Der CSU-Minister zeigt sich mit den zukünftigen Arbeitslosen des Nokia-Werks in Bochum solidarisch: Er tauscht sein Nokia-Mobiltelefon gegen eines einer anderen Marke. Ihm gefalle die Art und Weise nicht, wie die Werksschließung ablaufe. Sein Ministerium soll außerdem prüfen, ob ein Boykott des Handy-Herstellers zulässig sei. Dann würden auch Diensthandys in Zukunft nicht mehr bei Nokia gekauft werden.
Struck will boykottieren, Nokia verhandeln
Seehofer ist nicht der einzige deutsche Politiker, der so seinen Unmut über den finnischen Weltmarktführer äußert. Auch SPD-Fraktionschef Peter Struck möchte kein Diensthandy der "Subventions-Heuschrecke" mehr haben. Diesen Namen hatte Nokia vom Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers (CDU), erhalten.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich bisher nicht zu solch öffentlichkeitswirksamen Gesten hinreißen. Auch eine Woche vor den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen. Sie bezeichne die Handyrückgabe Seehofers als persönliche Entscheidung, wie ihr Sprecher Thomas Steg mitteilte.
Der Aufruf zu einem Produktboykott sei aus Sicht der Betroffenen und der Gewerkschaften nachzuvollziehen. Ob so etwas allerdings ein großes Unternehmen beeindrucke bleibe dahingestellt.
Der heftige Protest der deutschen Politiker könnte bereits erste Früchte tragen: Die Financial Times berichtet, dass sich Nokia doch zu Gesprächen mit der Landesregierung entschieden hat. Noch gestern schloss eine Nokia-Sprecherin alle Verhandlungen aus. (ag/red)

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