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Ausgetauscht: Deutscher Minister gibt privates Nokia-Handy ab

18.01.2008 | 10:24 |   (DiePresse.com)

Aus Solidarität mit den Beschäftigten des Nokia-Werks Bochum steigt Verbraucher-Minister Horst Seehofer auf eine andere Marke um. Nokia zeigt sich überraschend gesprächsbereit.

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Der CSU-Minister zeigt sich mit den zukünftigen Arbeitslosen des Nokia-Werks in Bochum solidarisch: Er tauscht sein Nokia-Mobiltelefon gegen eines einer anderen Marke. Ihm gefalle die Art und Weise nicht, wie die Werksschließung ablaufe. Sein Ministerium soll außerdem prüfen, ob ein Boykott des Handy-Herstellers zulässig sei. Dann würden auch Diensthandys in Zukunft nicht mehr bei Nokia gekauft werden.

Struck will boykottieren, Nokia verhandeln

Seehofer ist nicht der einzige deutsche Politiker, der so seinen Unmut über den finnischen Weltmarktführer äußert. Auch SPD-Fraktionschef Peter Struck möchte kein Diensthandy der "Subventions-Heuschrecke" mehr haben. Diesen Namen hatte Nokia vom Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers (CDU), erhalten.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich bisher nicht zu solch öffentlichkeitswirksamen Gesten hinreißen. Auch eine Woche vor den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen. Sie bezeichne die Handyrückgabe Seehofers als persönliche Entscheidung, wie ihr Sprecher Thomas Steg mitteilte.
Der Aufruf zu einem Produktboykott sei aus Sicht der Betroffenen und der Gewerkschaften nachzuvollziehen. Ob so etwas allerdings ein großes Unternehmen beeindrucke bleibe dahingestellt.

Der heftige Protest der deutschen Politiker könnte bereits erste Früchte tragen: Die Financial Times berichtet, dass sich Nokia doch zu Gesprächen mit der Landesregierung entschieden hat. Noch gestern schloss eine Nokia-Sprecherin alle Verhandlungen aus. (ag/red)

 

 

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15 Kommentare
fichtl
19.01.2008 07:04
0 0

Ich werde mein Nokia nicht wegwerfen.

Für die unmittelbar Betroffenen ist das sehr bedauerlich, nur die Zeit und die Bedingungen ändern sich halt.
Der Markt ist nicht Alles, aber er lässt sich auch nicht mit ein paar Millionen dauerhaft beeinflussen. (Siehe Vranitzky: Erinnern wir uns an den großen Deal mit seinem Freund Schröder und die Rettung von Semperit - außer einer Wortspende zu Licht ins Dunkel und einem Golfturnier - ist nichts geblieben).
Deutschland ist nicht mehr das Land der Wirtschaft in Europa. Der Staat ist erpressbar geworden, die Lohnabschlüsse der Zugchauffeure ist entweder eine Verhöhnung für alle Übrigen Dienstnehmer oder der Beginn einer Inflationsrallye.
Wer kann es da einem internationalen Unternehmen verdenken beizeiten die Segel zu streichen. Wie viele der "deutschen" Autos werden noch dort bzw. von "Deutschen" produziert?


panda82
18.01.2008 16:00
0 0

Es ist laecherlich und schadet Deutschland selber...

Wenn jemand auf die Deutsche sauer ist oder wenn Deutschlad in dem hiesigen Land nicht investiert, schmeisst dann der betrefende Minister sein Auto auf den Müll und kauft sich ein Japaner

He he he he

So handelt der Minister eines Landes, das selber vom Export lebt!!!

Faktum Est
18.01.2008 13:58
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Gibt es denn ein deutsches Handy?

Siemens hat es in Deutschland nicht geschafft, Benq hat aufgegeben...
Es ist doch nicht so, daß NOKIA einfach "böse" ist.
Man muß sich eben im Klaren darüber sein, daß der Standort Mitteleuropa für jede Art von Massenelektronik zu teuer ist...
Keine Telefone, keine Fotoapparate, kein Fernseher, kein Video- oder DVDplayer/recorder, kein Spielzeug, keine Kleidung...
Da Warenlieferungen letztendlich nur wieder durch Waren oder Dienstleistungen bezahlt werden können/müssen, wird entweder unsere Währung im Vergleich zu den Billiglohnländern an Wert verlieren - oder immer mehr unseres Volksvermögens vom Ausland aufgekauft werden (bis nichts mehr da ist: von den exklusivsten Kitzbühler Grundstücken, über Firmen, Patente, etc. - und dann wird unsere Währung schließlich doch abgewertet werden und wir können uns all' die gerade erwähnten Produkte (plus, Benzin, Heizöl, Urlaubsreisen) nicht mehr leisten.
Den Gewerkschaftern sei Dank! Bei Ihnen soll sich Seehofer ein neues Handy bestellen.

Antworten Gast: Langer
18.01.2008 15:21
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Re: Gibt es denn ein deutsches Handy?

Sie haben mit Ihren Behauptungen ja recht und die Konzerne kennen die Rahmenbedingungen auch ganz genau. Zu verurteilen ist das Abholen von Subventionen in Milli....höhe. Dafür wird dann eine Gegenleistung mit Ablaufdatum definiert und garantiert und am Tag X wird der Standort zugesperrt. Das haben wir doch schon etliche male erlebt. z.B. Semperit und Traiskirchen. Und dieses Verhalten ist moralisch zu verurteilen. Hinzuzufügen wäre noch die alte ländlilche Waisheit, dass der der nimmt nicht blöd ist. Von der Geberseite, sprich Politik, wird da oft versucht - leider mit unserem Geld - zu retten was nicht zu retten ist.
Die Gewerkschaften sind mit ihrem Verhalten allerdings wirklich die Wegbereiter der wirtschaftlichen Globalisierung. Wird eine florierende Industrie aufgebaut, ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese Betriebe durch von der Gewerkschaft aufgezwungene Zusatzleistungen vertrieben oder ruiniert werden, so wie z.B. die nordamerikanische der britische Autoindustrie.

Antworten keyplayer
18.01.2008 15:17
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kann ich so nicht glauben

die Konzerne machen riesen Gewinne und das mit der vorhandenen Struktur.
Oft geht es nur um Gewinnmaximierung - psychopathische Manager führen durch und sind sowieso nicht belangbar.

Die Wirtschaft und Konzerne im speziellen haben auch eine soziale Verantwortung die sie wahr nehmen müssen - ein Boykott ist dann das einzige Mittel, das Konsumenten bleibt - fast immer läßt die Politik einen im Stich.

...und übrig bleiben die Menschen... während juristische Personen immer reicher werden

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Re: Gibt es denn ein deutsches Handy?

Mit den Gewerkschaften und deren eventuell überzogenen Lohnforderungen hat die Abwanderung von Siemanes, BenQ und jetzt Nokia (schon früher waren es auch noch andere) absolut NICHTS zu tun; denn wenn man nun hört, daß die Arbeitskosten in Rumänien für Nokia bloß 1(10 dessen betragen wie bisher in Deutschland, so weiß man sofort: So tief können die deutschen Mitarbeiter die sprichwörtlichen Hosen gar nichts runter lassen, daß sie damit kostengünstiger als die Osteuropäer wären!

Und selbst die jetzt theoretisch ins Auge gefaßte Möglichkeit, daß Nokia die seinerzeit überwiesenen staatlichen Subventionen zurück zahlen muß, könnte sich bereis kurz- und mittelfristig als Schuß ins eigene Knie erweisen: Wie will man dann künftig neue internationale Jobbringern den Standort Deutschland attraktiv erscheinen lassen, wenn letztlich die Retournierung von Subventionen droht? In anderen Staaten gäb¿s das nicht!

Die letzte Alternative wäre: KEINE Nokia-Handys kaufen; in GANZ Deutschland!


Antworten Gast: Unfugsverfolger
18.01.2008 15:01
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so ein unfug!

nokia hat sehr wohl gewinnbringend in deutschland produziert. hier gehts nur um knallharte berechnung: es muss NOCH profitabler werden!

Antworten Gast: sugo
18.01.2008 14:48
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"Zu teuer"

heißt, dass irgendwo anders in Europa die Leute bereit sind, für wesentlich weniger Geld zu arbeiten. Das aber bei fast gleichen Preise für Güter des täglichen Lebens wie in Mitteleuropa. Wer von diesem System am meisten profitiert, ist leicht zu erraten. Aufgrund des technischen Fortschritts müsste eigentlich keiner mehr zu wenig haben. Die Gier der Unternehmen verhindert dies jedoch.

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NOKIA-Handys raus aus deutschen Elektromärkten!

Auf eineem groben Klotz gehört ein grober Keil! KOnkret: Wenn NOKIA "aus Kostengründen" von Bochum nach Rumänien umzieht, dann sollte der Frima konesquenterweise auch Deutschland als MARKT abhanden kommen! Z.T. durch bewußtem Kaufverzicht durch potentiellee Kunden, z.T. aber auch durch "Umstrukturierung" der geführten Markten bei Elektrohändlern! Die gorßen Ketten haben schon seit jeher ihre Zulieferer gegeneinander ausgepielt. Der eklatnente Umageverlust des finnischen Anbieters durch seine brutale Standortpolitik wäre doch ein gutes Arguemnt, die Regale zu "säubern"...

Anderseits muß man in einem solchen Handeslkrieg auch mit diversen Gegenstrategien rechnen. NOKIA gilt zwar ketzt als "Subventionsabhzocker", aber diese Firma ist ja nur eine in einer leider bereits viel zu langen Reihe! Wenn nun seitens der Politik die Rückgabe der seinerzeit geleisteten staatlichen Subventionen gefordert wird, so könnte das ein Schuß ins eigene Knie werden.

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Re: NOKIA-Handys raus aus deutschen Elektromärkten!

FORTSETZUNG:
Sollte dieser Plan seitens der Politik realisiert werden, könnte sich daraus ein Phyrrus-Sieg ergeben. Denn andere vom Standort Deutschland umworbene internationale Unternehmen und Konzere könnten daraus den Schluß ziehen, daß eine Ansiedelung in der BRD vielleicht doch nicht ganz so toll ist, wie man glaubt. Denn wenn es in ca. 10 Jahren (so lange dauert in der Regel der Vertrag mit Stadt, Land oder Bund) zum "Abschied" kommt, dann möchte man nicht all die schönen öffentlichen Subventionen retournieren müssen! Also geht man lieber gleich dort hin, wo solche eventuelle Rückforderungen von Haus aus vertraglich ausgeschlossen sind! Es wird, so ist zumindest zu befürchten, für Deutschland künftig also schiwieriger, die heiß umworbenen internationalen Jobbringer "anzulocken".

Die Politik hat ja schon lange, weich geklopft durch die Privatisierungstrommler, den Zugriff auf die Wirtschaft verloren. Diese stellt nun ihre eigenen Regeln auf und andere tanzen in ihrem Takt!

Gast: uschi
18.01.2008 12:36
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Nokia

Für meine Familiemitglieder und für mich gibt es den Produktnahmen Nokia nicht mehr! Wir werden unserere Nokia-Handys umgehend austauschen!

Antworten keyplayer
18.01.2008 15:24
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ich war bisher immer zufrieden und habe seit gut 10 Jahren nur Nokia gehabt

die wesentlichen vorteile:
kompatible Ladegeräte en masse vorhanden (mittlerweile)
gute Qualität - sehr stabil
freischaltbar über gratis service wie www.entsperren.at
businesshandy's, keine Spielzeuge

bei den neueren Nokia-Handy's fällt aber einiges weg...

neuer Stecker zum laden (bisherige Ladegeräte nutzlos)
freischalten nicht mehr möglich wegen neuer Software
businesshandys bieten jetzt auch andere an

Stabil sind mittlerweile auch schon andere Hersteller und lt. Empfehlung bietet SonyEriccson momentan die zuverlässigsten Handy's an...

ich hatte schon mit SE T610 Erfahrung gemacht, war äußerst Enttäuscht und bin wieder zu Nokia zurück, aber SE dürfte mittlerweile besser geworden sein...

Killerfakt für mich ist jedenfalls die Freischaltbarkeit...

Gast: Presseleser
18.01.2008 12:08
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Social Corporate Responsibility (SCR) - Die Lüge des Jahrhunderts

Man muß immer wieder staunen, was auf den Internet-Seiten von Konzernen in Sachen Unternehmensethik ausposaunt wird. Die Realität spricht eine andere Sprache.

Hauptsache der Kunde wird für dumm verkauft.

Gast: Zweifler
18.01.2008 11:36
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Und welche Handy kauft er dann?

Die Frage ist nur, von welcher Marke er ein Handy bekommt, das zumindest teilweise in Deutschland gefertigt wird?

Antworten keyplayer
18.01.2008 15:26
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darum geht es nicht

es geht um die Art, wie mit den Menschen umgegangen wird (steht zumindest im Bericht)

Fokus Steiermark

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