"Wir wollten nicht das ganze Leben die ewig gleichen Kisten zimmern", sagt Sargtischler David Crampton. So einfach erklärt Crampton, warum seine Firma Vic Fearn & Co. ungewöhnliche letzte Ruhestätten anbietet.
"Wir lehnen keine Idee ab"
Die Auswahl an Särgen ist vielfältig: Wer will, kann sich in einem rosa, mit Seide bespannten Ballett-Schuh, einem Riesen-Korkenzieher, einem Bierglas, einem Fußballschuh oder einer Gitarre begraben lassen. Sogar ein Sarg in Form eines riesigen Müllcontainers kann ausgewählt werden. Kollege John Gill betont laut "Süddeutsche Zeitung": "Wir lehnen grundsätzlich keine Idee ab. Jeder hat das Recht, seinen eigenen Abschied so zu feiern, wie er will".

Grenzen gibt es dennoch. Der Wunsch eines Mannes, der in einer Red Bull-Dose verbrannt werden wollte, musste zurück gewiesen werden. Metall darf nicht verbrannt werden, zudem hätte eine entsprechende Dose nicht in den Verbrennungsofen gepasst. Nun wird der Mann seinen letzten Weg in einem Sarg mit Motorradmotiven gehen.
Seit 1990 produziert Vic Fearn & Co. auch Särge, die das Leben des Verstorbenen oder die Umstände seines Todes versinnbildlichen. Der Ruhm kam aber erst, als diie englische Tageszeitung "The Sun" einen Artikel über die Sargtischler "Crazy Coffins" ( dt. "Verrückte Särge") betitelte. Crampton beschloss, die Sargkollektion nach dem Titel des Artikels zu benennen.
"Zahl jetzt, stirb später"
Rund 75 Prozent der Kunden bestellen ihre schrillen Särge lange vor ihrem Tod. Das Motto lautet: "Zahl jetzt, stirb später". Billig ist der außergewöhnliche Sprung in die Kiste aber nicht. Die Särge kosten bis zu 7.500 Euro.
Crampton erklärt, dass die Entscheidung für fantasievolle Designer-Särge aber nicht nur skurrile Gründe hat. So bestellten sich Eltern für ihren zwölfjährigen Sohn eine originaltreue Kopie jenes Skateboards als Sarg, auf dem der Bub tödlich verunglückt war. Ein weiteres Elternpaar ließ ihren Sohn in einer Gitarre, dem Lieblingsinstrument des Kindes, beisetzen.
Vic Fearn & Co profitiert vom völligen Fehlen von Begräbnisvorschriften in Großbritannien. Tote müssen nicht einmal beerdigt werden. Deshalb hat eine Kundin ihre Mutter in einer Kühltruhe tiefgefroren. Die Frau wartet nun, bis sie gemeinsam mit ihrer Mutter in einem riesigen Reisigsarg begraben werden kann. (Red.)

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