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Burgers Abflug: „Beste Lösung für AUA“

10.08.2007 | 18:34 |   (Die Presse)

Vorstandswechsel: Die Fluglinie will im Oktober eine neue Führungsstruktur haben, ein Berater soll dabei helfen.

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wien (eid).Die wirkliche Überraschung wäre die Ablöse von AUA-Chef Alfred Ötsch gewesen. Der Boss der Fluglinie, der in den vergangenen Tagen wegen des Wirbels im Zuge des vorzeitigen und keineswegs freiwilligen Ausscheidens von Vertriebsvorstand Josef Burger unter Druck geraten ist, bleibt der AUA aber genauso erhalten wie Finanzvorstand Thomas Kleibl.

Allerdings soll AUA-Präsident und ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis bei der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Freitag klar gemacht haben, dass er solche Querelen in der Führungscrew für entbehrlich halte, wie die „Presse“ aus Konzernkreisen erfuhr.



„Es gibt unterschiedliche Charaktere.“

AUA-Boss Alfred Ötsch in Richtung seines Vorstandskollegen Josef Burger.

Offiziell hörte sich Michaelis nach der Sitzung weniger harsch an: „Ich war nie verunsichert, was die Führungsspitze der AUA betrifft. Die AUA ist gut unterwegs, Ötsch und Kleibl managen sie gut.“ Als sichtbares Zeichen für die Beruhigung nannte Michaelis den Kurssprung der Aktie um drei Prozent. Seit Anfang August hat das Papier 14 Prozent verloren. Den Kurssturz hat Ötsch genutzt, um 10.000 AUA-Aktien zu kaufen. Der Wert des Investments, das auch ein Treuesignal sein soll, liegt bei rund 80.000 Euro.

Burger hat indessen den Aufsichtsrat informiert, dass er wegen „unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede über die Form der Zusammenarbeit im Vorstand“ seine Tätigkeit beenden möchte. Er geht Ende September, sein Vertrag wäre bis Ende 2009 gelaufen. „Wir haben eine äußerst faire Lösung für jemanden gefunden, der 25 Dienstjahre hat“, meinte Michaelis dazu.


Mehr als eine Million

Insider schätzen, dass Burgers Abgang die AUA mindestens eine Mio. Euro kostet. Laut Geschäftsbericht hat Burger 2006 ein Gehalt von 440.000 Euro bezogen. Zu den „unüberbrückbaren Auffassungsunterschieden“ wollten weder Michaelis noch Ötsch Details nennen. „Es gibt unterschiedliche Charaktere“, sagte Ötsch.

Michaelis meinte, die Trennung von Burger sei „im Interesse der vernünftigen Weiterführung des Unternehmens die richtige Entscheidung“. Hätte Michaelis angesichts der offenbar unüberbrückbaren Differenzen denn eine Blockade der AUA befürchtet? Auf diese Frage blieb der AUA-Präsident eine Antwort schuldig.

Gerüchte, wonach Burger bespitzelt worden sei, um ihm Verfehlungen wie die Weitergabe von Untgernehmensgeheimnissen nachzuweisen, wurden von Michaelis und Ötsch vehement dementiert. Aber: „Wir haben über eine Verbesserung beim Umgang mit vertraulichen Unterlagen gesprochen“, erklärte Michaelis. In der nächsten Aufsichtsratssitzung Ende September soll ein Sicherheitskonzept präsentiert werden.


Neue Führungsstruktur

In dieser Sitzung soll das schwedisch-dänische Beratungsunternehmen Directure, das nun bestellt wird, ein Konzept für eine neue Führungsstruktur vorlegen. Parallel dazu wird der Headhunter ausgesucht, der auf Basis des Directure-Vorschlags mit der Vorstandssuche beginnen soll. „Wir gehen davon aus, dass Ende Oktober die Neubesetzung erfolgt ist“, so Michaelis. Directure könnte auch zum Schluss kommen, dass zwei Vorstände reichen. Das sei aber eher theoretisch, so Michaelis.

Ötsch verteidigte die Einschaltung eines Beraters. „Das ist die Chance, sich von historischen Ressortaufteilungen zu trennen.“ Zumal „wir noch immer zu wenig nahe am Kunden und am Markt sind“. Als er, Ötsch, vor gut einem Jahr angetreten sei, habe er mit der Reorganisation begonnen: Netzmanagement und Vertrieb seien zusammengelegt, das Controlling neu aufgestellt, das Kundenservice verstärkt worden. Für heuer sei ohnehin eine Evaluierung geplant gewesen – „jetzt macht das der Berater“.

VORSTAND NEU

Die AUA erhält im Zuge des am Freitag beschlossenen Abgangs von Vertriebsvorstand Josef Burger eine neue Führungsstruktur. Ein Konzept dafür soll der Berater Directure erstellen.

Das neue AUA-Management soll Ende Oktober feststehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2007)

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15 Kommentare
Gast: Südafrikaner
13.08.2007 09:37
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Flug

Solange ich für meinen Weihnachtsurlaub in Österreich mit Austrian Airlines doppelt soviel wie mit anderen vergleichbaren nationalen Luftfahrtsgesellschaften und fast viermal soviel wie mit den billigsten Verbindungen zahle, liegt wohl mehr im Argen.

Antworten Gast: OPO2000
13.08.2007 15:28
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Habe kürzlich

die Billigflieger ex VIE gecheckt und siehe da - die AUA war deutlich billiger als Sky Europe und RyanAir. Du solltest mal ohne Scheuklappen suchen, dann findest du WIRKLICH billige Flüge!

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zufällig

hatte ich die Ehre bei Herrn Burgers Vater als Schüler 3 Jahre lang die Volkschulbank drücken zu dürfen. Sein Vater & seine Mutter waren noch eine der letzten Lehrer nach altem Schrott & Korn.
Mir hatte er einmal einen Satz warmer Ohren verpasst, als ich Tinte auf den Boden tropfte, da die Füllfeder nicht schrieb & ich sie daher schüttelte.
Scheinbar hat der Filius nichts mehr von den Hauerqualitäten seiner Eltern- gottseidank!

Antworten Gast: bsbs
15.08.2007 17:13
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Re: zufällig

Aha!
..als Kind vom Lehrer wegen Lapalie mit warmen Ohren belohnt...nennt diesen Lehrer einen der letzten "nach alten Schrot und Korn"... wurde vermutlich zum €fighterfan (nickname "typhon typhoon")....

(ja hoffentlich hört das hier auf und wird nicht noch schlimmer!!)

Gast: Beobachter
10.08.2007 15:41
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Das AUA Problem: Der Staat

Der Staat kann nicht ein Unternehmen fuehren. Der Staat soll sich aus der Wirtschaft zurueckziehen, und endlich einmal seine Regalienaufgaben erfuellen. Da hat er naemlich auch ein NICHT GENUEGEND. Diese Daraboschrepublik hat ausgedient.

Antworten Gast: Frager
13.08.2007 15:26
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Was hat Darabos

mit der AUA zu tun? Verkrampfens Ihnen bitte nicht so sehr, das kostet Nerven.

Antworten Gast: alien44
10.08.2007 18:13
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Re: Das AUA Problem: Der Staat

richtig. Die Idee für alle Problemstellungen externe Berater zu holen, die nur unnötig Geld verschlingen, kann wirklich nur von Politikern stammen. Wirtschaftlich denken wäre angesagt, wenn ein Vorstand geht, bleiben noch zwei - das sollte doch genügen ! Aber es scheint schon wieder eine politische Debatte zu werden, ohne Rücksicht auf Verluste ! Womöglich holt man nur wieder einen dritten Vorstand um das neue Farbenspiel der Regierung abzubilden ???

Gast: Zynicus
10.08.2007 15:27
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Nur wenn der schöne Ötsch beim Personal Gehaltskürzungen durchsetzen kann,

darf er bleiben, sonst hat er auch zu gehen! Wir wollen keine 2. ÖBB mit gottgewollten Verlusten, die der Steuerzahler mit Freude und Stolz zahlen darf!

Antworten Gast: Der Wanderer
13.08.2007 09:18
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Re: Nur wenn der schöne Ötsch beim Personal Gehaltskürzungen durchsetzen kann,

Er spart ja Personalkosten ein, fast täglich. Gut, nicht gerade ein geplanter Erfolg, eher Zufall. Aber wenn jetzt die Piloten freiwillig gehen, dann spart er ja gewaltig. Bei der AUA selber sind die Zahlen ja schon bekannt. Bei Tyrolean sind es schon über 100 Kündigungen, aber das ist noch nicht publiziert, haben die Piloten dort ja ein halbes Jahr Kündigungsfrist und fliegen noch ein paar Monate/Tage.

Gast: DJ Ötschi
10.08.2007 14:54
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Stolpert

der neue CEO vielleicht doch noch über Bespitzelung und Überwachung? Einer seiner Top-Manager verschickt "Mit-Lesebestätigungen" über Mailverkehr zwischen Mitarbeiter und Betriebsrat.

Antworten Gast: Flieger1971
13.08.2007 15:35
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Re: Stolpert

Dass Sie offensichtlich von der AUA gefeuert wurden, ist ja schön und traurig. Ihre Kampagne in den online Foren ist aber langsam ganz schön auffällig ... warum sind Sie eigentlich genau geflogen?

Antworten Gast: Zeitungleser
10.08.2007 22:25
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Re: Stolpert

Gibt es da handfeste Beweise?

Antworten Antworten Gast: Insider
13.08.2007 15:30
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Beweise?

Nein keinen einzigen, aber da gibt es einen Poster, der hier und im Standard und im Kurier immer wieder diese Geschichte postet. Wenn ihn die Polizei erwischt, geht er wohl für ein paar Jährchen hinter Gitter ...

Antworten Antworten Gast: DJ Ötschi
11.08.2007 09:58
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Re: Re: Stolpert

Der Beweis wurde bereits im Zuge eines Verfahrens beim Arbeits- und Sozialgericht eingebracht. Der AUA - Anwalt musste es schluckend ohne Anfechtung zur Kenntnis nehmen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Dr. N.N.
13.08.2007 15:32
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Seltsamerweise

ist beim ASG nichts derartiges bekannt, es handelt sich wohl um eine im Internet durchgeführte systematische Rufmordkampagne. Im Übrigen ist die Kontrolle des Mailverkehrs eines Unternehmens zulässig und nach Corporate Governance Grundsätzen als sogar von Vorteil zu bezeichnen.

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