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Burn-Out: "Verlust an Idealen ist eine Hauptursache"

30.10.2007 | 15:50 |   (DiePresse.com)

Identifikation mit der Arbeit als Burn-Out-Blocker. "Viele Mitarbeiter können ihre Arbeit nicht mehr lieben, weil die Selbstentfaltung zu kurz kommt", sagt Expertin Lisbeth Jerich.

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Die innere Entfremdung von der Arbeit, nicht so sehr die Arbeitsüberlastung seien Hauptursache für Burn-Outs, sagt die Grazer Wirtschaftswissenschafterin Lisbeth Jerich. Burn-Out-Fälle im Unternehmen sollten ein deutliches Warnsignal für die Geschäftsführung sein, sich über die Unternehmenskultur Gedanken zu machen, meint Jerich.

Burn-Out ist Jerich zufolge längst nicht mehr die typische Krankheit von Managern, die sich - im Zwang, sich täglich neu beweisen zu müssen - überarbeiten. Immer häufiger sind auch Mitarbeiter ohne höhere Führungsposition davon betroffen, so Jerich, die ihre Dissertation an der Universität Graz der Burnout-Problematik gewidmet hat.

"Viele haben das Gefühl, nur 'funktionieren' zu dürfen"

Die Beziehung der Menschen zu ihrer Arbeit und der Arbeitsumgebung spielt aus Sicht Jerichs eine größere Rolle als bisher angenommen: "Viele Mitarbeiter können heutzutage ihre Arbeit nicht mehr lieben, weil die Selbstentfaltung zu kurz kommt". "Unternehmen stehen unter großem Druck, ihre Gewinne zu maximieren: 'In' sind Re-engineering, Downsizing und Lean-Management", so Jerich. Solche Rationalisierungsbestrebungen stünden jedoch den Vorstellungen einer Humanisierung der Arbeit oft entgegen.

"Mitarbeiter haben dann oft das Gefühl, dass sie sich in der Arbeit nicht mehr entfalten, sondern nur noch 'funktionieren' dürfen", so Jerich. Die Arbeit im Unternehmen wird als sinnentleert empfunden, wodurch ein Entfremdungsprozess gegenüber der Arbeit und der Kollegen in Gang trete. "Dieser Verlust an Idealen ist eine Hauptursache für die Entstehung von Burnouts", erklärt die Wirtschaftswissenschafterin.

Identifikation mit der Arbeit wichtig

"Viele Manager werden durch Überarbeitung und Dauerstress zu Opfern eines Burnout. Viele aber auch nicht: weil sie einfach lieben, was sie tun und sich mit ihrer Arbeit voll und ganz identifizieren können", schildert Jerich. Diese Identifizierung mit der Arbeit könne heutzutage insbesondere bei einfachen Mitarbeitern oft nicht mehr stattfinden.

Laut Jerich gibt es wohl Menschen, die eher zu Burnouts neigen als andere. "Diese Persönlichkeitsmerkmale können jedoch nicht als Auslöser angesehen werden. Da spielen immer gesellschaftliche, institutionelle und interpersonelle Faktoren eine Rolle.

"Jeder ist Burn-Out-gefährdet"

"Im Prinzip ist jede und jeder Burn-Out gefährdet." Notwendig wäre eine verstärkte Integration der Mitarbeiter in die Vorgänge der Unternehmensentwicklung, meint Jerich. (APA/Red.)

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3 Kommentare
Gast: arno nym
14.04.2008 22:35
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burn out und stress

burn out und stress sind heut fast schon synonyme! burn out ist meistens mit körperlichem verfall gekoppelt und die hormondrüsen spielen verrückt. mit hormongaben (z.B. www.hormonalregeneration.com) kann man das in den griff bekommen. soll jetzt keine werbung sein, aber es ist essentiell, das problem bei der wurzel anzupacken.

Gast: Victim
31.10.2007 10:03
0 0

Burn Out ?

Zu wenig Selbstentfaltung ? Oder zu starke Expansion der Firma ? Zu viele ehrgeizige Mitarbeiter , eine gute Dosis des täglichen Mobbings gegenüber älteren Mitarbeitern , unsichere Zukunft , jede Menge Gehässigkeiten , mehr braucht man nicht zu einem klassischen Burnout Syndrom !

Antworten Gast: Presseleser
31.10.2007 11:27
0 0

Re: Burn Out ?

1986 tötete der Direktor derZürcher Baupolizei Günther Tschanun vier seiner engsten Mitarbeiter. Eine Analyse der Tat ergab chronische Arbeitsüberlastung und Mobbing durch seine Mitarbeiter. 4fach-Mord als tragische Folge eines klassischen Burnout-Syndroms.
In der Gerichtsverhandlung wurde dem Täter die Frage gestellt, warum er eigentlich nicht Selbstmord begangen habe?

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