im internationalen Vergleich bei der sogenannten „Cost-Income-Ratio“, dem Kosten-Ertrag-Verhältnis, ab. Dabei handelt es sich um eine wichtige Kennzahl für die Effizienz eines Unternehmens. Zur Berechnung des Werts wird der Verwaltungsaufwand in Relation zu den Erträgen einer Bank gesetzt. Je höher der Wert, umso schlechter wird gewirtschaftet.

Der Studie von A.T. Kearney zufolge sind die Banken in Österreich und in Portugal mit einer Kosten-Ertrag-Relation von 76Prozent die Schlusslichter in Europa (siehe Grafik). Effizienter arbeiten Institute in Nordeuropa, in Großbritannien, sogar in Spanien. Als Gründe für das schlechte Abschneiden der österreichischen Finanzwirtschaft nennt A.-T.-Kearney-Expertin Daniela Chikova den intensiven Wettbewerb und die niedrigen Margen. Auch haben sich viele österreichische Banken in den letzten Jahren mehr auf Zentral- und Osteuropa als auf das Geschäft in Österreich fokussiert.

Zudem zahlen die Kunden in anderen Ländern mehr für Bankdienstleistungen. Die Schweizer legen dafür 1166 Euro pro Jahr auf den Tisch, in Österreich gibt ein Kunde 610 Euro aus. Am wenigsten zahlen mit 305 Euro die Portugiesen. Für 2013 sieht Chikova eine „Kaltwetterfront“ für die Banken heraufziehen: „2012 war schwierig, 2013 wird sicherlich auch nicht einfach.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2013)

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92 Kommentare
 
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Also

was geschieht? Was wird geschehen? Warum können die ausgedrückten Ideen nicht umgesetzt werden? Einfach nur jammern? Wir zahlen. Wir bezahlen diese absurden Politfunktionäre. Also sollten auch wir bestimmen, was zu geschehen hat. Weg mit den Kasperln.

Der durchschnittliche Jahresgewinn pro Kunde liegt bei 86 Euro.


Jahresgewinn !!!

das heißt, daß mir die banken jedes jahr um 86 euro mehr abknöpfen als ihre leistung kostet.

das ist eine ziemliche sauerei meiner meinung nach,
wenn man bedenkt daß ich ihnen so gut wie gratis eine ganze menge geld zur verfügung stelle und noch dazu meine eigenleistung - weil ich ja schon fast die ganze schalter- und buchungsarbeit selber machen muß - ständig mehr wird.

Lüge

Banken verdienen an Investitionen in die Bodensperre und am Unterbot der Arbeitskräfte.

Re: Lüge

Und jetzt erklären Sie "Bodensperre" und "unterbot".

Lüge

Banken verdienen über Investitionen an der Bodensperre und am Unterbot der Arbeitskräfte.

Vertrauen in die Banken seit min. 5 Jahren gesunken

Durch ständige Negativ-Schlagzeilen ist das Vertrauen in Banken stark gesunken. Viele haben noch ein Giro-Konto, aber das war's dann. Heutzutage gibt es Online-Broker, Direkt Sparen und alternative Finanzberatung im Internet. Der einzige Dorn im Auge ist noch die Kreditfinanzierung die auf Grund veralteter Gesetzlage noch immer über Banken laufen muss.

Mitleid

Mir tun die Banken gar nicht leid. Leid tun mir nur deren Mitarbeiter, die werden nämlich noch mehr verarscht wie die Kunden.

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Re: Mitleid

"als" würde ich sagen, sonst d'accord

Und was verdienen sie...

...mit dem Geld, das wir ihnen (so gut wie zinsenlos) leihen?

OOaaaam!


wer im Zeitalter des Internet noch zur Bank geht..

..ist selber schuld.

Filialmitarbeiter werden wohl die nächsten Jahre nicht sehr gefragt sein..

Ruhig Blut ...

Mann, Mann - Leute! Vieles von dem, was ich hier lese, ist gelinde gesagt ein echter Semmel. Natürlich stimmt es, dass die Banken im Privatkundengeschäft kaum Geld verdienen. Und natürlich stimmt es, dass es an den Kosten liegt! Aber ich höre schon das Geschrei hier im Forum, wenn die liebgewonnene Filiale des ein oder anderen hier geschlossen wird. Oder wenn es gar nicht mehr in jedem Graben eine Raika gibt. Das wird dann auch wieder der Großteil nicht verstehen. Kosten zu sparen, ohne dass es beim Kunden sichtbar ist, geht halt kaum ...

Re: Kosten zu sparen, ohne dass es beim Kunden sichtbar ist, geht halt kaum ...

Wie wär's damit :

- Aufhören mit Zocken und unverantwortlichen Finanzprodukten

- Rückkehr zu seriöser Geschäftspolitik

- Keine Dividendenausschüttung ohne Gewinne

etc. etc.

---

Nicht die Kunden verursachen die Kosten - sondern die wahnwitzigen Banken-"Abenteuer".

Re: Ruhig Blut ...

endlich wer, der versteht um was es geht ....

die armen

mir sind allerdings weniger verdienende und halbwegs korrekte banken liebe als jene, die global vorwärts blickend und so gutverdienend waren, dass sie durch steuergelder dann gerettet werden durften...

Hahaha ...

Realitätsfremd, sonst ist der Artikel gar nix !!!
Erinnert sich noch jemand an die Zeiten von 6-8% Sparzinsen? An die Zeit, da eine freundliche Dame den Erlagschein ausgefüllt hat (kostenlos).
Heute bestehen Banken aus Managern und man darf alles selber machen, muss dafür sogar zahlen!

Pleite gehen lassen, Manager voll in die Haftung nehmen!!!

Re: Hahaha ...

lückenhaftes Gedächtnis , was ?

Die Zinsen waren sogar bei rund 10 %. Dass die Kredite damals aber rund das dreifache von heute "gekostet" haben sollte auch erinnerlich sein.

Und dass eine Überweisung etliche gedauert hat und nicht mehr prompt erfolgt wie heute.

Oder dass man zum normalen Zahlungsverkehr ja gar nicht mehr zur Bank muß sondern bequem alles daheim erledigen kann.

Nur das alles zum Nulltarif wird halt nicht möglich sein, gell ?

nichts Neues

Das Banken nicht wirtschaften können ist ja wohl zumindest seit einigen Jahren klar zu sehen.
Jede Hausfrau machts besser.

Re: nichts Neues

samma nur demagogisch, opedurx ?? gerade in Österreich stimmt ja das in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle gar nicht.

dass manche Banken das Geld zum Fenster raus hauen und dann noch gerettet werden müssen (warum eigentlich) ist ein anderes Thema ....

Die Kunden sollen die Kosten der Bankenmisswirtschaft übernehmen ...

... und die Kosten für deren Spekulationswahnsinn übernehmen.

Und die Kosten der wahnwitzigen Gehälter und Boni der "Manager", die die Banken ruiniert haben.

That's it.

Warum das von Zeitungen durch kostenlose Propaganda-Artikel unterstützt wird ?

Re: Die Kunden sollen die Kosten der Bankenmisswirtschaft übernehmen ...

kostenlos? Wer weiss, ob für diesen Artikel nicht Kohle geflossen ist? So etwas nennt man dann Lobbying!

Re: Re: Die Kunden sollen die Kosten der Bankenmisswirtschaft übernehmen ...

und die Kosten kommen dann noch oben drauf...

Bitte aufklären

Gibt´s einen Link zu der Studie?

Der Artikel enthält einige Unschärfen zB. wird nicht definiert, welche Staaten die Studienautoren unter "Skandinavien" verstehen.

Oder die Aussage "Die Schweizer legen dafür 1166 Euro pro Jahr auf den Tisch" ist so sicher falsch, denn die Schweizer Währung ist der Franken - der wiederum in den letzten Jahren gegenüber dem Euro an Wert gewonnen hat. Die Schweizer würden also schon allein deshalb höhere Gebühren im Vergleich zahlen. Und ein "umgerechnet" einzufügen, ist ja nicht zuviel verlangt, auch wenn man nur eine Presseaussendung wiederkäut...

Bitte aufklären

Gibt´s einen Link zu der Studie?

Der Artikel enthält einige Unschärfen zB. wird nicht definiert, welche Staaten die Studienautoren unter "Skandinavien" verstehen.

Oder die Aussage "Die Schweizer legen dafür 1166 Euro pro Jahr auf den Tisch" ist so sicher falsch, denn die Schweizer Währung ist der Franken - der wiederum in den letzten Jahren gegenüber dem Euro an Wert gewonnen hat. Die Schweizer würden also schon allein deshalb höhere Gebühren im Vergleich zahlen. Und ein "umgerechnet" einzufügen, ist ja nicht zuviel verlangt, auch wenn man nur eine Presseaussendung wiederkäut...

Re: Bitte aufklären

vor allem wenn die Schweizer im Schnitt 1166 Euro und die Österreicher im Schnitt 610 Euro zahlen weiß man wer bei den Einkommensunterschieden massiv geschossen wird andrerseits selbst des teuerste Konto kostet im Jahr ned mehr als 100 Euro damit wäre auch klar dass deren Hauptgeschäft woanders liegt...

Banken verdienen mit jedem Privatkunden nur 86 Euro

Und das trotz der unverschämt hohen Überziehungszinsen von Girokonten?

 
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