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Accor-Chef Pélisson: „Starke Rückgänge in US-Hotellerie“

31.01.2008 | 18:40 |   (Die Presse)

Gilles Pélisson, Chef des Hotel-Riesen Accor, sieht vorerst noch kein Überschwappen der US-Wirtschaftskrise nach Europa.

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WIEN (g. h.). Wenn die wirtschaftlichen Zeiten kühler werden, dann ist es in der Regel die Tourismusbranche, die sich als erste einen Schnupfen holt. Schließlich sparen die Menschen zuallererst bei den „Extras“. Also beim Reisen.

„Wir hatten Ende 2007 in unseren Hotels in den USA sehr starke Buchungsrückgänge“, berichtet nun Gilles Pélisson. Er ist Chef der Hotel-Gruppe Accor, die weltweit 4000 Hotels betreibt, etwa 900 davon in den USA. Trotz dieses Rückschlags in den USA rechnet Pélisson nicht mit einer weltweiten Rezession. Die Probleme im US-Tourismus hängen vor allem auch mit dem hohen Treibstoffpreisen zusammen. Das habe die Reiselust der Amerikaner ziemlich gedrosselt. Hingegen sei die Buchungslage in Europa und in Asien ausgesprochen gut.


Treffen mit dem Kanzler

Der Franzose gilt als einer der mächtigsten Tourismus-Manager der Welt. Accor beschäftigt weltweit 170.000 Mitarbeiter und ist in 100 Ländern vertreten. Der französische Konzern zählt auch zum größten Hotelbetreiber in Österreich. Am Mittwoch fand die große Einweihungsfeier für das neue Novotel in der Wiener Leopoldstadt statt. Wenn Accor-Chef Pélisson in Wien ist, dann lässt sich die politische Elite des Landes nicht zweimal bitten. Kanzler Alfred Gusenbauer traf sich sogar zu einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Top-Manager. Auch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein kam zur Eröffnung, wie auch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl.

Die Accor-Gruppe stellt mittlerweile 30 Hotels in Österreich. Bis 2010 sollen es 40 sein, kündigt Accor-Österreich-Chef Hans-Michael Leise an. Dann soll am Donaukanal auch ein von Stararchitekt Jean Nouvel entworfenes Luxushotel neue Maßstäbe in Wien setzen.

Für die kommende Fußball-Europameisterschaft rechnet Leise mit einem Umsatzplus von 20 Prozent. Nicht aufgrund der steigenden Buchungszahlen. „Im Juni sind wir in Wien ohnehin immer ausgebucht“, sagt Leise. Vielmehr werde es in der Hotellerie natürlich Europameisterschafts-Preise geben.

Für Pélisson ist Wien nicht nur ein interessanter Hotel-Markt. „Der Weg nach Osteuropa führt über Wien“, sagt er. Immerhin zählen Österreichs Banken und Versicherungen zu den größten Investoren in Zentral- und Osteuropa.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2008)

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