Jetzt ist es fix: Der Marketing-Vorstandsdirektor der Austrian Airlines AG (AUA), Josef Burger (55), nimmt seinen Hut. Mit Ende September verlässt der 55-Jährige "auf eigenen Wunsch" aus dem Unternehmen ausscheiden, wie das börsenotierte Unternehmen am Freitag bekannt gab.
Grund für den de-facto-Rauswurf des Top-Managers sind anhaltende Differenzen mit AUA-Chef Alfred Ötsch. nachfolger für Burger wurde vorerst keiner bestellt. Vorstandsvorsitzender Alfred Ötsch übernimmt ab sofort interimistisch die Agenden des Marketing-Chefs.
AUA braucht einen "Luftfahrt-Netzwerker"
Der Rücktritt war bereits erwartet worden. Seit einiger Zeit steckt die AUA in einer veritablen Führungskrise. Nun will AUA-Präsident und ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis einen Unternehmensberater einschalten, der die optimale Führungsstruktur für die Airline ermitteln soll. Brancheninsider erwarten, dass Burger nachbesetzt werden wird. Denn mit Burger geht allerdings auch der einzige "echte Airliner" im AUA-Vorstand.
Die AUA käme zwar auch mit zwei Vorständen aus, doch weder Ötsch noch Finanz-Vorstand Kleibl gelten als Branchenkenner. Der erst seit einem guten Jahr amtierende AUA-Chef Alfred Ötsch ist im Siemens-Konzern groß geworden, Finanzvorstand Thomas Kleibl stieß vor sechs Jahren vom Baustoffkonzern Wienerberger zur AUA.
Burger war "Mister Focus East"
Das Osteuropa-Netzwerk der AUA trägt wesentlich die Handschrift des gebürtigen Tirolers Burger. Der Ex-AUA-Vorstand genießt in Fachkreisen und bei Mitarbeitern einen guten Ruf als überaus kompetenter, solider und freundlicher Netzwerk-Experte. Das Erkennen und Nutzen der Nische Mittel- und Osteuropa (CEE) gilt als große Stärke des Managers.
Somit erwarten Beobachter den Zugang eines "Netzwerkers" zur heimischen Fluglinie. (Ag./Red.)
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