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Landwirtschaft: Frankreich verbietet Anbau von „Gen-Mais“

13.01.2008 | 17:55 |  Von unserem Korrespondenten RUDOLF BALMER (Die Presse)

Die französische Regierung beantragt eine Ausnahmegenehmigung in Brüssel.

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Paris.Noch nie hat dem Biobauern und Globalisierungskritiker José Bové eine Gemüsesuppe so gut geschmeckt. Zusammen mit seinen Mitstreitern beendete er am vergangenen Samstag an der Rue de la Banque im Pariser Zentrum seinen Hungerstreik, um mit dieser „Siegesmahlzeit“ das Ende der am 3. Jänner gestarteten Fastenaktion gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Mais zu feiern. Bové hatte in den vergangenen Jahren öfters für Schlagzeilen gesorgt, da er „Genmais“-Felder in Nacht-und-Nebel-Aktionen zerstörte.

Am Freitag war eine von Präsident Sarkozy eingesetzte Expertenkommission zum Schluss gelangt, dass ernsthafte Bedenken gegen MON810, die einzige bisher für den kommerziellen Anbau in Frankreich zugelassene genetisch veränderte Maissorte, vorliegen. Laut älteren Studien zu MON810 gäbe es eine Verstreuung auf einigen hundert Metern. Eine neue Studie aus Kanada belegt jedoch, dass diese Verbreitung mehr als hundert Kilometer betragen kann. Gentechnik-Gegner befürchten, dass so die genetischen Veränderungen ungewollt in andere Pflanzen eingekreuzt werden.


Prinzip Vorsicht empfohlen

Zudem sei die Genveränderung nicht nur gegen Parasiten wirksam, sondern gefährde auch andere Organismen. Bis die „Unklarheiten“ eventuell durch weitere Forschungen beseitigt werden können, empfiehlt die Kommission daher aufgrund des Prinzips Vorsicht ein Moratorium. Bei einer großen Umweltkonferenz im Herbst 2007 war bereits vorübergehend das Aussäen von „Genmais“ suspendiert worden.

Jetzt löst Premierminister François Fillon ein Versprechen von Präsident Nicolas Sarkozy ein. Dieser hatte gesagt, er werde sich dem Urteil der Fachleute anschließen und sich gegebenenfalls bei der EU auf die Klausel berufen, die im Widerspruch zur europäischen Gesetzgebung ermöglicht, aus triftigen Gründen eine nationale Sonderregelung zu verlangen. Bezüglich „Genmais“ haben bereits Österreich, Griechenland und Ungarn einen solchen Ausnahmestatus bekommen.


Kritik aus den USA

Der US-Konzern Monsanto, der im Geschäft mit gentechnisch verändertem Saatgut besonders stark vertreten ist, äußerte postwendend „ernsthafte Zweifel“ an den Bedenken der französischen Experten. Der Vorsitzende des größten Bauernverbands FNSEA, Jean-Michel Lemétayer, erklärte, wenn der Staat ein Verbot wolle, müsse er konsequent sein und nicht nur den Genmaisanbau in Frankreich, sondern auch dessen Import sowie die Einfuhr von genetisch modifizierten Sojabohnen als Tiernahrung verbieten.

Die WTO hat unter dem Druck der Produzentenländer (USA, Argentinien, Kanada) bereits verlangt, dass die EU diese Ausnahmeklausel außer Kraft setzt. Die USA drohen laut Angaben von „Le Figaro“ bereits mit einer Schadenersatzklage für den Fall, dass Frankreich auch den Import von Genmais untersagt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2008)

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1 Kommentare
Gast: Ludwig Ammer
13.01.2008 18:51
0 0

Wir

lassen uns nicht mehr von den Primitiven aus Übersee einschüchtern, erpressen und bedrohen. Wenn diese, von aus dem kultivierten Europa abgeschobenen Dauerkriminellen abstammenden, permanent zumindest subkriminell agierenden Banditen das wollen, dann können wir die mit den neuen Regierenden Europas aus der Weltwirtschaft boxen, indem wir die Zahlung aller Güter und Leistungen auf stabile Währungen beschränken. Wenn wir uns in Afrika, Europa und Asien einig sind, dem Dollar jede Glaubwürdigkeit abzusprechen, dann wird aus den USA eine Wurschtlerwirtschaft wie in Brasilien. Ich denke also, daß wir uns keinesfalls davor zu fürchten haben, per WTO einen Verweis zu bekommen, sondern wir werden bestens fahren mit dem Ausschluß der Amerikaner aus allen nichtamerikanischen Märkten. Ich habe schon die Österreicher ermutigt, in keinen Bereichen die amerikanischen Drohungen entscheidungsbestimmend ernst zu nehmen, und die Franzosen sind selbstbewußt genug, sich keine genetischen Trojaner einzufan

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