
Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) bereitet den Verkauf sogenannter "non performing loans" (NPL), also uneinbringlicher Privatkredite, an internationale Finanzinstitute vor. Damit springt die BA-CA auf einen internationalen Trend in der Bankenbranche auf. Immer mehr Großbanken verkaufen ihre "notleidenden" Kredite und holen sich so Eigenkapital zurück.
Zehntausende Kreditpakete mit einem kolportierten Gesamtwert von einer halben Milliarde Euro will die Bank ab September los werden. Dabei handelt es sich ausschließlich um bereits fällig gestellte, uneinbringliche Kredite, also aus Bankensicht "schlagend gewordene Risken", die ansonsten an den Anwalt oder ein Inkassobüro übergeben würden.
Gutes Geschäft für beide Seiten?
Voraussetzung für die Übernahme eines Kredits ist eine Bankkonzession. Für den Kreditnehmer ändert sich außer dem Ansprechpartner wenig, er ist durch ein gesetzliches "Verschlechterungsverbot" geschützt. Die Bank hat bereits erste Gespräche mit interessierten Banken oder Investmenthäusern, die auch mit Inkassodiensten zusammenarbeiten können. Der Verkauf ("True Sale") ist bis zum Jahresende ins Auge gefasst.
Im Idealfall profitieren beide Partner von so einem Geschäft. Die Bank bekommt die faulen Kredite aus den Büchern und erhält dafür im Idealfall den Buchwert bzw. die gebildeten Rückstellungen. Damit steigt die Bonität der Bank, Eigenkapital wird frei. Das übernehmende Institut setzt darauf, die Sicherheiten des Kreditnehmers besser verwerten zu können als die verkaufende Bank.
Deutschland größter Markt für faule Kredite
Bisher konzentrierte sich das Geschäft mit notleidenden Krediten auf große Länder wie Deutschland - mit NPL über 205 Mrd. Dollar (149 Mrd. Euro) der größte Markt - China, Japan, Indonesien oder Indien. Angesichts der aktuell hohen Liquidität rücken jetzt auch kleinere Länder wie Österreich ins Zentrum des Interesses, dazu kommt die Möglichkeit, über diesen Weg einen Fuß in das Geschäft mit Mittel- und Osteuropa (CEE) zu bekommen.
Prominentes Beispiel für eine solche Abtretung fällig gestellter Kredite war der Verkauf des von der Bawag an das US-Investmenthaus Refco vergebenen "Blitz-Kredits" über 425 Mio. Euro vom Herbst 2005, der später vom Hedge Fonds Lone Star übernommen wurde. Zu weiteren prominenten NPL-Käufern gehören Goldman Sachs, ABN Amro, JP Morgan, die Deutsche Bank oder der neue Bawag-Eigentümer Cerberus. (Ag./mac)

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