Die Electricite de France (EdF) hat namens der Societe d'Investissement en Autriche (SIA), der gemeinsamen Österreich-Tochter mit der Gaz de France (GdF), ein Anbot über den Erwerb von weiteren 24 Prozent an der Energie Steiermark AG gelegt. Wie Landeshauptmann Voves am Freitag bekannt gab, würden sich die Franzosen die Aufstockung auf 49 Prozent 400 Mio. Euro kosten lassen.
Voves sprach von einem "Top-Angebot", das mit der Entscheidung für eine Vertiefung der Kooperation mit dem strategischen Partner EdF eine Weichenstellung bedeute. Das Anbot gelte bis 10. Juli, davor muss der Deal noch Landesregierung und Landtag passieren. Er sei zuversichtlich, doch ohne Zustimmung würde die Teilveräußerung nicht zustande kommen, so Voves.
Wie der Eigentümervertreter und Beteiligungsreferent weiter sagte, habe man auch Vorkaufsrechte paktiert, die verhinderten, dass die EdF - etwa über den Erwerb von Verbund-Anteilen an der Stromtochter Steweag-Steg (SSG) - die Mehrheit an der Energie Steiermark erwirbt. Für Aufsichtsrat und Vorstand sei Parität vereinbart worden, wobei jeweils der Sprecher vom Land komme. Von der "vertieften Kooperation" erwartet sich Voves auch mehr Spielraum bei der Stromerzeugung.
Das vorliegende Offert sieht als Kaufpreis 380 Mio. Euro vor. Darüber hinaus will die EdF einen Fonds "Erneuerbare Energie" mit 20 Mio. Euro speisen und gemeinsam mit dem Land eine F&E-Einrichtung etablieren.
Kritik kommt von allen Parteien. Wirtschaftsminister Bartenstein lehnt den geplanten Verkauf ab und plädiert stattdessen im Sinne einer Stärkung der heimischen E-Wirtschaft für eine Lösung mit dem Verbund. Peter Hagenauer, Energiesprecher der steirischen Grünen, kritisierte den "Notverkauf": "In Zeiten von Ressourcenknappheit und Klimawandel ein Landesenergieunternehmen an einen Atommulti zu verscherbeln, ist der falsche Weg".
(APA)

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