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ÖBB verspekulierten 60 Millionen Euro

06.12.2007 | 18:25 |   (Die Presse)

SP-Verkehrsminister Faymann stärkt dem Finanzvorstand den Rücken. Gewerkschafter Haberzettl wirft der ÖBB "widerliche Zockermentalität" vor.

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Wien (mk/jaz/eid).Eigentlich wollten die Bundesbahnen das Risiko bei der Anlage von Geldern besser streuen – doch das dürfte nicht ganz geglückt sein: Daher hat die Bahn mit innovativen Finanzgeschäften 50 bis 60 Mio. Euro verloren. Denn in Folge der US-Immobilienkrise besteht bei den Bundesbahnen erheblicher Abschreibungsbedarf bei einem Paket von vor zwei Jahren erworbenen Wertpapieren. Gekauft wurden damals Asset Backed Securities (ABS) und andere forderungsbesicherte Instrumente (CDO). Ein diesbezüglicher Bericht des „Format“ wurde von den ÖBB bestätigt.

„Das ist wirklich ein Skandal. In einem Transportunternehmen hat das Zockertum Einzug gehalten“, sagt Eisenbahngewerkschafter Wilhelm Haberzettl im Gespräch mit der „Presse“. Er sieht mittelbar oder unmittelbar die Steuerzahler betroffen. „Es ist eine Verantwortung den Steuerzahlern gegenüber, dass man Risiken ausschließt und nicht mit Steuergeld gambelt“, kritisiert auch SP-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter.

SPÖ-Verkehrsminister Werner Faymann habe „höchsten Handlungsbedarf“, sagt Haberzettl. Dieser sieht die Kritik seiner Parteikollegen allerdings gelassen. „Das ist eine operative Sache der Bahn“, heißt es aus seinem Büro. Faymann habe „vollstes Vertrauen“ in die Vorstände der Bahn. Finanzvorstand Erich Söllinger sei „ein Mann vom Fach“.

Auch in den ÖBB kalmiert man: Die Wertpapiere hätten eine Laufzeit von zehn Jahren, in den vergangenen zwei Jahren sei man damit sehr gut gefahren. Dass man nun Rückstellungen bilden müsse, sei ein „ganz normaler“ Vorgang und ob sich das Geschäft rechnet, könne man erst am Ende der Laufzeit, 2015, sagen. An der Prognose für das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der ÖBB für 2007 ändert sich dadurch nichts, hieß es. Das investierte Geld – 612,9 Mio. Euro – stammt aus sogenannten Sale-and-Lease-Back-Geschäften: Dabei wurden von den ÖBB Lokomotiven, Zugsgarnituren, Kraftwerke und Bahnhöfe an US-Investoren verkauft und wieder „zurückgemietet“. Dabei lukrierte die Bahn Steuervorteile.

Unüblich sind ABS und CDO in der Finanzwelt nicht. Bei diesen Wertpapieren werden Forderungen – beispielsweise aus Krediten – in Paketen zusammengefasst und über eine eigens gegründete Gesellschaft an Investoren verkauft. Das Risiko dieser Papiere wird von Ratingagenturen festgelegt. Diese lagen jedoch im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise oft deutlich daneben und unterschätzten die Zahl der „faulen“ Hypothekarkredite. Dadurch entstanden den Investoren – großteils Banken und Versicherungen – buchhalterische Verluste.


Andere österreichische Firmen ohne ABS

Unter anderen österreichischen Unternehmen dürften die innovativen Anlagen in diese Papiere nicht weit verbreitet sein. Telekom, Post und Wienerberger verneinten auf Anfrage der „Presse“ einen Abwertungsbedarf. Siehe auch Bericht auf Seite 26

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2007)

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35 Kommentare
 
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Gast: Don Quichote
07.12.2007 12:04
0 0

Wie geht denn das?

Milliarden Verluste aus dem laufenden Geschäft einfahren, vom Steuerzahler augleichen lassen und dann "innovative Finanzgeschäfte" tätigen? Und die "verantwortlichen" Polithanseln schauen zu und kalmieren? Wenn Sie schon spekulieren wollen, meine Herren, dann bitte nicht mit fremdem, sondern mit Ihrem eigenen Geld! Oder ist euch das zu schade dafür? Wann begreifen Sie endlich, daß es bei Ihnen für solche Geschäfte nicht reicht unterm Hut? Da haben Sie es nämlich mit Profis und nicht mit Parteifreunden zu tun.

Frage an "Wissende"

Hat nicht die Gemeinde Wien Ähnliches (Sales & Lease back) mit den "Wiener Linien" und/oder dem Wasserleitungsnetz geplant? Ich hab' das so dunkel in Erinnerung. Wenn "Vorhaben durchgeführt", was wurde daraus?

Antworten lurch
07.12.2007 10:45
0 0

Re: Frage an

Unlängst hörte ich ein Gespräch in der Straßenbahn, das ziemlich laut geführt wurde. Da wurde unter anderem gesagt, daß die Straßenbahn und das Kanalnetz verkauft wurde. Ob das stimmt weiß ich nicht. Aber vorstellen kann ich mir das schon. Dies soll übrigens noch unter dem jetzigen Verkehrsminister passiert sein.

Antworten Sisyphus
07.12.2007 10:08
0 0

Re: Frage an

dazu kannst nur eines sagen.."Adenauer"!!

Re: Re: Frage an/Sisyphus

Bei alem schuldigen Respekt; mit dem kann ich jetzt leider nichts anfangen! Können Sie sich, bitte, "erklären"?

Antworten Antworten Antworten Sisyphus
07.12.2007 12:16
0 0

Re: Re: Re: Frage an/Sisyphus

Adenauer: "Die Sozialisten verstehen soviel von Finanzen, dass sie wissen sie wollen das Geld der anderen".

Re: Re: Re: Frage an/Sisyphus

bei "allem" leider ein"l" zu wenig und "senden" zu schnell gedrückt. Bitte um Pardon!

phuter
07.12.2007 08:58
0 0

Das kann man ja jetzt...

Den TOP Managern von ihren TOP Gehältern abziehen, die sie Jahrein Jahraus einstecken. ISt doch leistungsorientiert wenn man solchen Kretins jetzt einmal nichts bezahlt... oder?

Gast: Austriacus
07.12.2007 08:51
0 0

Wertpapiere sind keine Kasinochips

Die meisten Asset Backed Securieties (ABS) waren von den Ratingagenturen sehr hoch eingestuft. Man kann keinem Finanzvorstand einen Vorwurf daraus machen, dass er statt Anleihen ABS genommen hat.
Sale-and-Lease-Back-Geschäfte sind auch völlig normal. Wenn irgendeiner der Kommentatoren einmal mit dem Flugzeug fliegt, kann er Gift darauf nehmen, dass es nicht in den Büchern der Fluggesellschaft steht. Warum soll es die Bahn anders machen?
Die Steuervorteile, die die Bahn aus Sale-and-Lease-Back lukriert, gehen eigentlich zu Lasten amerikanischer Steuerzahler - díe ganzen mehr oder minder dubiosen Gesellschaften, die das abwickeln, kassieren nämlich in den USA Investitionsprämien.
Sollte das Leasing von Lokomotiven in Österreich steuerlich als "echtes" (operating) Leasing anerkannt werden, dann wäre das allerdings ein Skandal, der die Abschreibung der ABS bei weitem in den Schatten stellt. Ein normales Unternehmen hätte dann schon mit einer unfreundlichen Betriebsprüfung zu rechnen.

Gast: aha
07.12.2007 08:15
0 0

vergelt's gott schwarz-blau...

...und wieder 60 millionen in den abfluss geschickt. toll welche kompetenten leute diese regierung in die managamentebene der öbb eingesetzt hat. wissen's als steuerzahler nehme ich ein dickes minus der öbb insofern gern in kauf, weil gewisse strukturelle aufgaben NIE kostendeckend sein können, aber für die versorgung notwendig sind. aber ein minus aus steuergeld abdecken, weil ein paar, naja, minderbemittelte nicht mit geld umgehen können, ist schon hart.

Antworten Panzer
07.12.2007 11:17
0 0

Wer behauptet, daß die ÖBB schwarz/blau ist,


muß ein völliger Realitätsverweigerer sein!

Die ÖBB ist der rote Sumpf schlechthin!

Das war noch nie anders!

Subventionen abstellen!!!!!!!


Antworten Antworten paramenes
07.12.2007 11:29
0 0

Re: Wer behauptet, daß die ÖBB schwarz/blau ist,

blausch net panzerl. wer hat den das momentane management der öbb installiert und eine völlig missglückte "restrukturierung" durchführen lassen. deine wahrnehmung ist wohl etwas eingeschränkt.

Antworten Antworten Gast: aha
07.12.2007 11:24
0 0

Re: Wer behauptet, daß die ÖBB schwarz/blau ist,

hm. gut. also wenn sie sagen das damals verantwortliche öbb-management ist in einer ära einer schwarz/blau-orangen koalition von einer roten "übermacht" eingesetzt worden, oder so, kann ich ihnen auch nicht helfen. andererseits wär's wahrscheinlich ein strategischer geniestreich von gusenbauer gewesen, und schüssel doch nicht so brilliant...

zu ihrem "subventionen abstellen!!!!!!": tut mir leid, da bin ich aber dagegen, aus bereits genannten gründen. die öbb hat aufgaben zu erfüllen, die nicht kostendeckend sein können, aber für die infrastruktur des landes schlicht und einfach notwendig sind. eine öbb-strecke nach hintertupfing kann nie kostendeckend sein, aber für alle diejenigen, die sich in hintertupfing kein auto leisten können, eine notwendigkeit (von der ökologischen sinnhaftigkeit rede ich jetzt noch nicht einmal).

Antworten Antworten Antworten Panzer
07.12.2007 16:21
0 0

Re: Re: Wer behauptet, daß die ÖBB schwarz/blau ist,


Sollen die zahlen, die sie auch benutzen!

Warum die Allgemeinheit für die Privilegien der Bahnbediensteten bezahlen soll ist mir schleierhaft!

Wenn diese Subventioniererei endlich aufhören würde, wären Privatunternehmen auch in der Lage Hintertupfing zu versorgen!

Die ÖBB Subventionen dienen in erster Linien um die Privilegigen der Angestellten zu bezahlen wie z.B. die Pensionen!

Der Fahrgast hat davon nichts!

Es geht auch anders, siehe Schweiz!


Antworten Gast: Ph.Gudenus
07.12.2007 08:51
0 0

Abfluss, offensichtlich - wo Ab- dort Zufluss!

Bei wem lautet die bescheidene Frag'?

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Re: vergelt's gott schwarz-blau...

Sie haben leider keine ahnung. dies ist kein politikum. die subprime krise hat auch andere (auch nicht schwarze) unternehmen ziemlich erwischt. bis letztes jahr waren abs ein sicheres geschäft. fragens sie mal barclays oder citigroup, etc... denen gehts noch ein wenig schlechter als der öbb.

Antworten Antworten Gast: aha
07.12.2007 11:18
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Re: Re: vergelt's gott schwarz-blau...

grüß sie gott!

mag sein, dass ich von den finanzkonstruktionen im detail nicht im bilde bin. um was es mir geht ist, dass die öbb sich bitte auf ihr kerngeschäft konzentrieren sollte. mir ist es lieber sie machen einmal um 50 mille oder so weniger gewinn, weil sie bei ihrem kerngeschäft bleibt, als einmal 50 mille verlust. dass diverse finanzkonstruktionen eine zeit lang ein geschäft waren ist klar, sonst hätte es ja auch keiner gemacht, nehm ich mal an.

Gast: Montagmorgen
07.12.2007 07:09
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Ich bin verwirrt...

Warum beflegeln hier alle Hr. Faymann?????

Schließlich hat der JETZIGE Verkehrsminister das ja nicht veranstaltet, das waren hübsch dessen Vorgänger....

Wer war da noch am Ruder? RICHTIG: SCHWARZ-ORANGE!

Soviel zur Wirtschaftskompetenz der ÖVP/ BZÖ!!!!

Antworten Panzer
07.12.2007 11:10
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So schnell kann man diese sozialistische Bube


nicht ausräuchern!

In der ÖBB haben eindeutig die Sozialisten mit ihren Privilegien das Sagen!

Wer das Gegenteil behauptet ist ziemlich weltfremd!

Es würde mindestens eine Generation und eine konsequente antisozialistische Personalpolitik benötigen um dieses "Unternehmen" von dieser Plage zu befreien!


Antworten Antworten paramenes
07.12.2007 11:31
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Re: So schnell kann man diese sozialistische Bube

stramme wortwahl, panzer!

zack, zack!

Antworten Antworten Antworten Panzer
07.12.2007 11:34
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Stimmts nicht?



Gast: Verdutzt
06.12.2007 22:50
0 0

Subventionierte Steuervorteile????

Die Bahn kauft also mit dem Steuergeld, das sie als "Subvention" bekommt, Lokomotiven etc. und verkauft sie an die "Investoren" weiter, um "Steuervorteile" zu erhalten = Doppelter Verlust fuer jene, die noch so dumm sind, in Oessistan Steuer zu zahlen. Das so A"gewonnene (=gestohlene) Geld wird dann Verzockt. Und da behauptet noch jemand, Udo Proksch ist Tod?

Gast: Beobachter
06.12.2007 22:44
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Sozialistische Staatswirschaft

Mit allen ihren Konsequenzen. Aus Intertrading wohl nichst gelernt? Ach nein, hab vergessen, is ja wieder dieselbe Bagage am Ruder!

Antworten Gast: lukas
07.12.2007 07:53
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Re: Sozialistische Staatswirschaft

2005, als das geld verzockt wurde, war bei den ÖBB die andere bagage am ruder. huber, sölllinger und als ar-präsident reithofer. alles övp-mitglieder.

erklären sie mir dann bitte sozialistische staatswirtschaft 2005 bei den ÖBB?


Antworten Antworten helfrich
07.12.2007 09:44
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Re: Re: Sozialistische Staatswirschaft

weil bei den ÖBB die Gewerkschaft die Geschäfte führt, ganz einfach.

Antworten Antworten Antworten Gast: lukas
07.12.2007 09:58
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Re: Re: Re: Sozialistische Staatswirschaft

ach, ja, weil sich der herr huber von der gewerkschaft so viel hat sagen lassen. *lol*

 
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