Gaspreise manipuliert: BP zahlt 303 Mio. Dollar

Außergerichtliche Einigung, um der Strafverfolgung zu entgehen: Öl-Riese BP soll 2004 große Gasmengen aufgekauft haben, um den Preis in die Höhe zu treiben.

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(c) Reuters (Paul Hackett)

Der britische Öl-Riese BP will mit der Zahlung von 303 Mio. Dollar die Strafverfolgung im Fall der Manipulation von Gaspreisen vermeiden. Das berichet das "Wall Street Journal" in seiner Mittwochsausgabe. Teil der außergerichtlichen Einigung mit der "Commodity Futures Trading Commission" (CFTC) ist das Versprechen des Konzerns, seine Tätigkeiten als Energie-Lieferant für die nächsten drei bis fünf Jahre unter Aufsicht der US-Behörden zu stellen.

BP, größter Propangas-Lieferant Nordamerikas, wird vorgeworfen im Februar 2004 große Mengen des Gases aufgekauft zu haben, um den Preis in die Höhe zu treiben. Betroffen waren vorwiegend Kunden aus dem ländlichen Raum, die damit ihre Häuser beheizen. Die Heizkosten für mehrere Millionen ländliche Haushalte in den USA schossen damals ausgerechnet zum Höhepunkt der Heiz-Saison in die Höhe.

Einigung auch im Fall einer Explosion in Texas

Der britische Ölkonzern soll auch einer Einigung mit dem US-Justizministerium im Zusammenhang mit der Explosion in einer BP-Raffinerie in Texas zugestimmt haben, berichtet die "New York Times". Vor zwei Jahren waren bei dem Unfall in der drittgrößten US-Ölraffinerie 15 Arbeiter getötet und 180 weitere verletzt worden. Es war der tödlichste Industrie-Unfall in den USA seit 1990.

BP will mit den außergerichtlichen Einigungen seinen Ruf als aggressiver Energie-Lieferant loswerden. BP bangt um sein Image. Mit den Einigungen will der Energiekonzern zeigen, dass man seine gesellschaftliche Verantwortung ernst nimmt. (phu)

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