04.07.2009 13:09 | Meine Presse Merkliste0

Post verspricht "Schutzbrief" für Briefträger

24.08.2007 | 18:01 |   (APA)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Nach dem Streit um eine Neuordnung der Zustellung hat die Österreichische Post vor Beratungen der Gewerkschaft am Montag ihren Briefträgern eine Jobgarantie gegeben. Das Management versprach am Freitag einen "Schutzbrief für Mitarbeiter" und beteuerte, dass es keine Kündigungen geben werde. Den geplanten Abbau von etwas mehr als 1.000 Zustellern will die Post durch natürlichen Abgang bewältigen.

Ursprünglich hätten die Mitarbeiter in einer Urabstimmung über das Reformpaket abstimmen sollen. Gewerkschaftschef Gerhard Fritz (S) hat am Mittwoch jedoch die Verhandlungen vorab für gescheitert erklärt. Mitarbeiter müssten zu gleichem Lohn deutlich mehr arbeiten. Sein Stellvertreter Manfred Wiedner (V) dagegen hat das Paket begrüßt und will jetzt auf eigene Faust die Mitarbeiter befragen. Am Montag tagt der Zentralausschuss des Betriebsrates. Dort würden die Maßnahmen noch einmal diskutiert.

Aus Sicht der Unternehmensführung wird es durch die Reformen zu keiner Mehrbelastung für die Mitarbeiter kommen. Stattdessen werde Arbeitszeit nur "umgeschichtet". In den Zustellbasen werde die Arbeit erleichtert, durch mehr Vorsortierung in den großen Briefzentren, durch EDV-Unterstützung bei Abrechnungstätigkeiten und durch neue Sortiertische. Eine computergestützte Routenplanung soll die Strecken der Briefträger optimieren. Außerdem soll der Fuhrparkeinsatz optimiert werden.

Die Gewerkschaft dagegen spricht von 30 Stunden Mehrbelastung im Monat. Eine Erhöhung mancher Zulagen werde durch Kürzungen bei anderen Geldern, wie etwa Prämien für die Zustellung von Info-Post (Werbung) neutralisiert. Das Management erklärte dazu, man wolle lediglich mehr Transparenz im Entlohnungssystem schaffen.

Heftige Kritik am geplanten Abbau von über 1.000 Briefträgern übte am Freitag Bundeskanzler Gusenbauer: "Einfach zu dekretieren, dass hier Leute abgebaut werden, nicht nachbesetzt werden, ohne dass hier vernünftige Lösungen angedacht werden, das wird sicher nicht der richtige Weg sein", sagte er in der ORF-Sendung "Niederösterreich heute". Der Chef der Staatsholding ÖIAG, Peter Michaelis, der als Aufsichtsratsvorsitzender den Staat als Eigentümer in der Post vertritt, hatte am Donnerstag die Pläne des Vorstandes unterstützt.

(APA)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

Schlagzeilen Wirtschaft

  • Fall Madoff: Neue Spuren führen nach Wien
    Im „Fall Madoff“ gibt es schwere Vorwürfe gegen Sonja Kohn, Gründerin der Wiener Bank Medici. Dabei geht es um umstrittene Geldflüsse von rund 40 Mio. Dollar (28,4 Mio. Euro).
    Ohne Job: Generation Krise
    Der Einstieg ins Berufleben wird schwieriger. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt daher deutlich stärker als die allgemeine Arbeitslosenquote. Firmen nehmen lieber freigesetzte Mitarbeiter als Neueinsteiger.
    Verteilungskonflikt: "Wir brauchen Aufstand der Jungen"
    Keine Pension, kein Job und keine Kinder. Droht ein Kampf der Generationen? „Die Verteilungskonflikte zwischen Alt und Jung werden zunehmen“, meint Experte Wolfgang Gründinger.
  • Pflege: 22 Prozent mehr offene Stellen als 2008
    Während am allgemeinen Arbeitsmarkt um 38,2 Prozent weniger Menschen eine Beschäftigung haben, fehlen im Pflegebereich Arbeitskräfte.
    AUA: Streik liegt in der Luft
    Wegen des geplanten Stellenabbaus bei der AUA-Tochter könnte es zu Streiks kommen. Betriebsrat Junghans meint aber, dass man gegen die Kündigungen nicht viel tun könne. Sie sollen nur "sozial verträglich" sein.
    SPÖ: An der Peripherie der Macht
    Jetzt hat es die SPÖ quasi amtlich: Die Partei hat massiv an Macht und Einfluss in der Wirtschaft eingebüßt. In einem Ranking der hundert einflussreichsten Österreicher findet sich nur eine Handvoll SPÖler.
  • Skylink: Rechnungshof macht Druck
    Die Oppositionsparteien fordern eine Untersuchung des Finanzdebakels. Derzeit kann der RH ein Unternehmen nur prüfen, wenn die öffentliche Hand mindestens 50 Prozent der Anteile hält.
    Kroatien/Slowenien: Polemisch um Gäste buhlen
    Slowenien macht Kroatien die Urlauber aus Serbien abspenstig – mit einer Kampagne voller Spott und Ressentiments.
    Bau: Strabag: Zukunft ohne Cemex
    Kein Okay der Kartellhüter, Konzern zieht sich zurück. Cemex Austria und Cemex Hungaria betreiben zusammen 85 Betonmischanlagen und 38 Stein- und Kiesgruben.
  • Bahn: Steuernachzahlung für ÖBB
    Die Mitarbeitertickets wurden nicht versteuert. Der heimische Fiskus verlangt nun eine Steuernachzahlung von rund 80 Mio. Euro für die letzten fünf Jahre.
    Russland: Lenins Leuchte wird ausgedreht
    Auch Moskau verkündet ein Glühbirnenverbot. Medwedjew hat entschieden, dass ab 2011 herkömmliche Glühbirnen in Russland verboten werden.
    Telekom: Eine Milliarde fürs Glasfasernetz
    Konzern startet Pilotprojekte in Wien und Kärnten. Aktie reagiert mit Kursanstieg. Durch neue multimediale Anwendungen verdopple sich das Datenvolumen alle ein bis eineinhalb Jahre.