Die Golfstaaten haben ein Problem. Sie sind zu reich. Der rasante Anstieg des Ölpreises hat den Erdölexporteuren unerwartet viel Geld in die Kassen gespült. Weil Öl aber in Dollar bezahlt wird und der Dollar-Kurs sich im Tiefflug befindet, bemühen sich die arabischen Ölstaaten nun, ihre Milliarden möglichst rasch zu veranlagen. So haben die Vereinigten Arabischen Emirate kürzlich der in Turbulenzen geratenen größten US-Bank Citigroup mit riesigen Investments unter die Arme gegriffen.
Damit lassen sich Kurse bewegen. Auch wenn niemand weiss, wo diese verschwiegenen Fonds investieren, ist George Magnus, Chefökonom der UBS in London, überzeugt, dass die Fonds der Ölstaaten die Aktienkurse in Ländern wie Malaysia, Indonesien oder China nach oben getrieben haben und in diesen Ländern zu den grössten Investoren gehören.
NZZ vom 27.05.2007
Als Instrument für diese Investments dienen staatliche Fonds, so genannte Sovereign Wealth-Fonds. Und diese lehren ob ihrer Macht die USA und Europa das Fürchten.
Europa gerät ins Visier
Bisher haben die Fonds ca. vier Billionen Dollar investiert, berichtet die New York Times. Und das ist angesichts des hohen Ölpreises nur der Anfang. Weil die nationalen Ökonomien der Erdölländer die Unmengen an Geld nicht mehr aufnehmen können, sind die Fonds laufend auf der Suche nach lohnenden Investments. Obwohl die USA noch immer Hauptziel der Investitionen sind, rückt Europa immer stärker ins Visier der Ölstaaten. Grund: Der starke Euro. Aber auch Asien, der Nahe Osten und Afrika sind Ziel der Investoren. 25 Prozent der Auslandsinvestments gehen in diese Regionen. (md)

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