08.11.2009 13:42 | Meine Presse Merkliste0

USA sitzen auf einem Rekord-Schuldenberg

08.11.2007 | 18:25 |  Von unserem Korrespondenten PETER BAUER (Die Presse)

Die US-Wirtschaft ächzt unter Schulden, die erstmals über neun Billionen Dollar liegen.

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New York. Die Staatsverschuldung der USA hat erstmals die Marke von neun Billionen Dollar überschritten. Dies sind rund 30.000 Dollar für jeden der 300 Millionen Amerikaner. Die staatlichen Schulden machen inzwischen rund zwei Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts aus. Damit liegen die USA auf Platz 35 der höchst verschuldeten Staaten der Welt. Allein der Schuldendienst kostet das US-Finanzministerium inzwischen jährlich rund 500 Mrd. Dollar. Höher sind nur die Sozial- und die Rüstungsausgaben.


Dollar runter, Ölpreis rauf

Gleichzeitig mit dem monumentalen Anstieg der Schulden im In- und Ausland hat der Dollar eine dramatische Talfahrt gegenüber dem Euro erlebt. Der „Greenback“ bewegt sich auf einem Rekordtief von rund 1,46 bis 1,47 Dollar je Euro und hat damit gegenüber der europäischen Währung seit dem Amtsantritt von US-Präsident George W. Bush rund zwei Drittel an Wert verloren.

Gleichzeitig droht der Ölpreis nicht zuletzt wegen der enormen Dollar-Schwäche auf über 100 Dollar je Barrel anzusteigen. Dies trifft die Verbraucher und Unternehmen weltweit. An den globalen Finanzmärkten geht gleichzeitig angesichts der von der amerikanischen Hypotheken- und Immobilienprobleme ausgelösten Kreditkrise die große Angst um. Dem Ausland schuldet Washington bereits mehr als zwei Billionen Dollar. Dies bringt Gefahren mit sich, falls Länder wie China, Japan oder die Ölstaaten ihre zu einem erheblichen Teil in Dollar gehaltenen Währungsreserven stärker auf andere Währungen umstellen sollten.

Dies könnte den Dollar noch stärker unter Druck bringen und erhebliche Inflationsgefahren für die USA bedeuten. Ausländische und inländische Anleger könnten dann nur durch stark angehobene Zinsen auf Staatsanleihen und andere US-Schuldtitel zum Kauf animiert werden, was die US-Konjunktur unter Druck setzen könnte.

Einstweilen ist davon aber noch nichts zu spüren: Im dritten Quartal wuchs die US-Wirtschaft erstaunlich stark – dank hoher Konsumausgaben und höherer Exporte. Zudem sind die US-Börsen nach wie vor in Rekordlaune.

Die amerikanische Staatsverschuldung lag vor dem Amtsantritt von US-Präsident Bush im Jahr 2000 bei rund 5,7 Billionen Dollar und hat sich seit 1980 verzehnfacht. Der massive Anstieg der Staatsschulden wird von der Regierung mit den Steuersenkungen zur Ankurbelung der Konjunktur nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 und dem vorangegangenen Börsenkrach mit der geplatzten Internet-Spekulationsblase begründet. Die USA haben zwischenzeitlich hunderte Mrd. Dollar für die Afghanistan- und Irak-Konflikte und die Terrorbekämpfung ausgegeben.

Die Demokraten haben aber andere Erklärungen für die ausufernden US-Staatsschulden. Die Steuersenkungen unter Bush seien vor allem den Reichen zu Gute gekommen, während die Mittelständler nur ganz bescheiden davon profitierten und das Heer der armen Amerikaner heute schlechter dastehe als vor sieben Jahren.


Steuerpolitik am Pranger

Die Demokraten, die inzwischen den Kongress kontrollieren, wollen die Bush-Steuersenkungen teilweise rückgängig machen und verstärkt einkommensschwachen Amerikanern zukommen lassen. Großverdiener sollen stärker zur Kasse gebeten werden. Vor den Präsidentschaftswahlen im Herbst 2008 wird sich aber nichts ändern, da Bush die Steueränderungen durch ein Veto blockieren kann.

AUF EINEN BLICK

Unter George W. Bush hat sich die US-Staatsverschuldung von 5,7 auf über neun Billionen Dollar erhöht. Damit liegen die USA unter den höchst verschuldeten Staaten der Welt auf Platz 35. Der Schuldendienst macht 500 Mrd. Dollar pro Jahr aus.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2007)

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7 Kommentare
Gast: pravda
09.11.2007 12:13
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Die verborgenen Schulden nicht zu vergessen

Wenn man die seit Jahren für das Budget ausgeräumten Sozialtöpfe und ihre offenen (mittlerweile unerfüllbaren) Versprechen hinzurechnet dann entspricht das einem Anstieg der Gesamtschulden von 9 auf 53 Billionen (Trillionen nach englischer Bezeichnung) und das entspricht $ 175.000 statt $ 30.000 Verschuldung pro US-Amerikaner.

http://tinyurl.com/yt7w4g

Die gesamte Steuerleistung der US-Bevölkerung reicht nicht einmal mehr aus um auch nur die Zinsen dafür zu bezahlen. Daraus folgt, dass der Staat USA aus seinen Schulden gegenüber den im Besitz der privaten Finanzelite befindlichen Anleihebanken nie mehr heraus kommt und die Nachkommen der Staatsbürger einer permanenten finanziellen Sklaverei unterworfen sein werden.

C. P. U.
09.11.2007 15:10
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Re: Die verborgenen Schulden nicht zu vergessen

Kurz überschlagen machen die Versprechen aus Sozialleistungen in Österreich - wenn Österreich wie eine private Pensionsversicherung bilanzieren müsste - etwa 0,5 Bil. Euro aus.

Nun haben die USA eben 53 Bil. Dollar also 36 Mrd. Euro Gesamtschuld nach dieser Berechnung.

Gewichtet auf die Bevölkerung macht das umgerechnet auf österreichische Verhältnisse 19 Bil. Euro.

Nun hat aber die USA den Vorteil, dass sie ihre Schulden in Dollar hat und dieser wird bis die Zahlungen schlagend werden seinen Wert nochmals halbieren und siehe da die USA stehen finanziell besser da als Österreich, bei dem der Vorteil wegfällt, dass höhere Inflation bei einer inländischen Bank anfällt, die man notfalls saftig besteuern kann.

Fazit: Dank militärischer Stärke und Dollar, der trotz seiner Butterweichheit nicht verdrängt werden kann - Saddam wurde ja angegriffen, da er in Zukunft Euro statt Dollar für Öl wollte - können sich die USA praktisch jede Blödheit erlauben ohne bankrott zu gehen.

C. P. U.
09.11.2007 10:18
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Vor allem China verliert jetzt täglich ein Vermögen

Gemessen in relativ harten Euro sind die Schulden der USA gesunken. Da die USA die Welt erobern wollen und sich die USA überall die Filetstücke nehmen, wird also die EZB sowieso in die Hand der USA kommen. Die USA wird großzügig sein und der EZB gestatten den $ abzuschaffen, damit die US-Schulden verschwinden.

Dumm natürlich ist die Sache für jene gelaufen, die Geld in Dollar verborgt haben und jetzt nur mehr immer wertlosere Dollar zurückbekommen - bzw. nicht einmal die zurückbekommen, denn die USA pumpen ja wieder bei selbigen sogar weiter, wobei darunter sogar arme Schwellenländer sind.

Beispiel China: China kaufte sagen wir 1 Mio. Barrel einst zu einem Preis von $ 30.000.000, verkaufte mit Hilfe von Personaleinsatz die Waren in die USA um 50.000.000. China borgte den USA das dafür notwendige Geld. Nun kann aber China nicht einmal mehr die Hälfte des Öls kaufen, das es vor dem "Geschäft" mit den USA hatte!

Die USA sanieren sich also auf Kosten der Geldgeberländer!

C. P. U.
09.11.2007 11:12
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Dollar verliert weiter rasant an Wert

Nachtrag: Steit 10:30 ist der Satz: "Der „Greenback“ bewegt sich auf einem Rekordtief von rund 1,46 bis 1,47 Dollar je Euro." schon wieder veraltert. Der Dollar bewegt sich nun zwischen 1,47 und 1,48. Und Tatsache ist, dass China und Japan berechtigte Sorge haben, dass der Dollar weiter nach unten abschmiert.

Die Fed tut ja alles um die Inflation nach oben zu schrauben. Je niedriger die Zinsen, desto höher die Inflation und je höher die Inflation, desto höher die (kurzfristigen - langfristig verliert die Fed da Vertrauen in den $ verloren geht) Gewinne der Fed, denn die Inflation bleibt bei ihr ja als Gewinn liegen. Fed und USA sind 2 Paar Schuhe!

Noch nicht eingepreist im ohnedies schon niedrigeren Dollar ist die drohende Nachkriegsinflation nach dem für die USA verlorenen Irakkrieg - Seitens der USA will man nur mehr irgendwie weg aus dem Irak ohne das Gesicht komplett zu verlieren. Und es wird also nichts mit billigem eroberten Öl aus dem Irak für die USA, das ist bereits fix.

Gast: nick
08.11.2007 21:58
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2/3 des BIP der USA

Ihr kennt die Amerikaner schlecht. Sie beziehen ihren Schuldenberg auf das Brutto Inlandsprodukt aller Staaten der Welt (einschliesslich jener welche ihnen Geld leihen). Dann wird aus dem 2/3 vermutlich nur mehr ein 10% bleiben.

Gast: Americana
08.11.2007 20:59
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Ach das ist fuer die Amis doch kein Problem!

FRACTIONAL RESERVE BANKING war und ist immer noch die Wunder-secret-Waffe der "g'scheiten" Amerikaner!!! lol

Was ist schon ein Paar Milliarden mehr oder weniger wenn man in der Lage ist aus duenner Luft -quasi per Zauberspruch- wieder Milliarden zu machen?!

http://en.wikipedia.org/wiki/Fractional-reserve_banking

Halb so schlimm alles!

Gast: AEIOU
08.11.2007 19:16
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Welch ein Zufall.

Auch das Militärbudget, das offizielle, liegt ungefähr in dieser Höhe. Ob bei den Ölpreisen die Armadas zu Land, zur Luft und zu Wasser noch funktionieren, bleibt wohl ein Geheimnis.

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