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Österreich: Schwacher Saisonstart im Tourismus

Schwacher Saisonstart Tourismus
Schwacher Saisonstart Tourismus / Bild: (c) Clemens Fabry 

Vier- und Fünfsternehotels sind nach wie vor gefragt. Die billigeren Kategorien verlieren Gäste. Deutschland hat Österreich bei dem Nächtigungszuwachs abgehängt.

 (Die Presse)

Wien/Es. Österreich ist nach wie vor das mit Abstand beliebteste Urlaubsziel der Österreicher. Rund ein Drittel der Haupturlaube (34,4 Prozent) wurden 2012 im eigenen Land verbracht. Italien rangiert mit 14,5Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Kroatien mit knapp zehn Prozent und Deutschland mit immerhin 6,1Prozent.

131 Millionen Nächtigungen wurden im Vorjahr laut Wirtschaftskammer (Fachverband der Hotellerie) verbucht, 95 Millionen davon aus dem Ausland, 36 Millionen aus dem Inland.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen für den bisherigen Saisonverlauf Jänner bis Mai 2013 jedoch nicht so berauschend. Während die Vier- und Fünfsternehotels mit einem Nächtigungsplus von zwei Prozent, Ferienwohnungen sogar mit 5,5Prozent plus gesegnet sind, melden die mittleren und niedrigen Sternekategorien ein Minus von bis zu zwei Prozent. Insgesamt beläuft sich das Nächtigungsplus 2013 bisher auf eher magere 1,1Prozent – im Vergleich zu sechs Prozent im Vorjahreszeitraum, in dem alle Hotelkategorien noch Zuwächse verzeichneten.

 

„Ernte bereits eingefahren“

Für das Gesamtjahr 2013 sagt Klaus Ennemoser, Präsident des Fachverbandes der Hotellerie, ein Plus voraus: „Der Großteil der Ernte ist dank der Rekord-Wintersaison heuer schon eingefahren. Im Gesamtjahr wird es sicher ein Nächtigungsplus geben, auch wenn es im Sommer ein Minus geben sollte.“

Bemerkenswert an diesem Jahr sei, dass nun ein „Gleichstand zwischen Sommer- und Wintersaison“ erreicht sei. Der Winter, der in den letzten Jahren massiv aufgeholt hat und in den ein Großteil der Investitionen geflossen ist, habe nun „den Plafond erreicht“.

Ein Defizit sieht Ennemoser beim Tourismusmarketing. Dieses sei unterfinanziert. Vor allem die Erschließung neuer Märkte wie China und der arabische Raum würde zu wenig vorangetrieben.

„International beneidet“ werde Österreich hingegen um die Kaufkraft seiner Touristen. Diese habe sich in den letzten zwölf Jahren von 100 Euro pro Nächtigung auf 200 Euro verdoppelt.

Überraschend: Deutschland hat Österreich beim Nächtigungszuwachs bei Weitem überflügelt. Mit einem Plus von 16,6Prozent wuchsen die Nächtigungen in Deutschland 2007 bis 2012 mehr als doppelt so stark wie in Österreich (plus 7,5Prozent). Dies sei auf die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Hoteliers von 19 auf sieben Prozent zurückzuführen, so Ennemoser. Die Schweiz kämpfe hingegen wegen des starken Franken mit einem Nächtigungsrückgang von 4,4Prozent.

 

Nächtigungen „teuer erkauft“

Die Nächtigungszahlen allein seien aber nicht der einzige Erfolgsindikator für Hoteliers, relativiert Ennemoser. Entscheidend sei die Menge (Nächtigungen) multipliziert mit dem Preis.

Und hier liege das Problem: „Wir haben in Österreich zu niedrige Preise. Die Hoteliers erkaufen sich die Nächtigungen teuer.“ Der Preisdruck werde von den oberen Sternekategorien, die den höchsten Nächtigungszuwachs erzielen, an die mittleren und unteren Kategorien weitergegeben.

Auf einen Blick

Nächtigungen 2013. Das heurige Tourismusjahr hat laut Fachverband der Hotellerie das Beste bereits hinter sich. Einem Rekordwinter folgte ein schwaches Frühjahr. Jänner bis Mai 2013 gab es nur ein Nächtigungsplus von 1,1 Prozent gegenüber sechs Prozent im Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Jahr wird dennoch ein Nächtigungszuwachs erwartet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2013)

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