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Steigt ein arabischer Staatsfonds bei Raiffeisen ein?

Der neue Chef der Raiffeisen Bank International, Karl Sevelda, hat noch keinen Plan, wie er die im Zuge der Finanzkrise erhaltene Staatshilfe zurückzahlt.
Steigt ein arabischer Staatsfonds bei Raiffeisen ein? / Bild: (c) APA 

Der neue Chef der Raiffeisen Bank International, Karl Sevelda, hält eine Beteiligung eines Investors aus dem Nahen Osten für denkbar.

 (Die Presse)

Wien .Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat bereits einen ausländischen Staatsfonds als Kernaktionär. Die International Petroleum Investment Company (IPIC) aus Abu Dhabi ist mit 24,9 Prozent an der OMV beteiligt. Auch bei der börsenotierten Raiffeisen Bank International (RBI) könnte ein Staatsfonds aus dem Nahen Osten einsteigen. Dies sagte der neue RBI-Chef, Karl Sevelda, am Montag im Interview mit der „Financial Times“.

Zwar sei Raiffeisen nicht auf Brautschau. Doch es gebe beispielsweise Fonds, speziell im Nahen Osten, die immer auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten seien. Und diese könnten sich mit einem kleinen Prozentsatz an Raiffeisen beteiligen.

Bei der jüngsten Hauptversammlung der Bank, Ende Juni, wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates innerhalb von fünf Jahren das Grundkapital um bis zu 50 Prozent zu erhöhen. Das Bezugsrecht der Aktionäre kann ganz oder teilweise ausgeschlossen werden. Der Einstieg eines arabischen Staatsfonds könnte im Zuge einer solchen Kapitalerhöhung erfolgen.

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Rückzahlung der Staatshilfe

Die Giebelkreuzer denken nämlich seit Längerem darüber nach, wie sie zu Geld kommen. Zwar betont der neue RBI-Chef Sevelda immer wieder, man habe keine Eile. Doch Raiffeisen ist die einzige österreichische Großbank, die noch immer keinen Plan für die Rückzahlung des staatlichen Partizipationskapitals von 1,75 Milliarden Euro vorlegte.

Die Bawag hat schon einen Teil der Schulden beim Staat getilgt. Besonders gut läuft es bei der Erste Bank. Diese wird sich am 8. August von den Fesseln des Staates lösen. Die Erste Bank finanziert die Rückzahlung der Staatshilfe unter anderem über eine im Juli durchgeführte Kapitalerhöhung.

Im Gegensatz zur Erste Bank hat die RBI einen dominierenden Kernaktionär. Die Raiffeisen Zentralbank (RZB), das Spitzeninstitut der österreichischen Raiffeisenbanken, ist mit 78,5 Prozent an der RBI beteiligt. Die RZB kündigte an, dass sie alles tun werde, um die Mehrheit zu halten. Falls sich ein arabischer Staatsfonds tatsächlich für die RBI interessiert, muss er sich daher mit einem Minderheitsanteil begnügen.

Im Ostgeschäft wird gebremst

Fix ist indes, dass die Raiffeisen Bank International in einigen Ländern Osteuropas auf die Bremse steigt. Dabei handelt es sich vor allem um Ungarn und Slowenien. In Slowenien wird das Geschäft bis 2015 um ein Drittel zurückgefahren. In Ungarn stehen die Abbaupläne noch nicht fest.

In beiden Ländern kämpfen die Banken mit massiven Problemen. In Ungarn setzte Raiffeisen in den vergangenen beiden Jahren über 400 Millionen Euro in den Sand. Schuld daran ist die Budapester Regierung, die Sondersteuern für die Banken einführte. Nun drohen den Instituten weitere Verluste. Denn Ungarns Premierminister, Viktor Orbán, will bis Herbst einen neuen Plan zum Umtausch von Fremdwährungskrediten für Privatkunden vorlegen. Einen Teil der Kosten sollen die Banken tragen. Die Maßnahmen würden aber nicht so schlimm ausfallen wie 2011, heißt es.

Sevelda ist erst seit zwei Monaten RBI-Chef. Er übernahm den Job von Herbert Stepic, der über private Geschäfte in Steueroasen stolperte. Nach dem Wechsel gab es Gerüchte, dass sich Raiffeisen aus einigen Ländern Osteuropas zurückziehen wird. Sevelda schloss dies im Gespräch mit der „Financial Times“ aus. Er kündigte aber an, sich beim Geschäftsausbau neben Österreich auf die Länder Russland, Polen, Tschechien, die Slowakei und Rumänien konzentrieren zu wollen. „In anderen Märkten, vor allem in Südosteuropa, werden wir unser Wachstum bremsen und in einigen auch schrumpfen.“

Die Ratingagentur Moody's hat vor Kurzem das Kreditrating der Raiffeisen Bank International bestätigt. Der Ausblick wurde aber auf Negativ gesenkt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2013)

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20 Kommentare

Wohin sind die tollen Ostgewinne entfleucht?

Unere Jornalille, speziell die von Banken finanzierte weibliche, hat ein eher kurzes Gedächtnis.

Wo sind denn die tollen Gewinne aus den "Ostgeschäften" hin gekommen, von denen seit 10 und mehr Jahren die Bankster aller österreichischen Banken so vollmundig jeden Monat zu berichten wussten - und die Journaille unkritisch apportierte?
I
ch kann mich an keinen einzigen krtitischen Bericht der Bank-Journalistinnen erinnern, die sich mit diesen "Gewinnen" in den Ostgeschäften (als Summarum für die exkommunistischen Staaten) befasst hätten. Weil da hingen sie an den Lippen der Herren und Damen General- und sonstigen Bankdirektoren als erflossen daraus die ewigen Wahrheiten. Und leider wurde keine dieser Ostgläubigen aus den Redaktionen hinaus geschmissen...

Jeder, der diese Jubelberichte verfolgte musste sich schon vor 10 und mehr Jahren fragen, wie lange die dortigen Politiker/-innen zuschauen, wie die BanksterInnen in Österreich von den "schwachen Erträgen in Österreich" aber dafür den sehr guten Gewinnen im Ostgeschäft jubelten...

Namensgeber

Was ist eigentlich aus der Idee des Namensgebers von Raiffeisen geworden, die auch die Daseinsberechtigung der Gruppe widerspiegeln sollte?

Wenn man weltweit keinen Idioten findet, der in eine Pleitebank investiert...

...dann müssen halt die Araber her.

Ungarn: zuerst die Banken teuer ans Ausland verkaufen, und dann dieselben abzocken. Gar nicht so blöd der Orban.
In ein paar Jahren ist alles wieder vergessen, und das Spiel kann von vorne beginnen.

Re: Wenn man weltweit keinen Idioten findet, der in eine Pleitebank investiert...

Nein, der Orban will nur diese tollen Bankster auch aus Österreich dafür mit zahlen lassen, die seinen Staatsbürgern die so supertollen "Fremdwährungskredite" für alles (Un)Mögliche aufgedrängt und eingeredet hatten. Der ganze Glanz des Westens und das angeblich für fast nix...

Ganz vernünftig ,der "im Westen" angeblich so gescholtene Orban...Der denkt zuerst an seine Landsleute und nicht den Profit der Westbankster.

na dann wird halt der halbmond

hàngen statt dem kreuz.

Re: na dann wird halt . . .

dann wechseln Sie doch vertrauensvoll zur "Zentralsparkasse der Gemeinde Wien" dort steht zwar Bank Austria drauf, gehört aber der Unicredit . Es ist halt ein Kreuz mit der Marktwirtschaft.

Her mit den arabischen Milliarden!

Allein um die verbrecherischen Spitzengehaelter von mehreren Millionen/Jahr zu zahlen, muss frisches Geld her. Die Raiffeisen "Grossbank" steht am Abgrund, wenn man jetzt schon bei den arab. Oel-Diktaturen bittend an die Tueren klopft.

arabisch? Was ist das?

Soll vielleicht heißen saudi-arabisch? oder ist das ein Mischmaschfonds aller arabisch sprechenden Länder?
Na wenigstens scheint das wahabitische Zentrum in Wien doch für etwas gut zu sein. Wie sich allerdings die christliche RZB mit den Muslimen vertragen wird? Aber Geld stinkt ja nicht, und im feinen Nahen Osten schon gar nicht!

Ausverkauf

Die nächsten, die für Geld zu allem bereit sind. Europa - Österreich nähert sich in riesen Schritten dem Abgrund.

Wirklich: Super-Idee!

Die haben eh Geld wie Heu, fast wie die Chinesen. Und wir steigen dann in den arabischen Staatsfonds ein, denn eines ist sicher nach gender mainstream und den Garantie-Eskapaden um unsere Sparbuch-Einlagen-Sicherungs-Aktionen von Gusi & Co.: Auch wir haben für jeden Blödsinn Geld wie Heu!

Super-Idee!


Re: Super-Idee!

Finde ich auch. Endlich werden alle Kopftuchträgerinnen auch einen Bankjob erhaschen!

Die Medien sind ja schon fest in der Hand der Steinzeitler.


10

Sevelda, setz dich schon mal mit der Scharia auseinander!

Was soll der Irrsinn??

Die Saudis

sind unhöfliche Leute.Denen protzen ALLES bedeutet.

Oft habe ich das Gefühl,

die Saudis haben sich auch bei der Presse schon eingekauft...

Re: Oft habe ich das Gefühl,

Haben sie NICHT???

Sauschädlessen

jetzt hat Raiffeisen aber ein schwerwiegendes Problem!

Re: Sauschädlessen

Genial!

ach du schreck, die heuschrecken !

welchen Anreiz kann man einem asiatischen/arabischen Investor wohl anbieten, sich an einer heruntergewirtschafteten Raiffeisenbank zu beteiligen ? Außer einer Portion Schreck, fällt mir echt nix ein .....

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