Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach will die Insignien seiner vergangenen Macht nicht missen. Nach seiner Zeit als Politiker hat sich der ehemalige BZÖ-Politiker mit dem offiziellen Briefkopf der Republik auf Jobsuche begeben, berichtet der "Kurier". Konkret wurde er am 18. Juli dieses Jahres beim britischen Finanzminister Alistair Darling vorstellig, dem Gorbach sein Problem schildert: "The world in Vorarlberg ist too small."
Sein neu gegründetes Beratungs-Unternehmen brauche noch Auftraggeber, schreibt der Ex-Politiker an den britischen Schatzkanzler. Er sei jederzeit bereit, seine Erfahrungen und sein Know-How zur Verfügung zu stellen. Anruf genügt quasi. Der kam freilich nie, gesteht Gorbach heute ein.
Vizekanzler a.D. und Bundesminister a.D.
Bemerkenswert ist an dem Schreiben der Briefkopf. Gorbach verwendete sein früheres Amts-Briefpapier mit dem Wappen der Republik. Unter dem Bundesadler steht: Republik Österreich, Hubert Gorbach, Vizekanzler a. D. und Bundesminister a. D., also "außer Dienst" - handschriftlich beigefügt. Ganz so locker kann man mit dem Wappentier aber nicht umgehen. Streng genommen darf Gorbach es nämlich nicht verwenden, es ist Amtsträgern und offiziellen Stellen vorbehalten.
Ausnahmen müssen genehmigt werden. Bei Zuwiderhandeln ist die Bezirkshauptmannschaft angehalten, bis zu 3.600 Euro Verwaltungsstrafe zu verhängen, wenn die Verwendung des Wappens geeignet ist, "eine öffentliche Berechtigung vorzutäuschen" oder "das Ansehen der Republik Österreich zu beeinträchtigen".
Gorbach selbst sieht kein Problem in seinem Handeln. Unter ehemaligen Regierungskollegen sei das eine gängige Praxis, erklärte er. Außerdem sei der Brief offiziell über die Botschaften gelaufen, rechtfertigte sich der Auftragssuchende. (Ag./Red.)
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