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US-Kritik: OMV verteidigt Projekt im Iran

24.04.2007 | 15:52 |   (DiePresse.com)

Kontroverse um die Zusammenarbeit von OMV mit dem Iran: Außenministerin Plassnik stellt sich hinter den Öl- und Gaskonzern. Die OMV will nicht von Russland abhängig sein.

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Das Erdgas-Projekt der OMV im Iran hat eine Kontroverse mit den USA ausgelöst: Das US-Außenministerium hat das Vorhaben stark kritisiert. Es sei "nicht die günstigste Zeit" für große Investitionen im Iran, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, am Montag in Washington. OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer und Außenministerin Ursula Plassnik verteidigten am Dienstag das Projekt.

OMV: Alle Gesetze werden eingehalten

OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer hält die geplante Zusammenarbeit mit dem Iran für einen wichtigen Schritt, nicht von Russland als einzigem Gasanbieter abhängig zu sein. "Energiesicherheit braucht Diversifikation", erklärte der OMV-Chef. Man halte sich dabei an alle österreichischen Gesetze, an alle Beschlüsse der EU und der UNO und auch an den unternehmenseigenen "Code of Ethics" zu den Menschenrechten. "Öl und Gas gibt es eben nicht nur im Weinviertel", kommentierte OMV-Unternehmenssprecher Thomas Huemer.

Die US-Regierung hatte sich besorgt über die geplante Zusammenarbeit zwischen dem börsenotierten österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV und der Nationalen Iranischen Öl-Gesellschaft NIOC geäußert. Die Kooperation sei unpassend, weil "der Iran (wegen seiner Atompläne) mit dem Rest der internationalen Gemeinschaft im Konflikt liegt", meinte McCormack.

USA wehrt sich gegen "business as usual"

Die US-Regierung hat angekündigt, der Regierung in Wien ihre Bedenken vorzutragen. Obwohl die jüngsten Sanktionsbeschlüsse der Vereinten Nationen gegen Teheran die österreichischen Pläne nicht tangierten, so McCormack. Washington behielte sich auch vor, im Falle eines Geschäftsabschlusses Sanktionen gegen die OMV zu verhängen. Dies entspreche dem "Iran Sanctions Act", wonach die USA Strafmaßnahmen gegen Firmen ergreifen können, die mehr als zehn Millionen Dollar (7,38 Mio. Euro) im Iran investieren. Solche Firmen können vom US-Kapitalmarkt ausgeschlossen werden. Ob es so weit kommen werde, sei aber noch nicht entschieden. Der "Iran Sanctions Act" wurde noch nie angewendet.

"Wir sind nicht der Meinung, dass man derzeit mit dem Iran 'business as usual' betreiben kann, und schon gar nicht, sich in groß angelegten neuen Initiativen zu involvieren", hieß es von Seiten der US-Botschaft in Wien. Die USA lehnten Investitionen auf dem Öl- und Gassektor im Iran strikt ab. "Umfassende Öl- und Gasabkommen mit dem Iran senden das falsche Signal, und dies noch angesichts der anhaltenden Weigerung des Iran die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates bezüglich seiner nuklearen Aktivitäten zu erfüllen".

Unterstützung heimischer Politik

Unterstützung für die OMV kam am Dienstag von Außenministerin Plassnik. "Ich rufe zunächst einmal auf zu Nüchternheit und Sachlichkeit", sagte Plassnik im Ö1-Mittagsjournal. Sie sehe den Vorgang "auch unter dem Gesichtspunkt der Energiesicherheit, aus österreichischer und aus europäischer Sicht". Einen "PR-Erfolg" des iranischen Regimes sieht die Außenministerin nicht.

Auch von Seiten der SPÖ, ÖVP, FPÖ und des BZÖ wurde das Projekt verteidigt. Die Grüne Abgeordnete Ulrike Lunacek kritisierte das Timing angesichts der gerade verschärften EU-Sanktionen als "ungünstig". (APA/Red.)

Der 'Iran Sanctions Act'
Das Gesetz sieht Sanktionen gegen ausländische Unternehmen vor, die im Iran investieren. Es wurde 1996 unter dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton beschlossen, damals betraf es Wirtschaftssanktionen gegen Unternehmen wegen Geschäften mit dem Iran oder Libyen. 2006, nach Auslaufen der Rechtsvorschrift wurde sie für Geschäfte mit dem Iran erneuert und restriktiver gestaltet. Die USA wollen damit den Iran wirtschaftlich isolieren.

Bisher ist noch nie ein Unternehmen wegen dieses Gesetzes mit Sanktionen belegt worden. US-Vertreter sehen darin eine abschreckende Wirkung gegenüber Konzernen, die sich insbesondere im iranischen Energiesektor engagieren wollen.

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9 Kommentare
Gast: Dr. Andreas Eisingerich
25.04.2007 04:31
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Cui Bono?

Erstens, die USA besitzen in keinster Weise moralische Superioritaet und haben bis zum heutigen Tage bewiesen, dass sie Gesetze im Eigeninteresse missachten. Die Welle an Gewalt im Irak beweist die Ratlosigkeit Amerikas politische Probleme friedlich zu loesen. Zweitens, im Gegenzug zu den USA hat der Iran kein Land angegriffen. Der Zussamenhang zwischen Iran und organisiertem Terror ist nicht schluessig. Im Gegenteil - Europa muss den Iran bewusst einbinden und aktiv wirtschaftliche Kontakte knuepfen. Der Iran stellt keine Gefahr fuer Europa dar, doch die USA versuchen anscheinend im Eigeninteresse Europa daran zu hindern den Iran einzubinden. Hoeren wir doch eindlich auf in schwarz und weiss zu denken. Mit Bomben und Granaten kann auch nicht viel erreicht werden!! Bauen wir unsere Kontakte zum Iran aus! Europa haette hier wirklich eine tolle Chance.

Antworten modestus
26.04.2007 07:30
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Re: modestus

schwarz-weiss?? sie scherzen. probleme friedlich lösen...mit saddam?? oder mit den mullahs?? diese clique in teheran, die den holocaust leugnen und israel ins meer werfen wollen....da sollen wir geschäfte machen und uns friedlich den hals umdrehen lassen??? fundamentalisten reagieren nur auf gewalt!! die OMV betreibt das geschäft der islamischen aggression. die usa sind keine moralische grossmacht sondern eine wirtschafts- und militärische grossmacht......und sie sind bei allen differenzen unser nächster verwandter und bester verbündeter.

Gast: Rafael
24.04.2007 19:36
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Gut so

Ich freue mich das endlich ein Konsern den Amis die Stirn bietet, denn wir dürfen sich bei ihnen auch nicht einmischen.
Eine Firma die Wirtschaftlich Erfolge nachweisen muss, kann sich nicht um den Rest der Welt kümmern sondern muß auf den Konzern und den Mitarbeitern achten Bravo gut so.

dresak
24.04.2007 17:55
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Der Ausweg aus der Ausweglosigkeit...

Frau Minister, was die ÖMV mit staatl. Rückendeckung da tut ist der versuchte Ausweg aus der Ausweglosigkeit.

In der EU sind wir gegen Atomkraft, ausserhalb der EU unterstützen wir eine der agressivsten Atommachtaspiranten, der aussenpolitisch völlig isoliert ist.

Was wird das jetzt vom Konzept her Frau Minister? Der dritte Weg Anti-Atompolitik a la carte? österreich begründet den dritten Weg in der Atompolitk - man kan dafür oder dagegen sein je nachdem was den Geldsäckel füllt. Die neu Art politisch zu sagen ich mag dich oder ich mag dich nicht.

Gusis Sandkastenrepublik treibt seine Stilblüten...

Antworten Gast: Watchlist
24.04.2007 18:09
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Re: Ein wichtiges Instrumentarium

ist es allemal, um im Falle eines Krieges oder Eskalation in der Gegend wieder einen Grund zu haben, um mit dem Preis in die Höhe zu gehen! Freundschaft, Genosse Ruttenstorfer!

modestus
24.04.2007 17:39
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aasgeier

aasgeiergeschäfte nennt man das. die tatsache ob alles gesetzlich ist oder UN und EU konform war gar nicht in frage gestellt. was machen die mullahs mit dem profit aus dieser transaktion?? code of ethics conform ist das geschäft nicht.

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Re:

Es ist schon lustig,dass die alten rechten Recken in diesem Forum der laizistisch-demokratischen Türkei den EU-Beitritt verwehren wollen,aber mit dem Terror-Regime der Mulah¿s im Iran FREIHANDEL betreiben wollen oder doch??????

Armin Kolovrat vom Berg der Freude

Antworten Antworten modestus
26.04.2007 06:35
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Re: modestus

woran erkennt man alte rechte recken?? an der tatsache, dass sich ihre meinung von der ihren unterscheidet?

Antworten Gast: curious
24.04.2007 21:43
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Re: Danke für diesen perfekten Beitrag

der sich mit dem bereits erwähnten Beitrag von Ihnen hervorragend deckt!
(siehe beitrag petrodollar)

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